Zum Thema » AMD Radeon HD 7970 im Test Viel Lärm um viel Leistung » Nvidia Geforce GTX 680 im Test Turbo-Geforce überzeugt Ob die neue Grafikkarte nun von AMD oder Nvidia sein soll, ist bei einigen Spielern mehr eine Glaubensfrage denn eine rationale Entscheidung – dieser Verdacht drängt sich zumindest bei zahllosen Flamewars nicht nur auf GameStar.de auf. Um die Vor- und Nachteile beider Seiten herauszuarbeiten und objektiv gegenüberzustellen, haben wir die aktuellen Modellenreihen AMD Radeon HD 7000 und Nvidia Geforce GTX 600 in den Einzeldisziplinen Bildqualität, Energieeffizienz, Spielen in stereoskopischem 3D, Multi-Monitor-Betrieb, Übertaktungsfreudigkeit, Geschwindigkeit allgemeiner Berechungen (GPGPU) sowie Preis-Leistungs-Verhältnis gegenübergestellt.

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Grafikkarten im Technik-Check : AMD vs. Nvidia - wir vergleichen die aktuellen Grafikkartenmodelle beider Hersteller anhand von sieben technischen Kategorien. AMD vs. Nvidia - wir vergleichen die aktuellen Grafikkartenmodelle beider Hersteller anhand von sieben technischen Kategorien.

Bildqualität

PCs haben gegenüber Konsolen viele Vorteile, unter anderem die deutlich bessere Grafik. Und das liegt zum großen Teil an der zuschaltbaren Kantenglättung. Wie so oft, gibt es aber auch bei dieser Technik wichtige Unterschiede im Detail. Bei der Bildqualität befinden sich AMD und Nvidia insgesamt auf einem Niveau. Beide liefern eine erstklassige anisotrope Texturfilterung und auch bei der Darstellung von normalem MSAA (Multisample Anti-Aliasing) haben wir keinen Grund zur Beanstandung, sowohl AMD als auch Nvidia liegen hier qualitativ gleichauf. Mehr Unterschiede zeigen sich hingegen bei Spezialformen der Kantenglättung. So funktioniert das besonders hochwertige, aber rechenintensive Super Sampling (SSAA) bei AMD sichtbar besser und einfacher als bei Nvidia-Karten, wohingegen Letztere bei schneller Shader-Kantenglättung mit FXAA die bessere Lösung im Angebot haben.

Super Sampling Anti-Aliasing (SSAA)

Super Sampling Anti Aliasing (SSAA) glättet im Vergleich zu MSAA nicht nur die Polygonkanten, sondern auch Texturen sowie Shader-Effekte zuverlässig. Dazu berechnet die Grafikkarte das Bild mit einer höheren Auflösung als der im Spiel eingestellten und passt diese dann wieder an den Monitor an. Das sorgt für ein sichtbar ruhigeres Bild, kostet aber sehr viel Leistung – je nach Grafikkarte und Einstellung halbiert SSAA die Bildwiederholrate. Während Sie SSAA bei AMD-Karten bequem im Treiber einstellen können und auch in DirectX 11 perfekte Bildqualität erleben, ist das bei Geforce-Karten schwieriger. Hier benötigen Sie das Extra-Programm SSAA-Tool von Nvidia, um SSAA in DX11 überhaupt aktivieren zu können. Auch bei der Bildqualität hat AMD die Nase vorne, weil die Geforce-GTX-600-Modelle in vielen DX11-Spielen ein sichtbar unschärferes Bild liefern. Das lässt sich nur mit einem weiteren Zusatzprogramm, dem Nvidia Inspector, manuell in den Griff bekommen.

Grafikkarten im Technik-Check : Multi Sampling Kantenglättung (MSAA) ignoriert Texturen. Zudem stört unter anderem wie hier in Dragon Age 2 ein Moire-Effekt an der Treppe.

MSAA
Multi Sampling Kantenglättung (MSAA) ignoriert Texturen. Zudem stört unter anderem wie hier in Dragon Age 2 ein Moire-Effekt an der Treppe.

Shader Anti-Aliasing (FXAA vs. MLAA)

Nvidia nennt die shaderbasierte Kantenglättung FXAA (Fast Approximate Anti-Aliasing), während AMD seine ähnliche Technik MLAA (Morphological Anti-Aliasing) tauft. Bei beiden handelt es sich um eine so genannte Post-Processing-Kantenglättung, die erst nach der eigentlichen Bildberechnung stattfindet. Das hat mehrere Vorteile. So benötigt diese Kantenglättung nur sehr wenig Leistung und funktioniert auch in Spielen, die normalerweise keine Kantenglättung unterstützen. Zudem glättet sie auch Schatten und Texturen, die von MSAA ignoriert werden. Der gewichtigste Nachteil ist der je nach Szene sichtbare Schärfeverlust. Während bei FXAA das Bild nur leicht unscharf wird, vermatscht es mit MLAA deutlich. Vor allem feine Konturen wie Schriften leiden mit MLAA stark.

Anisotrope Texturfilterung (AF)

Mit anisotroper Filterung (AF) werden auch weiter entfernte Texturen mit maximal möglicher Schärfe gezeichnet. In unserem Bildervergleich ist der Unterschied mehr als deutlich. Bereits mit 2x AF versumpft der Weg in Skyrim sichtbar weniger, mit höheren Stufen nimmt die Detailfülle in der Tiefe weiter zu. Auf die Leistung hat der anisotrope Filter bei modernen Grafikkarten praktisch keinen Einfluss mehr. Selbst mit 16x AF sinkt die durchschnittliche Bildwiederholrate höchstens um etwa fünf Prozent. Bislang hinkte AMD Nvidia bei der anisotropen Filterung qualitativ hinterher, da die AF gefilterten Texturen teilweise deutlich flimmerten. Mit der Radeon HD 7000 hat AMD mit Nvidia gleichgezogen und beide aktuellen Grafikkarten-Serien liefern nun winkelunabhängige und flimmerfreie, AF-behandelte Bilder – so soll es sein.

Grafikkarten im Technik-Check : Ohne anisotrope Filterung vermatschen weit entfernte Texturen sichtbar.

0x AF
Ohne anisotrope Filterung vermatschen weit entfernte Texturen sichtbar.

Fazit: Unentschieden Radeon HD 7000 und Geforce GTX 600 liegen bei der Bildqualität auf einem Niveau. Wo AMD mit saubererem und einfacherem Supersampling punktet, bietet Nvidia die bessere shaderbasierte Kantenglättung.