Windows 8 - Betriebssystem meldet Installationen an Microsoft (Update)

Eine Sicherheitsfunktion von Windows 8 sorgt für Bedenken bei Sicherheitsexperten, die darin auch ein Datenschutzproblem sehen.

von Georg Wieselsberger,
27.08.2012 08:04 Uhr

Das neue Betriebssystem Windows 8 nutzt in der Grundeinstellung den sogenannten »Smartscreen-Filter«, der verhindern soll, dass Schadsoftware auf dem Rechner installiert wird. Diese Sicherheitsfunktion nimmt daher bei Installationen von Software aus dem Internet Kontakt mit Microsoft-Servern auf, um das zu installierende Programm mit der aktuellen Datenbank gefährlicher Software abzugleichen.

Diese theoretisch sinnvolle Funktion hat allerdings auch zur Folge, dass Microsoft über jeden Installationsversuch von heruntergeladenen Programmen informiert wird. Sicherheitsexperten wie Nadim Kobeissi kritisieren, dass diese Daten auch in falsche Hände geraten oder zur Überwachung von Nutzern durch Behörden oder totalitäre Systeme dienen könnten. Außerdem werde der Nutzer nirgends auf die Datenübertragung hingewiesen.

Immerhin kann der Smartscreen-Filter bei der Installation oder auch im Wartungscenter deaktiviert werden. Auch auf die Kritik, dass die Daten auch noch mit einer veralteten und damit unsicheren Verschlüsselung übertragen werden, hat Microsoft anscheinend innerhalb von Stunden reagiert und verwendet eine aktuellere Variante.

Update:

Microsoft hat inzwischen Stellung zu den Bedenken der Sicherheitsexperten genommen. Es werde keine Datenbank aus Programmen und den IP-Adressen der Nutzer erstellt. Letztere würden wie bei jedem Onlinedienst rein für die Verbindung genutzt und dann regelmäßig gelöscht.

Außerdem unternehme Microsoft weitere Schritte, um die Privatsphäre der Nutzer zu schützen. Daten würden nicht dazu genutzt, um Nutzer zu identifizieren, zu kontaktieren oder um gezielte Werbung zu betreiben und auch nicht an Dritte weitergegeben. Die kritisierte schwächere Verschlüsselung wird laut Microsoft in Windows 8 nicht verwendet und von Smartscreen auch nicht unterstützt.

Für Nadim Kobeissi ändert dies allerdings nichts daran, dass sich Microsoft mit dieser Funktion als zentrale Datenbank für Downloads und Installationen aller Windows 8-Rechner platziert und das sei hinsichtlich der Privatsphäre gefährlich. Nur weil ein Sprecher des Unternehmens dem widerspricht, bedeute dies nicht, dass die Risiken nicht existieren.

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