World of Warcraft von 2004 bis 2014 - 10 Jahre Grafikwandel in WoW

Seit dem Release 2004 hat sich World of Warcraft grafisch spürbar weiterentwickelt. Wir zeigen, wie sich Charakter-Modelle, Landschaften und Effekte bis ins fünfte Addon Warlords of Draenor verändert haben.

von Christopher Reimers,
23.11.2014 14:30 Uhr

World of Warcraft ist inzwischen bekannt für seine stimmige Spielwelt - für beeindruckende Grafik allerdings stand das MMO aber eigentlich nie. Schließlich riss die stilisierte Optik schon zum Release Ende 2004 niemanden vom Hocker. Seitdem nagt der Zahn der Zeit natürlich umso mehr an Azeroth - jedoch auffallend behutsam.

Denn man muss dem Spiel zugutehalten, dass der farbenfrohe Fantasy-Comic-Look von WoW erheblich besser gealtert ist, als nahezu alle anderen Spiele aus dieser Zeit, die stattdessen auf eine möglichst realistische Grafik abzielten. Zudem versorgt Blizzard seinen Dauerbrenner seit jeher bei jedem Addon mit einer neuen, hübscheren Spielwelt sowie zusätzlichen Grafikeffekten.

In diesen Tagen feiert World of Warcraft seinen zehnten Geburtstag und die nunmehr fünfte Erweiterung. Höchste Zeit also für einen Grafikvergleich: alt gegen neu. Wie unterscheidet sich das heutige Azeroth von der alten Spielwelt von 2004? Wie haben sich die Charaktere inzwischen verändert? Und: Welche neuen Effekte verleihen WoW einen zeitgemäßen Look?

Die Charaktermodelle

Mit dem Patch 6.0.2 erhielten alle acht Rassen aus dem klassischen WoW sowie die Draenei aus dem ersten Addon deutlich schönere Charaktermodelle mit mehr Polygonen, schärferen Texturen und neuen Animationen. Die überarbeiteten Blutelf-Modelle musste Blizzard verschieben - sie sollen kurz nach dem Release von World of Warcraft: Warlords of Draenor nachgereicht werden.

World of Warcraft - Charaktermodelle vor und nach Warlords of Draenor im Vergleich ansehen

Die moderneren Charaktere der Worgen, Goblins und Pandaren werden übrigens nicht verändert, da sie laut Blizzard noch immer zeitgemäß sind. Angesichts des deutlichen Altersunterschiedes der Modelle halten wir das für fair. Trotz der Veränderungen wollten die Designer den ursprünglichen Stil aller Figuren beibehalten - in der Klickstrecke kann jeder die neuen Rassen-Looks selbst beurteilen.

Die Spielwelt

Vor zehn Jahren bot World of Warcraft mit den östlichen Königreichen und Kalimdor bereits zwei große Kontinente. Mit den ersten beiden Addons gesellten sich noch die Scherbenwelt sowie das frostige Nordend mitsamt zusätzlicher Details hinzu, ehe man im Dezember 2010 die komplette alte Welt generalüberholte, inhaltlich wie optisch. Wir haben uns nach dem Kataklysmus zu bereits besuchten Orten begeben und jetzt auch das neue Draenor erforscht, um Grafik und Spielwelt zu vergleichen.

Die Spielwelt: Altes Brachland Das weitläufige Brachland bestand vor der Azeroth-Katastrophe eigentlich nur aus einer riesigen Savanne – mit kleinen Oasen und großen Bergen. In den Abendstunden genoss man bereits hier eine tolle Lichtstimmung.

Neues Brachland Doch jetzt teilt ein riesiger Erdriss das Gebiet in zwei Hälften. Grafisch wurden vor allem Pflanzen und Gebäude leicht überarbeitet. Dank neuer Grafikoptionen flimmert die Fauna nun bedeutend weniger.

Altes Tanaris Die Wüste Tanaris wirkte schon damals wie ausgestorben. Immerhin schimmerte der Boden durch die Sonne.

Neues Tanaris Die aktuelle Wüste besitzt zwar den gleichen Schimmer-Sand, wartet nun aber auch mit knalligeren Farben sowie abwechslungsreicheren Gebiete auf.

Alte Düstermarschen In den Sümpfen nahe Theramore kam auch vor zehn Jahren viel Atmosphäre auf. Wegen der groben Texturen flimmerte sich die gesamte Pflanzenwelt aber leider einen Ast ab.

Neue Düstermarschen Knackigere, farbenfrohere Texturen mit glatten Rändern beruhigen das Bild nach der Kataklysmus-Überarbeitung. Auch wenn gerade eine andere Tageszeit herrscht, profitiert das Gebiet zudem von der besseren Beleuchtung.

Altes Nagrand Nagrand war schon in der ersten WoW-Erweiterung The Burning Crusade das Lieblingsgebiet vieler Spieler. Auch nach acht Jahren lässt es sich hier noch aushalten.

Neues Nagrand Die 2014er-Version dieser Region legt aber vor allem bei der Flora sowie beim Licht noch mal eine große Schippe drauf. Allein das Blätterkleid der Bäume hat sich im direkten Vergleich deutlich verbessert.

