Philips neue TV-Produktlinie - Streaming von TV auf TV und Tablet

Streaming ist das neue Smart-TV, so oder so ähnlich klingen die Pläne des niederländischen Elektronikherstellers Philips für seine Heimkinoprodukte. Statt die hippen Smart-Funktionen weiter auszubauen setzt Philips auf Streaming in vielen Varianten.

von Dennis Ziesecke,
22.02.2013 12:15 Uhr

Selbst preiswerte Einstiegs-Fernseher können sich mittlerweile als Smart-TV bezeichnen, bieten doch schon 300-Euro-Geräte umfangreiche Internetfunktionen und Zugriff auf den einen oder anderen Video-on-Demand-Dienst. Von diesen Allerweltsfunktionen will sich Philips mit seinen neuen TV-Geräten offenbar abheben: Das Unternehmen setzt stattdessen verstärkt auf Streaming.

Mit Streaming meint Philips in diesem Falle aber nicht die klassischen VoD-Anbieter wie Maxdome, Lovefilm oder Watchever sondern vor allem auch Streaming von TV zu TV. So sollen sich Aufnahmen vom Wohnzimmer-Heimkino auf den Fernseher im Schlafzimmer streamen lassen. Verfügt der Server-Fernseher beispielsweise über einen integrierten DVB-S2-Tuner während das Client-TV in diesem Punkt schlechter ausgestattet ist, lassen sich beispielsweise auch die laufenden Sendungen des primären Fernsehers auf das Zweitgerät streamen - die Sender lassen sich vom Client aus umschalten.

Ebenfalls neu ist die serienmäßige Integration des Miracast-Standards in allen neuen Philips-Fernseher. Miracast überträgt die Displayinhalte von Smartphones, Tablets und Notebooks kabellos auf den Fernseher, so dass sich Fotos oder Filme vom Tablet auf den Fernseher streamen lassen ohne ein Zusatzgerät zu benötigen. AppleTV beherrscht eine ähnliche Funktion ebenfalls, neu ist allerdings die direkte Integration in eine komplette neue TV-Produktreihe. Auch Intels Wireless Display gehört seit kurzem der Miracast-Initiative an, so dass auch Notebooks mit als kompatibel gekennzeichneten Intel-Wireless-Chipsätzen zu Philips-Fernseher streamen können sollten. Android unterstützt Miracast ab Version 4.2.

Im Gegensatz zu älteren Wireless-Display-Implementationen arbeitet Miracast mittlerweile relativ latenzfrei. Bei schnellen Actionspielen ist zwar immer noch eine Latenz zu spüren, weniger hektische Genres lassen sich aber mittlerweilse sehr gut als kabelloser Stream spielen. So setzt Sony bei der Playstation 4 auf eine kabellose Streaminglösung um Spiele von der PS4 zur Vita zu übertragen und auch Nintendo arbeitet mit einer vergleichbaren Technik bei der WiiU.

Nutzer von mobilen Endgeräten können die Streamingfunktionen von Philips dank der neuen Fernbedienungsapp auch nutzen um das laufende TV-Programm kabellos auf das Smartphone oder Tablet zu holen. Bislang ist die Streamingversion der App nur für iOS verfügbar, eine Android-Variante soll voraussichtlich im Sommer folgen.

Auch Ambilight verfolgt Philips weiterhin und integriert die Wohnzimmerwand-Beleuchtung in viele neue Modelle. Die TV-Geräte der 5000er-Serie sind in Zukunft mit zwei LED-Leisten, die 6000er-Serie mit drei LED-Leisten für die Ambiente-Beleuchtung ausgestattet. Bei der LED-Hintergrundbeleuchtung für das LCD-Panel hingegen geht Philips verschiedene Wege, die sich primär nach dem Preis des Fernsehers richten. Günstige Modelle nutzen Direct-LED, also LEDs im gesamten Geräterücken, was für weniger schlanke Fernseher sorgt. Alle anderen Modelle nutzen mit Edge-LED je nach Gerät ein oder zwei LED-Leisten an den Geräterändern. Edge-LED sorgt für schmalere Fernseher, diese Modelle sind nur etwa 10 mm dick während die Direct-LED-Versionen 30 mm dick sein sollen.

Die neuen Philips-TV-Modelle sollen im März und April auf den Markt kommen, Preise nennt das Unternehmen allerdings noch keine.


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