AMD Radeon HD 7870

Grafikkarten   |   Datum: 05.03.2012
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AMD Radeon HD 7870 GHz Edition im Test

Teure Mittelklasse für 350 Euro

Mit der Radeon HD 7870 GHz Edition schnürt AMD ein sensationell gutes Paket. Wie sich die 350 Euro Karte im Konkurrenzvergleich schlägt, zeigt unser Test.

Von Hendrik Weins |

Datum: 05.03.2012


Zum Thema » AMD Radeon HD 7950 Sparsame High-End-Grafikkarte » AMD Radeon HD 7850 Die bessere Alternative? » Maximale Bildqualität Kantenglättung und Texturfilter Radeon HD 7870 ab 224,34 € bei Amazon.de AMD verlangt für die Radeon HD 7870 GHz Edition derzeit etwa 350 Euro. Damit liegt die Karte deutlich über dem Niveau einer Geforce GTX 570 (ab 280 Euro), die nach Aussage von AMD der Hauptkonkurrent der Radeon HD 7870 sein soll. In den eigenen Benchmarks bescheinigt AMD der Radeon HD 7870 eine Leistung, die bis zu 40 Prozent über der Geforce GTX 570 liegen und damit stellenweise auch einer Geforce GTX 580 gefährlich werden soll. Stutzig machte uns bei dieser Ankündigung, dass die wesentlich teurere Radeon HD 7950 (ab 400 Euro) ebenfalls in den Leistungsregionen einer Geforce GTX 580 liegt und sich damit in Schlagweite der Radeon HD 7870 befinden würde – so denn die Leistungsangaben von AMD für die Radeon HD 7870 stimmen. Wir verlassen uns jedoch nicht auf die Aussagen seitens AMD und machen unsere eigenen Benchmarks. In sechs Spielen testen wir die Radeon HD 7870 und vergleichen sie mit 24 Grafikkarten aus dem aktuellen Konkurrenzumfeld von 100 bis 500 Euro.

Nach der Radeon HD 7770 GHz Edition ist die Radeon HD 7870 GHz Edition die zweite Grafikkarte mit einem Referenztakt von 1.000 MHz und wird dementsprechend ebenfalls als »GHz Edition« beworben. Verhalf der hohe Chiptakt der HD 7770 aufgrund der stark beschnittenen Shader- und Textureinheiten noch zu keiner aufsehenerregenden Spieleleistung, soll das bei der HD 7870 anders sein. Denn die 350 Euro teure Grafikkarte soll laut AMD eine Geforce GTX 570 deutlich schlagen und einer Geforce GTX 580, immerhin noch Nvidias Top-Modell mit einem Grafikchip, gefährlich werden können. Der Preis von 350 Euro liegt deutlich über dem Niveau der Geforce GTX 570 und rund 40 Euro unterhalb einer Geforce GTX 580 (ab 390 Euro) oder Radeon HD 7950 (ab 400 Euro). Auch nach unten ist noch viel Platz, die ebenfalls heute vorgestellte Radeon HD 7850 kostet mit 250 Euro 100 Euro weniger, Geforce GTX 560 Ti (ab 180 Euro) oder Radeon HD 7770 (ab 140 Euro) sind nochmal wesentlich preiswerter.

Update März 2013: Gut ein Jahr nach Veröffentlichung der aktuellen Radeon- und Geforce-Generation haben wir das komplette Portfolio von AMD und Nvidia erneut getestet. Durch permanente Treiber-Optimierungen haben sich die Relationen der einzelnen Karten zueinander leicht verschoben, so dass die in diesem Artikel stehenden Benchmarks nicht mehr das aktuelle Leistungsgefüge abbilden. Ständig aktualisierte Benchmarks finden Sie im Artikel Die besten Grafikkarten.

AMD Radeon HD 7870 GHz Edition : AMDs Radeon HD 7870 kostet 350 Euro und läuft mit einem Standardtakt von 1.000 MHz. AMDs Radeon HD 7870 kostet 350 Euro und läuft mit einem Standardtakt von 1.000 MHz.

