Die kalifornische Firma Razer benennt praktisch alle Ihre Mäuse nach Schlangenarten. Auch die nach der Kaiserboa benannte Razer Imperator 2012 bildet da keine Ausnahme. Gegenüber dem Vorgänger Razer Imperator hat Razer die Imperator 2012 um einen 1.800-dpi-Infrarot-Sensor erweitert, der den 5.600-dpi-Laser ergänzt – werbewirksam spricht Razer von insgesamt 6.400 dpi. Der Infrarot-Sensor soll den Laser unterstützen, indem er die Charakteristik des Untergrundes erfasst und dem Laser dabei hilft, sich optimal auf die jeweilige Unterlage einzustellen. Daher sollten Sie die Maus beim Anstecken an den USB-Port auch bereits auf Ihrem Mauspad liegen haben, da sich die Sensor-Kombo bei jedem Anstöpseln neu kalibriert. Mit einem Preis von etwa 80 Euro liegt die Imperator 2012 preislich deutlich über Konkurrenten wie der Roccat Kone+ (ab 60 Euro), der Steelseries Xai (ab 55 Euro)oder der Logitech G9x (ab 45 Euro). Im Test der Razer Imperator 2012 klären wir für Sie, ob sich die Produktpflege ausgezahlt hat.

Razer Imperator 2012 :

Präzision

Der Laser der ersten Imperator-Generation schwächelte auf Glasunterlagen oder Mauspads aus transparentem Plastik. Der zur Unterstützung des Lasers hinzugekommene optische Sensor löst dieses Problem nicht und auch die neueste Auflage der Imperator hat arge Probleme mit den genannten Unterlagen. Der Mauszeiger springt wild hin und her, teilweise reagiert er überhaupt nicht auf unsere Eingaben. Alle anderen und weit gängigeren Materialien bereiten der Maus aber keinerlei Probleme, hier ist die Präzision, wie von der mit dem identischen Laser-Sensor ausgestatteten Razer Mamba gewohnt, ausgezeichnet. Der zusätzliche optische Sensor bietet dennoch einige Vorteile. Besonders interessant ist die duale Abtastung für »Low-Sens«-Spieler, die mit niedriger Zeigergeschwindigkeit spielen und den Nager daher häufig umsetzen – etwa bei schnellen Schwenks und Drehungen um die eigene Achse. Mit Hilfe eines einfachen Konfigurationstool definieren Sie bei der Imperator 2012 nämlich, wie weit Sie die Maus vom Pad heben möchten, bis der Mauszeiger nicht mehr auf Bewegungen reagiert. In unserem Praxistest funktioniert das problemlos, selbst wenn wir die Maus nur minimal anheben, bleibt der Cursor ruhig. In der maximalen Einstellung müssen Sie die Maus dagegen deutlich weiter vom Pad entfernen als in der niedrigsten Einstellung. Insgesamt gefällt uns die Imperator im Test sehr gut. Das Sensoren-Team reagiert verzögerungsfrei und extrem präzise auf alle Eingaben, egal ob hektische Schlenker oder pixelgenaues Zielen. Shooter-Freunde stellt die Imperator damit genauso zufrieden wie Strategie- oder Rollenspiel-Fans.

Auch die Maustasten hinterlassen durchweg einen positiven Eindruck, die taktile und akustische Rückmeldung ist ausgezeichnet. Die Tasten lassen sich ohne viel Kraftaufwand betätigen, bleiben aber dennoch ausreichend schwergängig, um Fehleingaben zu vermeiden. Die Daumentasten gefallen uns ebenfalls sehr gut, da sie sich mit Hilfe einer an der Unterseite angebrachten Mechanik in mehreren Stufen zwischen Front und Rückseite der Maus verschieben lassen und so auch für unterschiedlich große Hände stets perfekt erreichbar sind. Einzig die Rasterung vom Mausrad ist ein wenig leichtgängig, bei allzu forscher Betätigung landeten wir vereinzelt bei der falschen Waffe.

Ausstattung und Technik

Austauschbare Gewichte suchen Sie zwar vergeblich, ansonsten ist die Imperator aber flexibel. Alle sieben Tasten lassen sich frei belegen, dazu können Sie Makros erstellen und diese im internen Speicher ablegen. So nutzen Sie die Imperator mit Ihren persönlichen Einstellungen auch an anderen PCs, auf denen der Razer-Treiber nicht installiert ist. Bei unserem Testexemplar mussten wir den Treiber von der Razer-Webseite laden, da kein Datenträger beilag.

Mausrad und Mausrücken sind blau beleuchtet, im Treiber können Sie die Beleuchtung aber komplett oder teilweise deaktivieren. Gut gefallen hat uns auch das »OSD-Feature«, das Ihnen auf Wunsch die aktuelle Abtastrate für einige Sekunden direkt auf dem Bildschirm einblendet.

Treiber

Razer Imperator 2012 : Im »Assign Buttons«-Reiter belegen Sie die sieben Maustasten nach Wunsch.

Assign Buttons
Im »Assign Buttons«-Reiter belegen Sie die sieben Maustasten nach Wunsch.

Ergonomie und Verarbeitung

Wie schon Ihr Vorgänger liegt die Imperator 2012 sehr angenehm in rechten Händen. An der Ergonomie der ursprünglichen Version hat Razer nichts geändert, lediglich die Daumenmulde besitzt nun eine Gummierung und bietet so einen besseren Halt. Alle Tasten sind gut erreichbar, mit Ausnahme der dpi-Umschalter, die hinter dem Mausrad platziert sind – um sie zu betätigen, müssen Sie umgreifen. Das Gehäuse der Maus ist vergleichsweise kompakt und am besten für kleine oder mittelgroße Hände geeignet. Spieler mit großen Händen, die gerne ihren Handballen auf der Maus ablegen, dürften Razers neuen Nager dagegen eher als zu klein empfinden. Die Verarbeitung macht einen guten Eindruck. Störende Kanten oder ungleiche Spaltmaße konnten wir an unserem Testmuster nicht finden. Die leicht angeraute Oberfläche fühlt sich in Kombination mit der gummierten Daumenmulde auch nach langen Spiele-Sessions noch gut an.