Spiele-PC zusammenbauen : Den eigenen PC zusammen zu schrauben, macht Spaß und spart Geld, da eventuell noch vorhandene Komponenten weiter verwendet werden können. Den eigenen PC zusammen zu schrauben, macht Spaß und spart Geld, da eventuell noch vorhandene Komponenten weiter verwendet werden können.

Den eigenen PC zu bauen ist nicht schwer, aller Anfang dagegen sehr. Sprichworte abzuwandeln, gilt zwar im Allgemeinen nicht als sprachliche Glanzleistung, trifft in diesem Fall aber doch den Kern: Wenn Sie einmal wissen, wie die einzelnen Komponenten ineinander greifen, können Sie sich bei später eventuell auftretenden Problemen meist ganz allein helfen. Bevor Sie jetzt die nächste Seite aufschlagen und sofort drauf losschrauben, sollten Sie zunächst wichtige Vorarbeiten durchführen. Die dauern nicht lange, sparen aber vor allem Einsteigern am Ende viel Zeit und Ärger.

Zum Thema » Die besten Selbstbau-PCs Fünf Selbstbau-Vorschläge ab 500 Euro » Mainboard-Bios Einstellungen erklärt » Windows 7 installieren Schritt für Schritt Besonders wichtig ist ein ausreichend großer und vor allem heller Arbeitsplatz. Halten Sie zudem ein paar Schachteln oder Boxen bereit, um Schrauben vernünftig ablegen zu können – gerne rollen die in unerreichbare Ecken und müssen dann wieder nervenaufreibend gesucht werden. Auf keinen Fall sollten Sie zudem auf dem Teppich schrauben. Viele Textilfasern können sich elektrostatisch aufladen, und PC-Komponenten können durch entsprechende Entladungen Schaden nehmen. Greifen Sie zur Sicherheit vor den Arbeiten an eine Heizung, um sich selbst zu erden und etwaige elektrostatische Aufladungen loszuwerden. Wer überhaupt kein Risiko eingehen will, kauft sich ein Statikschutzarmband, über das Sie sich permanent mit der Erde verbinden – in Fabriken, die PC-Komponenten herstellen, gehört das zur Pflichtausrüstung. Aus unserer Erfahrung ist das im Alltag aber nicht notwendig.

Lesen Sie sich unsere Anleitung vor dem Start einmal komplett durch. Dadurch bekommen Sie eine bessere Vorstellung davon, warum wir zum Beispiel zuerst den Prozessor samt Kühler und den Arbeitsspeicher auf das Mainboard bauen und nicht das nackte Mainboard ins Gehäuse. In der Reihenfolge, in der wir den Einbau beschreiben, gehen wir selbst auch vor. Dazu gehört auch, das Mainboard mit den empfindlichen Kontakten an der Unterseite nicht einfach auf den Schreibtisch zu legen, sondern eine leicht nachgiebige Unterlage zu verwenden. Natürlich aus einem Material, das immun ist gegen elektrostatische Aufladung. Praktisch und in jedem Haushalt vorhanden sind dickere Printmagazine – beispielsweise eine aktuelle GameStar-Ausgabe.

Spiele-PC zusammenbauen : Unser Beispielgehäuse ist das NZXT Phantom. Unser Beispielgehäuse ist das NZXT Phantom. Da die meisten PC-Komponenten beziehungsweise deren Abmessungen und Befestigungsmechanismen standardisiert sind, lässt sich unsere Anleitung auf andere Gehäuse, Mainboards oder Grafikkarten übertragen. Dennoch gibt es leider keine Garantie, dass ein bestimmter Prozessorkühler auf jede Hauptplatine mit dem dazugehörigen CPU-Steckplatz passt – obwohl er für den entsprechenden CPU-Sockel freigegeben ist. Weil viele Hersteller die Standards bis an die Grenzen ausreizen, treffen immer mal wieder zwei Extreme aufeinander, die sich zwar einzeln noch so gerade im Rahmen des Erlaubten bewegen, zusammen aber nicht funktionieren. Um solche Einzelfälle zu vermeiden, hilft nur das Lesen von Tests oder Forenbeiträgen.

