Seafight im Test - Browserspiel-Oldie unter Piratenflagge

Schon seit März 2006 hauen sich Seebären in Bigpoints kostenlosem Piratenspiel Kanonenkugeln um die Ohren, piesacken Monster und rüsten ihre Pötte immer weiter auf. Macht das auch heute noch Laune?

von Martin Deppe,
14.02.2011 14:33 Uhr

Ein Browserspiel, das fast fünf Jahre auf dem Buckel hat, gilt heutzutage schon als Dinosaurier. Das merkt man Seafight auch an: Grundsätzlich spielen Sie auf zwei Bildschirmen – zum einen auf der Flash-Seekarte, auf der Sie Ihr Schiff lenken, zum anderen auf einem zweitem, menügesteuertem Bildschirm, der sozusagen als Heimatstadt dient. Hier kaufen Sie bessere Segel, Waffen oder gleich ein neues Schiff, heuern Piraten an oder kaufen Sklaven, nehmen Quests an oder absolvieren Piratenprüfungen. Alle Neukäufe werden automatisch auf Ihr Schiff übertragen, Sie müssen also nicht erst in einen Hafen segeln, sondern setzen beispielsweise neue Kanonen gleich ein.

Die Seekarte: eckiger Tanzkurs

Vor allem die Seekarte ist optisch arg altmodisch: Unser Schiff fährt nicht gradlinig zum Ziel, sondern »tänzelt« dorthin, weil der Kahn nur in vier 90-Grad-Schritten dargestellt wird, zwischen denen er ständig springt. Das sorgt allerdings nur kurzzeitig für gehobene Augenbrauen, denn sehr schnell haben Sie keine Zeit mehr, auf diesen Tanzkurs zu achten. Weil Sie nicht allein auf der Karte unterwegs sind, sondern mit anderen, ebenso karrieresüchtigen Kapitänen, müssen Sie ständig auf Angriffe gefasst sein. Oder dass Ihnen jemand Beute wegschnappt.

Die Seekarte Die Seekarte: Monster jagen Sie mit Harpunen, NPC-Piraten und Spieler mit Kanonen. Beide Waffen und Geschosse gibt’s in vielerlei Ausführung.

Levelaufstieg Um einen Level aufzusteigen, reichen Erfahrungspunkte nicht. Eine Abschlussprüfung verlangt, in X Minuten X Gegner zu erledigen.

Updates Aufrüsten lohnt sich: Diese barbusige Gallionsdame erhöht die Moral.

PvP-Probleme Unsportlich: Höherstufige Spieler lauern am liebsten am Kartenrand und fangen Neuankömmlige ab.

Seafight spielt sich dadurch ganz anders als viele Browserspiele: Sobald Ihr Schiff im Einsatz ist, sollten Sie es im Auge behalten! Lediglich auf der Einsteigerkarte sind Sie für 24 Stunden sicher, danach zum Abschuss freigegeben. Beim Testen haben wir erlebt, wie fortgeschrittenere Spieler schon am Kartenrand lauern, um die unbedarften Landratten abzufangen.

Die Mitspieler: leben die da?

Überraschend familiär geht’s im Chat zu – wir hatten fast den Eindruck, dass sich einige Spieler bereits seit 2006 kennen. Oder sind das alles Beamte, die ihre deutschlandweit zeitgleichen Pausen zum Plausch nutzen? Egal: Auf unsere (vorgeschobenen) Fragen bekamen wir immer nette Antworten; eine schöne Abwechslung zu anderen Spielen, in denen man schnell mal abgekanzelt wird.

Wer’s noch geselliger mag (oder Beamter ist), der schließt sich einer der zahlreichen Gilden an. Das hilft auch ein wenig gegen die oben erwähnten Am-Kartenrand-Lauerer. Denn wer will schon morgens um fünf spielen, um nicht von diesen unsportlichen Knallköpfen abgefangen zu werden?

Der Shop: Obacht!

Seafight ist zwar grundsätzlich kostenlos, birgt aber natürlich einige Möglichkeiten, sein echtes Geld zu versenken. Vor allem die aufwändiger designten Schiffe sind teilweise ganz schön happig, das momentan teuerste Schiff kostet satte 40 Euro – liegt also auf Vollpreisspiel-Niveau! Neben der Optik bringt der Kauf sieben Prozent mehr Kanonenschaden und Elitepunkte. Andere Echtgeld-Angebote spülen wöchentlich Spielgeld aufs Konto, beschleunigen Schiffsreparaturen oder bringen Einkaufsrabatte.

Seafight - Screenshots ansehen

Wer sein Schiff ohne echte Euro aufpolieren will, schafft das aber auch – wenn er viel Zeit investiert und die Anfangssphase übersteht, in denen höherstufige Konkurrenten so gerne zuschlagen. Vor allem die zahlreichen Quests (Monster und NPC-Piraten erlegen, Eskorte fahren, Waren transportieren etc.) bringen Gold und Erfahrungspunkte.


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