Die Grafikeffekte

Seit dem Release von World of Warcraft integrierten die Entwickler neben Inhalts-Patches auch neue Grafikeffekte ins Spiel. So verbesserten sich in WoW: Wrath of the Lich King etwa die Partikeleffekte deutlich, während Sichtweite und Texturschärfe stiegen. Das Nachfolge-Addon World of Warcraft: Cataclysm wiederum schraubte gewaltig an den Lichteffekten sowie der Wasserdarstellung. Nach der Insel Pandaria öffnet sich jetzt auch das Portal nach Draenor, das wieder einen großen Grafiksprung gegenüber seinen Vorgängerwelten hinlegt.

Texturen: Alter Wald So sah der Wald von Elwynn nach dem Release 2004 bis zum Kataklysmus Ende 2010 aus. Damals ganz nett, aber Details, Polygone und Texturen lassen schon sehr zu wünschen übrig.

Neuer Wald Nach der »Renovierung« bleibt der Look des Gebiets zwar erhalten, aber beim näheren Hinsehen fallen Verschönerungen an allen Ecken und Enden auf. Die verbesserte Beleuchtung und neue Effekte tun ihr Übriges.

Durchschnitts-Boden So sieht das Gras stellenweise in Azeroth aus. Verschmerzbar, aber nicht sonderlich schick.

Draenor-Boden Das neue, fremdartige Gras auf Draenor profitiert von einer höher aufgelösten Bodentextur sowie detaillierter gestalteten Pflanzen.

Neben den schärferen Bodentexturen und der aufwendigeren Flora warten Objekte und Bauwerke nun mit mehr Polygonen und Einzelteilen auf. Derweil wirkt die gewohnt abwechslungsreiche Lichtstimmung in vielen Gebieten jetzt noch atmosphärischer. Die Farben hingegen leuchten in der Fantasywelt wie eh und je - gut so. In der Klickstrecke zeigen wir, wie sich die WoW-Grafik seit 2004 verändert hat.

Grafikeffekte: Altes Wasser So einfach sah die Wasseroberfläche in der Anfangszeit von WoW aus. Eine flache, wabernde Textur, die sich nicht dynamisch veränderte. Beim Schwimmen oder Hindurchlaufen produzierten wir nur eine sehr simple Kielwasser-Textur.

Neues Wasser Durch die neue Flüssigkeitsdarstellung können wir im Wasser jetzt viele kleine Wellen bilden, außerdem weicht die scharfe Wasserkante einer leichten Brandung.

Draenor-Wasser Die neuesten Flüsse und Seen von Draenor wiederum dürften alte WoW-Hasen ziemlich überraschen. Zusammen mit den hochaufgelösten Bodentexturen und der aufwendigeren Lichtberechnung werden die Draenor-Gewässer wunderschön.

Altes Licht Auch die Beleuchtung ist inzwischen verbessert – zwar besaß die Sonne schon damals einen Blendeffekt, die Strahlen wurden von Hindernissen aber nicht dynamisch blockiert.

Dynamisches Licht Seit Cataclysm dringt jetzt aber nur ein Teil des Lichts zu unserer Position, sofern etwas die Sichtlinie unterbricht – eine nette Spielerei.

Drachenkampf Bei der Beobachtung eines Drachenkampfes kommen die simulierten Sonnenstrahlen gut zur Geltung. Und auch die Feuersbrunst von Todesschwinge hebt sich deutlich von den frühen WoW-Flammen ab.

Simples Feuer So sah das Feuer in den ersten Jahren von World of Warcraft aus. Zweckmäßig, aber keineswegs schön.

Ansehnlicheres Feuer Auch wenn einem das Feuer noch immer nicht die Sprache verschlägt, macht es seit Cataclysm schon mehr her.

Die aktuell niedrigste Grafikeinstellung entspricht wegen der geringeren Sichtweite zwar nicht ganz der damaligen WoW-Optik, doch sie kommt ihr tatsächlich sehr nahe. Der direkte Vergleich von minimaler und maximaler Grafikqualität in den beiden neuesten Umgebungen Pandaria und Draenor zeigt deshalb ziemlich gut, wie sich World of Warcraft optisch weiterentwickelt hat.

Grafikvergleich: Pandaria minimal In der niedrigsten Einstellung leiden sogar die Farben durch die geringe Texturauflösung, die Details beschränken sich aufs Nötigste. Das klassische WoW sah nicht wesentlich besser aus.

Pandaria maximal Zahlreiche Details, eine passende Texurauflösung und schmückende Partikeleffekte verleihen der farbenfrohen WoW-Optik den letzten Schliff. Auch hier keine Grafik-Granate, so ist es doch ein hübsches Online-Rollenspiel.

Draenor minimal Und auch in dieser Basis-Einstellung erinnert die Szene an früheste WoW-Tage. Der Unterschied macht die grafische Weiterentwicklung von World of Warcraft binnen eines Jahrzehnts sehr deutlich.

Draenor maximal Der neue Planet Draenor unterscheidet sich nicht nur landschaftlich von seiner bekannten Scherbenwelt-Version. Seit The Burning Crusade sind fast acht Jahre vergangen – und das sieht man auch. Für Warcraft-Verhältnisse ist Draenor mehr als ansehnlich.


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