Die Radeon HD 7870 GHz Edition

Wie alle aktuellen Modelle der HD-7000-Serie basiert auch die Radeon HD 7870 auf der aktuellen AMD-Architektur »Graphics Core Next« (GCN). Damit unterstützt auch die HD 7870 PCI-Express 3.0, DirectX 11.1 und wird im 28-nm-Prozess gefertigt. Der Grafikchip (Codename »Pitcairn XT«) ist mit einer Größe von 212 mm² wesentlich kleiner als die Tahiti-Chips der Radeon HD 7950 oder Radeon HD 7970 (je 365 mm²), besitzt mit 2,8 Milliarden Transistoren aber auch weniger Schalteinheiten als die großen Geschwister mit 4,31 Milliarden Transistoren. Abgesehen von der geschrumpften Die-Größe und der verringerten Komplexität ähnelt die Radeon HD 7870 den Karten der HD-7900er-Serie stark. So verwenden beide Grafikkartenreihen gleich zwei Geometrie-Einheiten, um die Shader-Leistung massiv zu erhöhen.

Im direkten Vergleich zu den Vorgängermodellen hat sich die Leistungsfähigkeit in Crysis 2 dadurch um gut 50 Prozent verbessert. Mit einem Chiptakt von 1.000 MHz läuft die Radeon HD 7870 sogar 75 MHz schneller als die gut 500 Euro teure Radeon HD 7970 (925 MHz), die Speichergeschwindigkeit liegt mit 4.800 MHz allerdings leicht unter den 5.000 MHz einer Radeon HD 7950. Große Unterschiede gibt es hingegen bei der Anzahl der Shader-Einheiten: Von den 2.048 Shadern einer HD 7970 ist die Radon HD 7870 mit ihren 1.280 Rechenwerken weit entfernt. Auch bei den Textureinheiten wurde leicht gespart, statt 112 wie bei der HD 7950 sind es nun nur noch 80. Die Speicherbandbreite liegt mit 153,6 GByte/s weit unter den 240 GByte/s der HD 7950. Das liegt aber nicht an der leicht niedrigeren Taktfrequenz des 2,0 GByte großen Videospeichers, sondern am von 384 Bit auf 256 Bit gestutzten Speicherinterface der HD 7870. In der Praxis sollte die HD 7870 also vor allem in hohen Auflösungen und mit aktivierter Kantenglättung hinter die HD 7950 zurückfallen.

Gegenüber den günstigeren Modellen wie der Radeon HD 7770 steht die Radeon HD 7870 hingegen ausgesprochen gut dar. Zwar laufen beide Karten mit identischem Chiptakt, die restlichen technischen Details der HD 7970 übertrumpfen die HD 7770 hingegen jeweils um den Faktor zwei. So besitzt die HD 7870 ein doppelt so breites Speicherinterface sowie zweimal so viele Shader-Einheiten und mit 2,0 GByte auch doppelt so viel Grafikspeicher. Starke Einbrüche oberhalb der Full-HD-Auflösung wie bei der HD 7770 erwarten wir also nicht und auch die Leistung mit Kantenglättung wird die der HD 7770 deutlich übersteigen.

Radeon HD 7950

Radeon HD 7870

Radeon HD 7850

Radeon HD 7770

Grafikchip

Tahiti Pro

Pitcairn XT

Pitcairn Pro

Cape Verde

Fertigungsprozess

28 nm

28 nm

28 nm

28 nm

Chip-Takt

800 MHz

1.000 MHz

860 MHz

1.000 MHz

Shader-Takt

800 MHz

1.000 MHz

860 MHz

1.000 MHz

Shader-Einheiten

1.792

1.280

1.024

640

GDDR5-Speicher

3.072 MByte

2.048 MByte

2.048 MByte

1.024 MByte

Speichertakt (effektiv)

5.000 MHz

4.800 MHz

4.800 MHz

4.500 MHz

Speicher-Interface

384 Bit

256 Bit

256 Bit

128 Bit

Speicherbandbreite

240 GByte/s

154 GByte/s

154 GByte/s

72 GByte/s

Stromverbrauch Volllast (TDP)

225 Watt

175 Watt

130 Watt

80 Watt

Stromverbrauch Leerlauf (TDP)

15 Watt

3 Watt

3 Watt

3 Watt

Preis

400 Euro

350 Euro

250 Euro

130 Euro

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Avatar Butch3rify
Butch3rify
#1 | 05. Mrz 2012, 06:56
wäre mal toll wenn ihr die neuen Karten mit den "älteren" vergleicht...hab da völlig den Überblick verloren und könnte jetz nich mal sagen ob meine HD5870 immernoch gut oder inzwischen schlecht ist..
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Avatar Cd-Labs: Radon Project
Cd-Labs: Radon Project
#2 | 05. Mrz 2012, 07:23
Zitat von Butch3rify:
wäre mal toll wenn ihr die neuen Karten mit den "älteren" vergleicht...hab da völlig den Überblick verloren und könnte jetz nich mal sagen ob meine HD5870 immernoch gut oder inzwischen schlecht ist..