Doch auch wenn Sie wissen, dass Ihre Komponenten miteinander harmonieren, sollten Sie nicht blind unserer Anleitung folgen. Mitunter hat der Hersteller bestimmte Anschlüsse anders positioniert oder die Montage des Gehäuses folgt einem anderen Schema. So unpopulär es auch ist: Nehmen Sie sich die Zeit, und gleichen Sie die Anleitung der jeweiligen Komponente mit unserer ab. Auch hier lohnt es sich, am Anfang etwas mehr Zeit zu investieren – wenn Sie dann wirklich mit dem Schrauben beginnen, sind die meisten Eventualitäten geklärt und Sie sparen sich unnötigen Stress.

Falls Ihr neuer PC nach dem Zusammenbau wider Erwarten nicht starten sollte – keine Panik. Wahrscheinlich haben Sie nur vergessen, ein Stromkabel anzuschließen, den Netzschalter umzulegen oder die Grafikkarte sitzt nicht richtig in ihrem Steckplatz. Kontrollieren Sie nochmals alle Steckverbindungen und Anschlusskabel. Falls der Rechner trotz eines tadellosen Zusammenbaus und einer einwandfreien Verkabelung nicht startet, brauchen Sie nicht gleich alles auseinander zu rupfen. Bei ausgeschaltetem PC trennen Sie stattdessen alle Komponenten vom Mainboard, die für einen Systemstart nicht unbedingt erforderlich sind, also Festplatten, Soundkarten und sonstige Erweiterungskarten außer der Grafikkarte, alle bis auf einen Speicherriegel sowie etwaige USB-Geräte mit Ausnahme von Tastatur und Maus.

Spiele-PC zusammenbauen : Im Mainboard-Bios konfigurieren Sie grundsätzliche Einstellungen wie beispielsweise die Startfestplatte. Im Mainboard-Bios konfigurieren Sie grundsätzliche Einstellungen wie beispielsweise die Startfestplatte.

Schlagen Sie in der Mainboard-Anleitung nach und setzen Sie das Bios zurück, meist als »Clear CMOS« bezeichnet. Wenn der PC erneut den Start verweigert, ersetzen Sie die übrigen Komponenten – soweit vorhanden – durch welche, von denen Sie wissen, dass sie funktionieren. Gehen Sie dabei in der Reihenfolge des geringsten Aufwands vor: zuerst den Arbeitsspeicher, dann das Netzteil und (falls vorhanden) auch Prozessor und Mainboard. Erfahrungsgemäß gilt: Wenn ein ordentlich aufgebauter PC nicht startet, ist entweder der Arbeitsspeicher (zumindest ein Modul) defekt, das Netzteil fehlerhaft oder ganz selten die CPU nicht richtig im Sockel montiert. Auch fabrikneue Mainboards, die sich nicht zum Starten bewegen ließen, sind uns schon untergekommen. Die Regel ist das aber nicht: Meist verweigert ein frisch zusammengeschraubter Rechner den Start wegen eines fehlenden Stromkabels oder einer schief im Slot sitzenden Komponente – nicht aufgrund von defekter Hardware.

Damit Sie derartige Fehler im ersten Anlauf umschiffen, beschreiben wir den Zusammenbau Ihres neuen Rechners auf den folgenden Seiten Schritt für Schritt. Auch einen Blick ins Mainboard-Biossollten Sie noch werfen, bevor Sie aus Freunde über den neuen PC sofort Windows installieren. Viele Mainboards sind ab Werk nämlich nicht optimal eingestellt. Die meisten Optionen kommen sich zwar nicht mit einer bestehenden Windows-Installation ins Gehege und können im Nachhinein angepasst werden, die korrekte Konfiguration der SATA-Festplattenanschlüsse etwa erfordert im Nachhinein aber wesentlich mehr Aufwand. Und genau die bestimmt über die Performance Ihres Laufwerks. Wenn Sie diese einfachen Ratschläge beachten, steht der einen oder anderen heißen Nacht mit Battlefield 3 bald nichts mehr im Weg.