Google und IT-Branche : Google zeigt nach der Brexit-Abstimmung einen Trend aus Großbritannien, sich darüber zu informieren, was die EU überhaupt ist. Google zeigt nach der Brexit-Abstimmung einen Trend aus Großbritannien, sich darüber zu informieren, was die EU überhaupt ist.

Normalerweise sollte man bei einem derart wichtigen Thema wie dem Austritt aus der Europäischen Union und einem sehr hart geführten Wahlkampf davon ausgehen, dass sich die Bürger Großbritanniens in den Wochen vor der Entscheidung ausreichend informiert haben. Inzwischen gibt es im Web viele Stimme von Briten, die rein aus Protest gegen »die da oben« mit »Leave« gestimmt haben, da sie der Ansicht waren, dass dafür ohnehin keine Mehrheit zustande kommt. Nun sind sie selbst geschockt über das Ergebnis.

Wie viele Briten sich quasi aus Versehen oder Trotz aus der EU gestimmt haben und nicht aus Überzeugung, ist natürlich nicht bekannt, doch Google hat einige Stunden nach dem Bekanntwerden des Resultats die Trends bei der Websuche aus Großbritannien veröffentlicht. Demnach informierten sich viele Briten erst nach der Abstimmung darüber, was es für Folgen hätte, die EU zu verlassen, was die Europäische Union überhaupt ist und welche Länder Mitglieder der EU sind. Ein weiterer Trend zeigt, dass ausgerechnet aus England, wo die Leave-Kampagne die Mehrheit hatte, Anfragen dazu kommen, was die EU eigentlich ist. In Schottland laufen bereits Vorbereitungen für ein neues Abspaltungs-Referendum, das das Ende des »United Kingdom« einleiten könnte. Dort hatte eine sehr klare Mehrheit für einen Verbleib in der EU gestimmt.

Google und IT-Branche : Nur in England mit einer Leave-Mehrheit wollte man nach der Abstimmung wissen, was die EU überhaupt ist. In Schottland hatte das Stay-Lager eine sehr deutliche Mehrheit, ebenso in Nordirland. Nur in England mit einer Leave-Mehrheit wollte man nach der Abstimmung wissen, was die EU überhaupt ist. In Schottland hatte das Stay-Lager eine sehr deutliche Mehrheit, ebenso in Nordirland.

Die tatsächlichen Folgen der Abstimmung für Europa und Großbritannien werden wohl erst in den nächsten Jahren deutlich, doch die britischen IT-Unternehmen, die in der EU tätig sind, haben schon jetzt darunter zu leiden, dass das britische Pfund aufgrund des Brexit schlagartig an Wert verloren hat. Instabile Kurse machen eine Kalkulation bei neuen Aufträgen kaum möglich. Nach einem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU wird es für viele Unternehmen nur schwer möglich sein, ihre Dienste in der EU so wie jetzt anzubieten. Auch für Angestellte, die jetzt im EU-Raum Freizügigkeit genießen, und für britische IT-Unternehmen arbeiten, wird der Brexit dann zum Problem.

In Deutschland wird ebenfalls über die Folgen diskutiert. Hier befürchtet man die gleichen Probleme für deutsche Unternehmen und Arbeitnehmer. Ein zersplitterter Markt sei außerdem nicht konkurrenzfähig mit den USA oder China. Wie schwer Verhandlungen der EU mit Nicht-EU-Ländern beispielsweise im Bereich Datenschutz sind, zeigen auch die schwierigen Verhandlungen mit den USA zum sogenannten Privacy-Shield-Abkommen. Für viele deutsche Internet-Nutzer wird nach einem Brexit beispielsweise auch das Einkaufen bei Amazon UK, bis jetzt auch eine beliebte Quelle für Spiele, Filme oder Bücher, wohl nicht mehr so einfach oder günstig sein. Die IT-Branche sieht aktuell nur einen möglichen Vorteil des britischen Ausstiegs. Startups, die in der EU tätig sein wollen, werden künftig wohl eher in Berlin gegründet als wie bisher vor allem in London.