Hardware-News

Aktuelle Nachrichten rund um PC-Hardware, Grafikkarten, Windows und Internet.

Intel - Erste Lieferungen der 48-Kern-CPU (Update)

Intel hat gestern einen funktionierenden Prozessor mit 48 Kernen vorgeführt, der die Bezeichnung »Single Chip Cloud Computer« (SCC) erhalten hat.

Von Georg Wieselsberger |

Datum: 03.12.2009; 11:29 Uhr


Intel : Intel CPU mit 48 Kernen Intel CPU mit 48 Kernen Der Prozessor wurde im 45nm-Verfahren hergestellt und ist 567 mm² groß. Die Kerne sind laut Intel IA-32-Kerne, was nichts anderes bedeutet als »Intel-Architektur 32-Bit«. Das wiederum ist nur eine andere Bezeichnung für x86-Prozessoren. IA-64 ist beispielsweise eine ganz neue Architektur für bisher nicht erfolgreiche Itanium-Prozessoren von Intel.

Der 48-Kerner kann vier DDR3-Speicherkanäle ansprechen, der Ausbau kann maximal 64 GByte betragen. Die Kerne kommunizieren untereinander über ein Netzwerk mit einer Geschwindigkeit von 256 GByte/s. Intern ist der Prozessor aus 24 Kacheln aufgebaut, die jeweils einem Dual-Core entsprechen, an die ein Router für das erwähnte Netzwerk angeschlossen ist.

Etwas erinnert der Aufbau aus Dualcores, die einen gemeinsamen Bereich – hier der Message Buffer und einen Router – teilen, an Bulldozer, die nächste Desktop-Architektur von AMD. Doch der SCCC ist nicht für den Desktop gedacht, sondern soll vorerst nur dazu dienen, derartige Konzepte zu erforschen. Aus diesem Grund erhalten einige Universitäten und Firmen den Chip, der im Ruhezustand nur 25 Watt und bei Volllast 125 Watt benötigt. Ziel von Intel ist es, irgendwann Prozessoren mit »Hunderten von Kernen« anzubieten.

Die Technik werde dann auch irgendwann in ganz normalen Rechnern eingesetzt, so wie Airbags und ABS oder elektronische Motorsteuerung letztlich auch den Weg in alle neuen Autos fanden, so Justin Rattner, der Technik-Chef von Intel auf der Webseite des Projektes.

Update 06.02.2009

Intel wird auf der International Solid State Circuits Conference (ISSCC) weitere Informationen zu seiner 48-Kern-CPU preisgeben. Der sogenannte Single-Chip Cloud Computer (SCCC), der x86-kompatibel ist und im 45nm-Verfahren hergestellt wird, soll angeblich mit einer Taktfrequenz von 1 GHz arbeiten.

Allerdings ist der Prozessor so aufgebaut, dass die Kerne je nach Bedarf mit unterschiedlichen Taktraten und Spannungen betrieben werden können. Wie Ars Technica meldet, handelt es sich aber nach wie vor um einen Prototypen, mit dem Intel nur neue Techniken testen will. Da auf jedem Kern ein eigenes Betriebssystem laufen kann, stellt der SCCC im Grunde ein PC-Netzwerk auf einem Chip dar.

Update 08.04.2010

Intel wird noch in diesem Quartal geringe Stückzahlen der 48-Kern-Prozessoren an Forschungsinstitute verteilen. Seit der Vorstellung hat Intel bei der Entwicklung der 48-Kerner offensichtlich Fortschritte gemacht, denn die Taktfrequenz soll nun ungefähr der eines Intel Atom entsprechen, der meistens 1,6 GHz schnell ist. Die ersten Samples des 48-Kern-Prozessors erreichten nur 1 GHz.

Die CPU gilt weiterhin als reines Forschungsprojekt. Die gewonnenen Erkenntnisse wird Intel aber ziemlich sicher in seine künftigen Prozessoren einfließen lassen. Forscher vermuten, dass die neu entwickelten Stromsparfunktionen, die wegen der vielen Kerne der Experimental-CPU notwendig waren, schon in naher Zukunft in den kommerziellen Intel-Prozessoren Verwendung finden. Eine Mischung aus Hardware und Software sorgt dafür, dass die 48 Kerne ihre Versorgungsspannung, Taktfrequenz und Aktivität genau der benötigten Leistung anpassen.

Täglich aktuelle Hardware-News? Jetzt Newsletter bestellen!

