Vier Jahre World of Warcraft - GameStar gratuliert und blickt zurück

Rollenspiel-Experte Knut Gollert gratuliert World of Warcraft zum vierten Geburtstag und blickt auf seine bewegte Onlinezeit in Azeroth zurück.

von Knut Gollert,
11.02.2009 14:29 Uhr

World of Warcraft feiert in Europa seinen vierten Geburtstag.World of Warcraft feiert in Europa seinen vierten Geburtstag.

Alles Gute zum Geburtstag, WoW! Vier Lenze alt bist Du geworden. Das ist in Spielejahren zwar keine Ewigkeit – es gibt MMOs, die könnten Dein Großvater sein – aber die vier Jahre sind dennoch beachtlich. Schließlich zeigst Du seit 2005, wie ein MMO-Erfolg aussehen kann und wie er dauerhaft Millionen Spieler fesselt. Das war bis dahin unvorstellbar.

Dabei ging das alles unscheinbar los – zumindest für mich. MMO-satt würde ich es nennen, wenn nach einigen Spielmonaten Ulitma Online, Everquest, Dark Age of Camelot und Star Wars Galaxies keine Lust mehr auf solche Zeitfresser generiert wird. Ich war MMO-satt, als ich im Frühjahr 2004 mit der geschlossenen Beta von World of Warcraft startete. Schnell mal einen Schurken leveln. Im Nachhinein lustig: Damals gab es noch ein komplett anderes Skill-System. Beim Level-Up wurde frei ein Batzen Talentpunkte auf bestimmte „Verbesserungen“ verteilt. Nichts da mit Talent-Bäumen. Der Schurke wurde 20, vielleicht noch etwas älter. Dann war ich satt, mal wieder. WoW war gut, aber mir fehlte etwas zum absoluten Zeitkiller. Ich wusste nicht was, nur dass es fehlte.

Eines der ersten Bilder aus WoW: Das Benutzerinterface hat sich bis heute stark verändert.Eines der ersten Bilder aus WoW: Das Benutzerinterface hat sich bis heute stark verändert.

Im Februar 2005, vor genau vier Jahren, startete das Warcraft-MMO endlich in Europa – US-Spieler levelten schon seit November 2004. Jetzt wurde das Spiel so richtig gut, denn erstmals kam ein Aspekt ins Spiel, der World of Warcraft für mich bis heute als einer der wichtigsten gilt: die Community. Erstmals spielte ich mit "Real Life"-Freunden, auch neue Freundschaften formten sich in der Welt von Azeroth. Dass WoW deutlich „einfacher“ war, als zum Beispiel Star Wars: Galaxies störte kaum. Letzteres wurde Ende 2005 übrigens tot generft, gute Spieler, Langzeit-Jedis. verließen die Galaxie en masse. Noch mehr gute Freunde fanden den Weg nach Azeroth. Und anspruchsvolle Raids wie Pechschwingenhort und Ahn’Qiraj sorgten dauerhaft für Endgame-Freuden. WoW wurde für mich noch besser.

Das ursprüngliche Talentsystem überlebte nur wenige Monate in der US-Beta.Das ursprüngliche Talentsystem überlebte nur wenige Monate in der US-Beta.

Eventuelle Ermüdungserscheinungen fing Blizzard rechtzeitig mit dem ersten Add-On auf. Burning Crusade erschien im Januar 2007. Schön, was man sich da im sonnigen Kalifornien ausgedacht hat. World of Warcraft wurde mit der Scherbenwelt größer und besser. Allerdings vergaß Blizzard die „alte Welt“. Bis heute ist unverständlich, warum die Entwickler keinerlei neue Herausforderungen in die WoW-Classic-Gebiete gesteckt hat. Sie sind seit Burning Crusade tot. Schade.

Eine wenig intelligente, etwas krude Patch-Politik nahm dem ersten Add-On aber schnell den Wind aus den Segeln. Es war sicherlich nicht cool, Burning Crusade-Endboss Illidan schon vier Monate nach Release per Patch einzufliegen. Ende 2007 ging WoW dann die Luft raus. Und Add-On Nummer 2, Wrath of the Lich King, war gerade mal angekündigt. Folglich erlebte die WoW-Community 2008 die größte Durststrecke – da halfen auch Zul'Aman und der Sonnenbrunnen wenig. Viele Spieler legten eine Pause ein. Und Blizzard gab Gas. Nordend, der neue Kontinent, musste schnell her. Kam aber erst im November letzten Jahres.

Kil'Jaeden war der letzte Endboss in Burning Crusade -- bis zum Anführer der Brennenden Legion kamen vor Patch 3.0 aber nur die besten Schlachtzüge.Kil'Jaeden war der letzte Endboss in Burning Crusade -- bis zum Anführer der Brennenden Legion kamen vor Patch 3.0 aber nur die besten Schlachtzüge.

Grandios, was die Macher da angestellt haben. Tolle Quests, superbe Gebiete, ganz, ganz viel Atmosphäre. Aber insgesamt wenig Anspruch. World of Warcraft ist nicht mehr schwer. Mir persönlich macht das nichts aus, ich bin kein "Pro-Gamer". 24/7-Helden waren jedoch schon im alten Jahr mit dem Content „durch“. Und, das Allerchlimmste: es nervt sie, dass auch Gelegenheitsspieler mit zusammengewürfelten Raids Kel'thuzad und Malygos umhauen. Das kratzt am Ego, entwertet ihren Imba-Status und führt zu ellenlangen Beschwerde-Posts in diversen Foren. Dabei gibt es, wie zum Beispiel die 10er oder Heroic-Achievements für Sartharion 3D, ein paar schön knackige Encounter im Spiel.

Wann die WoW-Spieler endlich den finalen Kampf mit dem Lichkönig austragen können, weiß wohl nur Blizzard selbst.Wann die WoW-Spieler endlich den finalen Kampf mit dem Lichkönig austragen können, weiß wohl nur Blizzard selbst.

Mit Patch 3.1 und dem neuen Ulduar-Raid will Blizzard hier aushelfen, aber auf andere Art und Weise. Wie bei Sartharion sollen die Encounter bestimmte Schwierigkeitsgrade bieten. Allein damit könnte Blizzard den Spagat schaffen, den Content sowohl für wenig perfekte Spieler als auch für Harcore-Raider spannend zu gestalten.

Der einzig richtige Weg, wie ich meine. Und nach vier Jahren immer noch spannend.

Gewinnspiel

Preise für die Geburtstagsverlosung.Preise für die Geburtstagsverlosung.

Anlässlich dem vierten Geburtstag verlosen wir in Zusammenarbeit mit Blizzard Entertainment coole Fanpakete zu World of Warcraft. Als Hauptpreis winken die nicht mehr im Handel erhältlichen Collector's Editionen zu Burning Crusade und Wrath of the Lich King.

Was Sie tun müssen, um eines der Preise zu gewinnen, erfahren Sie in unserem World of Warcraft-Forum.


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