Spannender Kurzfilm - Augmented Reality im Stil von Black Mirror

Niedliche, kleine Monster als virtuelle Haustiere klingen nach Spaß. Doch wie weit kann Augmented Reality gehen, wenn die Realität und virtuelle Welten miteinander verschmelzen?

von Manuel Fritsch,
03.04.2017 19:01 Uhr

Szene aus dem Kurzfilm »Strange Beasts« von Magali Barbé.Szene aus dem Kurzfilm »Strange Beasts« von Magali Barbé.

Wer hat im letzten Sommer nicht in der Stadt oder auf dem Land mit seinem Smartphone in der Hand nach Pokémon gesucht? Aber wie sieht es aus, wenn wir dafür keine Smartphones mehr brauchen? Und wie weit kann Augmented Reality gehen?

Diesen Fragen stellt sich der Kurzfilm »Strange Beasts« (am Ende der News eingebunden) der Regisseurin Magali Barbé, der nach nur zwei Wochen bereits 226.000 Klicks erzielt hat.

Eingangs erzählt der fiktive Entwickler Victor Weber von seinem neusten AR-Game »Strange Beasts«. Dabei können Nutzer kleine Monster nach ihrem Belieben kreieren, mit ihnen spielen und zusammen mit ihnen ihren Alltag bestreiten. Auch seine Tochter Anna kennt und liebt die Monster.

Das niedliche Setting, in dem Victor mit seinem Monster Walter in der Wohnung spielt, bekommt einen bitteren Beigeschmack, als der Entwickler mit starrem Blick und seltsam leuchtenden Augen erklärt, wie dies möglich ist.

Eine von der fiktiven Firma »Nano Retina Technology« implantierte Linse in seinem Auge projiziert die virtuellen Wesen in seine reale Umgebung. Victor verharmlost den Eingriff und spricht davon, seitdem eine »Supervision« zu besitzen. Was eben noch wie ein Imagefilm wirkte, ist jetzt zu einer düsteren Sci-Fi-Story geworden.

Im weiteren Verlauf des Films erscheint plötzlich Annas Lebensanzeige in Victors Interface und die Atmosphäre des Films kippt.

Warnung: der folgende Absatz enthält Spoiler

Schnell wird klar, dass auch sie nicht real, sondern ein Teil der Software von »Strange Beasts« ist. Victor sitzt nun alleine auf einer Bank und redet anstatt mit Anna mit nichts anderem als der Luft. Ein befremdlicher Anblick, denn es wirkt, als würde er Selbstgespräche führen.

Der Kurzfilm zeigt eindrucksvoll, wie sehr Augmented Reality reale und virtuelle Welten miteinander verbinden können wird, wenn die Technik weiterhin so schnell voranschreitet. In den Kommentaren und in Reviews kommt häufig der Vergleich zur britischen Sci-Fi-Serie Black Mirror auf, die für ähnlich beängstigende Zukunftszenarien bekannt ist. Dieser Vergleich kommt nicht von ungefährt: Die Regisseurin Magali Barbé hat bereits an einzelnen Folgen der Serie mitgearbeitet.

Wie weit Augmented Reality gehen wird, kann nur die Zukunft zeigen. Ein sehenswerter Kurzfilm ist »Strange Beasts« in jedem Fall, egal wie die AR-Zukunft tatsächlich aussehen wird.

Strange Beasts from Magali Barbé on Vimeo.


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