Wird doch im Test durchgehend gemacht, sowohl bei Performance, als auch beim Verbrauch!
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Avatar Butch3rify
Butch3rify
#3 | 05. Mrz 2012, 08:07
Zitat von Cd-Labs: Radon Project:


Wird doch im Test durchgehend gemacht, sowohl bei Performance, als auch beim Verbrauch!


huch^^
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Avatar Trackliner
Trackliner
#4 | 05. Mrz 2012, 08:57
Hm, klingt nicht schlecht. Die Karte für mit nem anderen Lüfter für um die 200 euro, dann ist sie gekauft. Im Durchschnitt 72% schneller als meine 6850 da lohnt sich das aufrüsten.
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Avatar clinteastwood
clinteastwood
#5 | 05. Mrz 2012, 09:00
Warum testet die Gamestar bei dem Referenzdesign überhaupt den Lüfter, wenn sowieso klar ist, dass es so niemals in den Handel gelangt und die Lüftung bei den Partnerkarten dann immer besser ist. So werden manche Kunden nur in die Irre geführt.
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Avatar Hendrik Weins
Hendrik Weins
#6 | 05. Mrz 2012, 09:44
Zitat von clinteastwood:
Warum testet die Gamestar bei dem Referenzdesign überhaupt den Lüfter, wenn sowieso klar ist, dass es so niemals in den Handel gelangt und die Lüftung bei den Partnerkarten dann immer besser ist. So werden manche Kunden nur in die Irre geführt.


Wir testen die Karten so, wie sie uns vom Hersteller geschickt werden. Zumal das Referenzdesign durchaus so auf den Markt kommen kann, wie im Fall der HD 7900.
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Avatar Kehool
Kehool
#7 | 05. Mrz 2012, 11:49
Zitat von Trackliner:
Die Karte für mit nem anderen Lüfter für um die 200 euro, dann ist sie gekauft.


da wirst du aber noch eine weile warten müssen bis die karte für 200€ angeboten wird... falls das jemals passieren sollte
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Avatar Kehool
Kehool
#8 | 05. Mrz 2012, 11:54
wieso wird "kein backup bios" also negativ punkt aufgeführt? das ist meines wissens nach keineswegs standard... wenn überhaupt sollte dieses bei vorhandensein als positivpunkt aufgeführt werden

bei der 7850 wird das fehlende backup bios nicht kritisiert... etwas mehr konsistenz bei euren tests wäre wünschenswert
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Avatar Jimknils
Jimknils
#9 | 05. Mrz 2012, 12:17
Danke für den Test. Fällt der Preis der Nichtreferenzkarten bei (höherer) Verfügbarkeit, eine sehr interessante Karte.

Würde mich aber auch über mehr Transparenz der Tests freuen. Ich kann schon nachvollziehen, dass ihr eine einheitliche Bewertung vergeben wollt. Aber gerade hier wäre doch mal (wieder?) ein Special "So testet GameStar" interessant, in dem ihr zentral das Testsystem, Benchmarks und vor allem die "Notenschlüssel" erklärt und einen Standard definiert, um bei jedem Test die "Warum ist das ein Minus-/Pluspunkt" etc. zuvorzukommen.
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Avatar Kehool
Kehool
#10 | 05. Mrz 2012, 13:34
Zitat von Black_Shadow:
naja ich denk mal mit meiner geflanschten radeon hd 6970 bin ich noch gut dabei waren doch die 220 e wert die r 7850 häng ich noch ab nur das die so viel sparsamer sind finde ich echt geil


bin gerade am überlegen wo man bei einer grafikkarte sinnvoll einen flansch anbringen könnte :)
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