Zur Konsole gezwungen? - Fabian Siegismunds Vatersorgen

Fabian Siegismund will seinem neugeboren Sohn ein gutes Vorbild sein und bleibt bei Tastatur und Maus - auch wenn er eigentlich keine Zeit mehr zum Freizeitzocken am PC hat.

von Fabian Siegismund,
07.12.2009 15:30 Uhr

Ich fürchte, ich werde Zielgruppe! Während ich das hier schreibe, bin ich noch ein eingefleischter PC-Gamer, verbringe die Wochenenden am liebsten vor dem Rechner und spiele mir die Augen rot. Aber wenn Sie das hier lesen, bin ich schon ein Anderer: Dann bin ich Vater eines kleinen Sohnes und habe nur noch deshalb rote Augen, weil ich vor Babygeschrei nicht mehr zum Schlafen komme.

Positive Konditionierung: Mit solchen leckeren Frühstückswaffeln in Tastaturform gewöhnen verantwortungsvolle Eltern ihren Nachwuchs früh an die richtige Spieleplattform.Positive Konditionierung: Mit solchen leckeren Frühstückswaffeln in Tastaturform gewöhnen verantwortungsvolle Eltern ihren Nachwuchs früh an die richtige Spieleplattform.

Fürs Freizeitzocken wird mir dann wohl nur noch wenig Zeit bleiben. Und bei ein, zwei Abendspielstunden pro Woche kann ich mich nicht mehr in komplizierte Echtzeit-Strategie reinfuchsen. Da ist es mir wahrscheinlich egal, wenn ein Shooter auf dämliches Dauergeballer hinausläuft, solange die Inszenierung stimmt. Beim Abspann eines langen Rollenspiels werde ich mich schon nicht mehr ans Intro erinnern können. Mods zu installieren wird mir dann zu kompliziert, und wenn ich Multiplayer-Gefechte will, freue ich mich über ein System, das mir die Server-Wahl abnimmt. Oh mein Gott, werde ich jetzt womöglich … Konsolenspieler?!

Nein! Ich will mich auch in Zukunft darüber aufregen, wenn ein Call of Duty keine Dedicated Server erlaubt! Ich will weiterhin schimpfen, wenn PC-Spieler wie eine Randgruppe behandelt werden, und ich will für immer, immer mit der Maus spielen! Es gibt nur eine Lösung: Mein Sohn wird die PC-Leidenschaft mit der Muttermilch einsaugen, mit seinem Vater LAN-Partys bestreiten und sogar einen Shooter-Clan gründen müssen. Und dann nennen wir uns: Zielgruppe.


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