AMD Bulldozer-CPU : AMD Logo AMD Logo Während bei Intel bei fast jeder neuen CPU-Generation oder –Variante wegen eines anderen Sockels auch ein neues Mainboard notwendig wird, zeichnet sich AMD durch eine enorme Langlebigkeit der diversen Plattformen aus. Aktuelle AMD-Prozessoren für den Sockel AM3 und DDR3-Speicher funktionieren auch auf vielen Mainboards mit dem älteren AM2-Sockel und DDR2-Speicher.

Wie Fudzilla meldet, wird die nächste AMD-CPU-Generation »Bulldozer« einen Sockel mit der Bezeichnung AM3 R2 verwenden und damit zumindest auf den aktuellen AM3-Sockel aufbauen. Doch die Tatsache, dass eine nur leicht ergänzte Sockel-Bezeichnung verwendet wird, könnte darauf hindeuten, dass die Bulldozer-Prozessoren mit aktuellen AM3-Mainboards grundsätzlich kompatibel sind.

Für diese Vermutung gibt es auch ein historisches AMD-Beispiel: wie beim Wechsel von Sockel AM2 auf AM2+ wäre denkbar, dass neue Prozessoren auch im älteren Sockel funktionieren, aber einige neue Funktionen nicht unterstützt werden. Da AMD auch Bulldozer-CPUs mit acht Kernen plant, könnte der neue Sockel vielleicht auch nur für diese Versionen notwendig werden. Genauere Informationen dazu gibt es leider noch nicht.

Update 17.07.2010

Im Rahmen einer Telefonkonferenz mit Investoren hat AMD-Chef Dirk Meyer bekanntgegeben, dass das »Tape Out« der neuen Bulldozer-Prozessoren bereits im 2. Quartal des Jahres stattgefunden hat. Damit sind die Prozessoren zumindest theoretisch produktionsreif, auch wenn anhand der ersten hergestellten Muster üblicherweise noch Fehler korrigiert und die Herstellungsprozesse selbst optimiert werden.

Anhand der Aussage von Meyer wird nicht klar, ob AMD erst im Juni oder vielleicht schon im April das Design der neuen CPUs fertiggestellt hat, doch AMD verspricht noch in diesem Halbjahr die ersten Samples der Desktop- und Server-Versionen auszuliefern. Die neuen Prozessoren werden nach bisherigen Planungen aber erst nächstes Jahr erscheinen.

Update 04.08.2010

Von einer neuen Prozessor-Architektur erwartet man stets einen Leistungssprung. Da AMD mit »Bulldozer« erstmals seit Jahren wieder grundlegende Veränderungen an den CPU-Kernen vornimmt, sind die Erwartungen in diesem Fall bei vielen Beobachtern recht groß.

Doch der Leistungssprung könnte im Vergleich zu den aktuellen Phenom II-Prozessoren kleiner ausfallen als es sich viele erhoffen. John Fruehe, der Leiter des Marketings für den Server- und Workstation-Bereich von AMD, machte nun laut Donanimhaber erstmals Angaben zu der Leistung von Bulldozer.

AMD geht demnach davon aus, dass die Bulldozer-Prozessoren bei 33% mehr Kernen 50% mehr Leistung bieten und nannte als Beispiel dafür einen aktuellen 12-Kern-Opteron 6100 und einen 16-Kern-Prozessor auf Bulldozer-Basis. Dieses Beispiel dürfte wohl auch einem aktuellen Phenom II X6 und einem Bulldozer-Achtkerner entsprechen.

Die Leistung eines CPU-Kerns scheint sich also nicht sprunghaft zu erhöhen, allerdings spielt auch der CPU-Takt eine Rolle. Sollten die neuen Bulldozer-Prozessoren deutlich höhere Taktraten besitzen und dazu eine verbesserte Leistung pro Kern bieten, ergäbe das natürlich ein ganz anderes Bild als die reine Leistungsverbesserung aufgrund der neuen Architektur.