WWII Battle Tanks: T-34 vs. Tiger - Angespielt und abgeschossen

Die Panzersimulation WWII Battle Tanks: T-34 vs. Tiger erinnert an alte Armored Fist- und M1Tank Platoon-Tage, kommt aber lange nicht an die Qualität der Klassiker heran.

von Christian Fritz Schneider,
27.11.2008 17:31 Uhr

Panzer fahren ist in Computerspielen schon lange kein Vollzeit-Job mehr. Die Zeiten der actionreichen Armored-Fist-Serie und der simulationslastigen M1-Tank-Platoon-Spiele sind vorbei. Wer sich heute hinters Steuer der tonnenschweren Kampfkolosse schwingen will, muss sich meist mit simplen Fahr-und-Schieß-Einlagen wie jüngst im fünften Call of Duty begnügen. Dagegen wirkt die Panzersimulation WWII Battle Tanks: T-34 vs. Tiger schon fast anspruchsvoll, aber eben nur fast.

Als Kommandant eines russischen T-34 Panzers drängen Sie in dem Spiel vom Entwickler G5 Software im Jahre 1944 die deutschen Truppen aus Mütterchen Russland zurück. In der deutschen Kampagne übernehmen Sie dagegen die Kontrolle über einen Tiger-Panzer und ziehen im Verbund mit Infanterie und weiteren computergesteuerten Fahrzeugen gegen die Russen. Auf Zwischensequenzen müssen Sie während der langweilig präsentierten Feldzüge genauso verzichten wie auf einleitende Tutorial- oder Trainingsmissionen.

Drei Positionen stehen in jedem Panzer zur Auswahl. Als Fahrer treiben Sie die Motordrehzahl hoch, legen den richtigen Gang ein und steuern die Kettenroller über die weitläufigen Landschaften. Der Schütze übernimmt die fummelige, aber halbwegs realistische Waffenkontrolle. In der Rolle des Kommandanten geben Sie die Fahrtrichtung vor und weisen ihren Untergebenen neue Angriffsziele zu. Die informationsarme Benutzeroberfläche und eine begriffsstutzige KI machen den Job des Panzerchefs jedoch unnötig schwer. Fehlende Zielanzeigen sind zwar im Zweiten Weltkrieg durchaus wirklichkeitsnah, spielerisch sinnvoll wäre das Feedback trotzdem.

Simulationsfreunde kommen mit WWII Battle Tanks: T-34 vs. Tiger wahrscheinlich genauso wenig auf Ihre Kosten wie Actionfans. Die taktischen Möglichkeiten sind begrenzt, die Physik ist selten glaubwürdig. Bäume bringen das schwere Gerät beispielsweise problemlos zum Stillstand, bevor sie dann doch langsam umknicken. Durch Gebäude können Sie dagegen rücksichtslos und ohne Geschwindigkeitsverlust hindurch brettern. Sehr schön sieht das allerdings nicht aus, denn die Texturen und Effekte sind meist unterdurchschnittlich. Lediglich die Panzer selbst sehen dank Bumpmaps und Eigenschatten halbwegs ordentlich aus. Die Grafik bewegt sich trotzdem nur auf einem ähnlichen Niveau wie das inzwischen mehr als sieben Jahre alte Operation Flashpoint. Immerhin gaukeln die scriptgesteuerten Einheiten etwas Dynamik vor und sorgen für seltene, spannende Szenen, die durchaus Spaß machen – zur gelungenen Renaissance der Panzersimulationen reicht es jedoch nie.

Die angespielte Verkaufsversion stürzt bei uns regelmäßig ab und kann sich veränderte Tastenbelegungen nur bis zum nächsten Spielstart merken.

WWII Battle Tanks: T-34 vs. Tiger ist seit dem 21. November für 25 Euro zu haben.

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