MSN Messenger - Nachruf auf einen Messaging-Dienst

Im Oktober 2014 wird Microsoft den MSN Messenger, inzwischen als Windows Live Messenger bekannt, endgültig zu Grabe tragen.

von Georg Wieselsberger,
31.08.2014 10:58 Uhr

Der MSN Messenger, der später Windows Live Messenger hieß, wird im Oktober 2014 endgültig eingestellt. (Bildquelle: Microsoft)Der MSN Messenger, der später Windows Live Messenger hieß, wird im Oktober 2014 endgültig eingestellt. (Bildquelle: Microsoft)

1999 hatte Microsoft mit dem MSN Messenger einen eigenen, zunächst recht einfachen Chat- und Messaging-Dienst als Konkurrenz zu ICQ und AIM veröffentlicht, der in den Folgejahren ausgebaut und schließlich in Windows Live Messenger umbenannt wurde. Doch nach der Übernahme von Skype im Jahr 2012 hatte sich Microsoft entschlossen, den eigenen Dienst zugunsten des inzwischen beliebteren Skype einzustellen.

In den meisten Ländern wurden die Messenger-Nutzer daher schon im Jahr 2013 aufgefordert, zu Skype zu wechseln und dann schließlich der Dienst komplett eingestellt. Nur in China lief der Windows Live Messenger bislang weiter. Doch nun hat Microsoft auch dort angekündigt, im Oktober die Server abzustellen. Damit die verbleibenden Nutzer zu Skype wechseln, macht Microsoft den Umstieg durch ein Gratisguthaben bei Skype schmackhafter. Die BBC hat aus diesem Anlass sogar einen Nachruf veröffentlicht, der sonst eigentlich nur wichtigen Personen der Zeitgeschichte oder Prominenten vorbehalten ist.

Darin heißt es, der MSN Messenger hätte einer ganzen Generation »Tippen und LOL« beigebracht. Zum ersten Mal sei es möglich gewesen, einen Schulfreund anzusprechen, ohne wirklich etwas sagen zu müssen. Teenager hätten nicht mehr bei ihrem Schwarm anrufen und die Gefahr eingehen müssen, dass höchstwahrscheinlich der Vater den Anruf annimmt. Doch neue und besser aussehende Dienste hätten aus dem Messenger schließlich das »Holzspielzeug des Web« gemacht, das auf die Seite gelegt wird. »Nach einer langen Karriere genoss der Messenger schließlich sein letztes Jahr im bequemen Ruhestand in China«, so die BBC. »Er hinterlässt Facebook, MySpace, Twitter, Snapchat, Skype, Google+ und Instagram.«

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