Spiele = Drogen? - Spiele töten und machen jetzt auch abhängig

Wenn's die Killerspiele nicht mehr tun, müssen neue Motive zur Spielebekämpfung her. Wie wär's mit Drogen?

von Gunnar Lott,
04.04.2007 15:13 Uhr

Dass Spiele angeblich gewalttätig machen, haben wir von den üblichen Verdächtigen zur Genüge vorgebetet bekommen. Viel genutzt hat es nicht, ein wirkliches Verbot der so genannten »Killerspiele« ist nicht in Sicht.

Jetzt verlagert sich die Debatte, und die Spiele- Killer suchen unverbrauchte Argumente: Rennspiele stehen neuerdings im Fokus, weil sie angeblich zu gefährlichem Fahren verleiten sollen. Der Vorwurf ist nicht neu und verwechselt mit Absicht genauso Ursache und Wirkung wie die Attacken in der Gewaltdebatte.

Eine neue Dimension bringt ein Artikel auf welt.de ins Spiel – da warnt ein besorgter Volontär vor der »Endlosigkeit« von Rollen- und Strategiespielen. »Schon ungezählte Magisterarbeiten, Abschlussprüfungen, Projekte und nicht zuletzt soziale Beziehungen sind dieser geldunabhängigen Spielsucht zum Opfer gefallen« heißt es da. Klar doch, wenn schon nicht Doom 3 die Schuld am Untergang des Abendlandes trägt, dann wenigstens Anno 1701.

Das ist kein Debattenbeitrag, sondern einfach nur der Versuch, ein neues Schlachtfeld im ewigen Krieg zwischen neuen Medien und Kulturpessimisten zu eröffnen. Noch dazu ein besonders bigotter, denn hier regt sich ein Angestellter des Axel-Springer-Verlages auf, das ist derselbe Verlag, der monatlich mit der »Computer Bild Spiele« neue »Drogen« unters Volk bringt – Warner und Dealer sitzen da sozusagen in einem Haus...


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