Internet : Wie berichtet, versucht YouTube durch die Bitte, echte Namen bei Beiträgen auf dem Videoportal zu verwenden, vor allem die Kommentare von Trollen zu befreien. Zweifel an dem Erfolg der bisher rein freiwilligen Nennung von Klarnamen gab es von Anfang an, doch ein Versuch aus Südkorea scheint sogar den Erfolg von Zwangsmaßnahmen zu widerlegen.

Dort gab es ein Gesetz, das insgesamt 146 Webseiten mit mehr als 100.000 Nutzern dazu verpflichtete, dort nur Klarnamen zuzulassen. Wie Techcrunch meldet, wurde dieses Gesetz jedoch wegen Erfolglosigkeit wieder aufgehoben. Der Zwang, echte Namen zu verwenden, senkte die Anzahl von Kommentaren mit ausfälligen oder boshaften Inhalten innerhalb eines Jahres gerade einmal um 0,9 Prozent. Nur »Fluchen« und ähnliches Verhalten sank um 30 Prozent, vor allem bei Nutzern, die kaum Kommentare schreiben. Vielschreiber ließen sich jedoch von den neuen Regeln nicht beeindrucken.

Ohnehin fielen nur 13 Prozent der Beiträge in unerwünschte Kategorien. Als negative Nebeneffekte dienten die betroffenen Webseiten Hackern als Quelle für echte Namen und benachteiligten koreanische Webseiten gegenüber internationalen Angeboten wie Facebook. Aus den Erfahrungen in Südkorea lassen sich also kaum Argumente für die Nutzung von Klarnamen herleiten, die auch von einigen Politikern in Europa immer wieder gefordert wird.