AMD FX 4100 »Bulldozer« im Test
Was leistet der 100-Euro-Vierkerner?
Der AMD FX 4100 ist eine 3,6 GHz schnelle Quad-Core-CPU mit Bulldozer-Architektur. Die integrierte Turbofunktion beschleunigt den AMD FX 4100 im Test sogar auf bis zu 3,8 GHz.
Von
Florian Klein
|
Datum:
23.02.2012
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Chipsätze im Überblick
Der
AMD FX 4100
ist mit einem Preis von momentan etwa 100 Euro der günstigste Vertreter unter den von AMD im Herbst vorgestellten Phenom-II-Nachfolgern mit generalüberholter Bulldozer-Architektur. Wie die erste Zahl im Modellnamen andeutet, besitzt der getestete AMD FX 4100 vier Rechenkerne, die größeren Verwandten wie der
AMD FX 8150
dagegen doppelt so viele.
Allerdings bezahlen Sie für den FX 8150 mit zum Testzeitpunkt rund 230 Euro auch mehr als das Doppelte. In der Mitte positioniert AMD zudem den FX 6100 mit sechs Kernen für derzeit etwa 130 Euro. Ob der FX 4100 im Test ähnlich enttäuscht wie das Spitzenmodell, untersuchen wir auf den folgenden Seiten. Passende Mainboards besitzen den Sockel AM3+ und einen der im Zuge des Bulldozer-Starts veröffentlichten AMD-900-Chipsätze. Aber auch viele ältere AM3-Hauptplatinen mit AMD-800-Chipsatz können nach einem Bios-Update mit den FX-Prozessoren umgehen. Ob Ihr AM3-Mainboard mit den Bulldozer-CPUs zu Recht kommt, erfahren Sie am schnellsten auf der Webseite des jeweiligen Herstellers.
AMD FX 4100 im Detail
Der AMD FX 4100 ist mit einem Preis von derzeit etwa 100 Euro die günstigste Bulldozer-CPU.
Auch wenn der AMD FX 4100 als Quad-Core-CPU firmiert, ist diese Bezeichnung nicht unumstritten, denn bei Bulldozer-Prozessoren sind die einzelnen Rechenkerne nicht vollständig autarke Einheiten. Stattdessen sind jeweils zwei Kerne zu einem Bulldozer-Modul zusammengefasst und teilen sich einige Ausführungseinheiten, die bislang stets für jeden Kern separat vorhanden waren. Die beiden Kerne eines Moduls nutzen etwa den L2-Cache-Speicher, die Einheit zum Dekodieren ankommender Befehle und auch die für Spiele wichtige Gleitkomma-Einheit gemeinsam.
Die weitaus meisten Bestandteile eines herkömmlichen Rechenkerns sind aber weiterhin doppelt vorhanden. Durch das Zusammenschalten von solchen Zweikern-Modulen entstehen die Vier-, Sechs- oder Achtkern-Varianten der FX-CPUs. Die FX-CPUs mit Bulldozer-Architektur sind auch die ersten AMD-Prozessoren mit 32 Nanometer breiten Strukturen (Phenom II: 45 Nanometer), Intel ist bereits seit Anfang 2010 mit den Sockel-1156-CPUs auf den 32-Nanometer-Prozess umgestiegen und stellt mit »Ivy Bridge« voraussichtlich Anfang April bereits erste 22-Nanometer-CPUs vor.
Bei der Bulldozer-Architektur sind jeweils zwei Rechenkerne zu einem Modul zusammengefasst und teilen sich einige Hardware-Komponenten.
Die zwei Bulldozer-Module mit den insgesamt vier Kernen des FX 4100 arbeiten mit einem Standardtakt von 3,6 GHz. Die integrierte Turbofunktion steigert den Takt aber ähnlich wie bei Intels aktueller Sandy-Bridge-Generation abhängig von der Auslastung und Wärmeentwicklung dynamisch: Bei Auslastung aller vier Kerne beziehungsweise der beiden Zweikern-Module des AMD FX 4100 sind abhängig von der Kühlung magere 100 MHz mehr drin. Wird dagegen nur ein Zwei-Kern-Modul genutzt, steigt der Takt immerhin um 200 MHz auf 3,8 GHz. Die maximale Verlustleistung (TDP) des FX 4100 gibt AMD mit 95 Watt an, dass im Test aber spürbare Unterschiede zu den ebenfalls mit 95 Watt TDP spezifizierten Sandy-Bridge-Vierkernern bestehen, lesen Sie im Abschnitt »Stromverbrauch«.
Spieleleistung
Der AMD FX 4100 stellt sich unseren gewohnten Spiele- und Multimedia-Benchmarks: Neben
F1 2010
und
H.A.W.X. 2
(DirectX 11),
Anno 1404
(DirectX 10) sowie
Call of Duty: Black Ops
testen wir die Leistung auch in
StarCraft 2
(DirectX 9). Jeweils in den gängigen Auflösungen 1680x1050 und 1920x1080 mit maximalen Details aber ohne AA/AF, da die im jeweiligen Testsystem steckende
Nvidia Geforce GTX 580
sonst das Ergebnis zu stark beeinflussen würde. Damit sehen Sie, wie viel Unterschied zwischen den Prozessoren in den am häufigsten verwendeten Grafikeinstellungen besteht. Mit niedrigeren Auflösungen und Details werden zwar die Abstände zwischen den Prozessoren deutlicher, wir legen aber mehr Wert auf praxistaugliche Einstellungen und wie sich die Prozessoren dabei unterscheiden.
Im Spieletest des AMD FX 4100 zeigt sich wie bereits im Test des AMD FX 8150 ein gemischtes Bild: Zwar kann der 100 Euro günstige Vierkerner die Phenom-II-Vorgänger wie den
Phenom II X4 980 BE
oder den
Phenom II X6 1100T
teils schlagen. In Call of Duty: Black Ops etwa mit 87,5 zu 86,4 (X4 980 BE) und 83,6 fps (X6 1100T) in 1920x1080. Und in F1 2010 mit 61 zu 51 (X4 980 BE) und 46 fps (X6 1100T) in der gleichen Auflösung.
In allen anderen Benchmark-Titeln unterliegt er teils knapp, teils aber auch sehr deutlich wie in StarCraft 2 mit 37,0 zu 45,8 (X4 980 BE) und 43,2 fps (X6 1100T), so dass der AMD FX 4100 im Schnitt nur unwesentlich schneller ist als der X6 1100T und gegen den X4 980 BE sogar um Haaresbreite verliert (siehe Performance-Rating). Zu Intels günstigstem Sandy-Bridge-Vierkerner
Core i5 2400
ist der Rückstand des AMD FX 4100 mit im Schnitt 74,8 zu 98,8 fps (1680x1050) und 68,5 zu 94,9 fps (1920x1080) sehr groß – der Core i5 2400 leistet etwa 30 Prozent mehr, kostet allerdings auch 165 statt 100 Euro wie der AMD FX 4100.
Anno 1404 hohe Details, DX10