Diesen Artikel:   Kommentieren (43) | Drucken | E-Mail
FACEBOOK:
TWITTER:
 
WEITERE NETZE: Weitersagen
Sagen Sie Ihre Meinung (» alle Kommentare)
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten!
» Zum Login

Sie sind noch nicht in der GameStar-Community angemeldet?
» Zur kostenlosen Anmeldung
Erster Beitrag  |  » Neuester Beitrag
1 2 3 ... 5 weiter »
Avatar geisst
geisst
#1 | 03. Dez 2009, 11:38
Hört sich alles schön und gut an. Die Frage ist aber, von wie vielen Kernen Programme/Spiele wirklich Leistungsmäßig profitieren. Kann sein, dass der Leistungszuwachs mit 11 Kernen nicht so groß ist wie mit 10.
rate (19)  |  rate (9)
Avatar chaosgod
chaosgod
#2 | 03. Dez 2009, 11:58
heute bringen so viele kerne bei spielen und programmen rein garnix ^^

steht ja aber auch oben. dass der proz. für die forschung gemacht wurde. diese programme unterstützten sowas problemlos.

wie es in nen paar jahren mit dem multicore aussieht sei mal dahingestellt.

wobei ich so nen 48 kern gerne für unsere server hätte -_- die kommen einfach net hinterner :D
rate (5)  |  rate (9)
Avatar Thinkle2
Thinkle2
#3 | 03. Dez 2009, 12:08
Zitat von geisst:
Hört sich alles schön und gut an. Die Frage ist aber, von wie vielen Kernen Programme/Spiele wirklich Leistungsmäßig profitieren. Kann sein, dass der Leistungszuwachs mit 11 Kernen nicht so groß ist wie mit 10.


ist der letzte satz eine frage? versteh den inhalt nicht so wirklich.

ich denke mal, dass das da irgendwie auch eine art larabee ist, immerhin besteht der larabee auch bloß aus zusammengeschalteten kernen und das intel den forschungsaufwand nicht brach liegen lässt, selbst wenn der larabee heutzutage floppen sollte, dürfte jedem klar sein.

wenn das, was intel da vorschlägt, realität werden sollte und in 10 oder 15 jahren diese teile da standard sind, werden die dann in der gamerausführung wieder die grafikberechnung mit übernehmen können und zusatzkarten wegfallen?
vorstellbar wäre, dass der gamerchipsatz eine wesentlich schnellere verbindung zwischen ram und der "mulitpurpose-processing-unit" besitzt als die office-version und die spieleleistung des teils bloß noch von der kernezahl und des taktes und cache pro kern abhängt.

das ganze sollte vor allem AMD im auge behalten, wenn sie nicht irgednwann komplett in die röhre gucken wollen.
rate (2)  |  rate (9)
Avatar sahvg
sahvg
#4 | 03. Dez 2009, 12:32
48 kerne wow! wie hoch sind die kerne getaktet?
rate (11)  |  rate (4)
Avatar pc-ente
pc-ente
#5 | 03. Dez 2009, 12:56
@Thinkle2

Für Spiele/3D benötigt man sinnvollerweise aber Recheneinheiten, die Vektoren schneller berechnen, als diese realtiv alte Technologie von IA32 bzw. CPU only. Das Ding nützt zukünftigen Betriebssystemen oder vielen offenen Programmen (auch Tabs). Threads lassen sich besser verteilen. Die Taktrate ist für diese Versuchs-CPU unerheblich (sie steht nicht auf der Projektseite). Ich vermute 1-2 GHz wie der Atom.
rate (1)  |  rate (0)
Avatar Chriss0r
Chriss0r
#6 | 03. Dez 2009, 13:16
Also das Spiele Programme jetzt noch nicht viel von so einer großen Menge an Kernen haben mag sein.
Obwohl auch die CryEngine3 Beliebig viele Cores ansprechen kann wenn man verschiedene Aufgaben zuteilt.

Ich erhoffe mir mal davon das dadurch mal sowas wie eine native multicore Unterstützung entwickelt wird. So dass zb das Betriebssystem oder ein Treiber die volle Leistung aufteilt.
rate (3)  |  rate (0)
Avatar squieky
squieky
#7 | 03. Dez 2009, 13:46
Bald wird es keine Heizungen mehr geben...
rate (11)  |  rate (12)
Avatar schattenseele
schattenseele
#8 | 03. Dez 2009, 13:56
sowas is generell vom technologischen aspekt interessant, vom kommerziellen wohl noch nicht.
rate (3)  |  rate (0)
Avatar Abilify
Abilify
#9 | 03. Dez 2009, 14:23
Dürfte vor allem für Server Verwendung finden, da laufen ja viele Betriebssysteme gleichzeitig in der VM.
rate (3)  |  rate (1)
Avatar Artemis Fowl
Artemis Fowl
#10 | 03. Dez 2009, 14:41
hatte AMD nicht schon vor 3 jahren mal so einen prototyp mit 60 kernen oder sowas?
rate (6)  |  rate (2)
1 2 3 ... 5 weiter »


PROMOTION
Nichts verpassen!
 
Sie sind hier: GameStar > Hardware > News > CPU > Intel
top Top
Suchen
GAMEPRO MEDIA © IDG Entertainment Media GmbH - alle Rechte vorbehalten GAMEPRO MEDIA