Nvidia-CEO Jensen Huang - Unsicher, ob Gaming Nvidias Hauptgeschäft bleibt

In einem Interview hat sich Nvidia-Chef Jensen Huang über die Entwicklungen bei AMD und Intel und über den zukünftigen Stellenwert des Gaming-Markts für Nvidia geäußert.

von Georg Wieselsberger,
13.11.2017 13:19 Uhr

Nvidias Geforce-Grafikkarten sorgen noch immer für den meisten Umsatz bei Nvidia.Nvidias Geforce-Grafikkarten sorgen noch immer für den meisten Umsatz bei Nvidia.

In einem Interview mit Venturebeat wurde der Nvidia-CEO Jensen Huang (eigentlich heißt er Jen-Hsun Huang, doch nachdem er fast überall Jensen Huang genannt wird, hat er diesen neuen Namen nach über einem Jahrzehnt Widerstand inzwischen akzeptiert) unter anderem zu den aktuellen Entwicklungen bei AMD und Intel befragt. Seine Erklärung ist, dass manche Unternehmen eben neue Strategien suchen, während Nvidia seinen Weg wie bisher fortsetzen werde.

Huang sieht Koduri-Abgang als Verlust für AMD

Für AMD sei der Abgang von Raja Koduri zu Intel ein Verlust, der die Führung bei künftigen Grafikchip-Generationen in Frage stelle. Aber immerhin sei der Wechsel zu Intel ein erstaunlicher und öffentlicher Beleg dafür, wie wichtig GPU sinzwischen sind. Interessant ist, dass Huang auch anmerkt, dass man sich zu gegebener Zeit um das geistige Eigentum und Lizenzen hinsichtlich Intel kümmern werde, denn seit der früheren Vereinbarung zwischen Nvidia und Intel sei viel Neues hinzugekommen.

Beim Thema Krypto-Mining kann sich der Nvidia-CEO einen kleinen Seitenhieb auf AMD nicht verkneifen. Das Geschäft in diesem Bereich sei für Nvidia klein und werde das auch bleiben, weil das Geschäft mit Grafikkarten insgesamt so groß sei. Mining liege bei vielleicht 70 Millionen US-Dollar. »Das ist groß für andere. Aber es ist klein für uns«, so Huang.

Gaming ist nur eines von drei Standbeinen

Auf die Frage, ob es eine Zeit geben könnte, in der Gaming nicht mehr für den meisten Umsatz bei Nvidia sorgt, gibt er eine interessante Antwort. »Ich bin hin- und hergerissen bei diesem Thema.« Zwar gehe er davon aus, dass Videospiele bei Sport und Unterhaltung weltweit auf Platz 1 stehen und es bald Milliarden Gamer geben werde. Doch auch das Geschäft mit Rechenzentren werde groß sein, alleine im letzten Jahr sei der Bereich bei Nvidia um 109 Prozent gewachsen.

»Und ich glaube an KI. Das wird riesig sein. Ich glaube, dass alles, was sich bewegt, eines Tages autonom sein wird. Und unsere Position im Bereich autonomer Maschinen ist fantastisch.« Er sei also hin- und hergerissen, da Nvidia drei große Möglichkeiten für Wachstum habe – und Gaming werde auch größer werden.


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