Zum Thema » Bulldozer-Mainboards Chipsätze im Überblick » Prozessor-Historie AMD-CPUs im Lauf der Zeit » AMD FX 8150 im Test Acht halbe oder vier ganze Kerne? AMD FX 4170 ab 80,00 € bei Amazon.de Mit seinen aktuellen Bulldozer-Prozessoren hat AMD in Spielen einen schweren Stand gegen Intels energieeffiziente dritte Core-i-Generation. Beim AMD FX 4170 soll ein extrem hoher Herzschlag von 4,2 GHz die Quad-Core-CPU konkurrenzfähig machen. Allerdings um den Preis einer deutlich höheren Verlustleistung: Statt der bei Bulldozer-CPUs üblichen 95 Watt gibt AMD für den FX 4170 eine TDP von 125 Watt an.

Zum Testzeitpunkt ist der AMD FX 4170 für rund 125 Euro zu haben und kostet damit etwa 30 Euro mehr als der ältere Bulldozer-Vierkerner FX 4100 mit 3,6 GHz. Auf dem gleichen Preispunkt liegt auch der FX 6100 mit sechs Rechenkernen, aber nur 3,3 GHz Taktfrequenz. Im Test des AMD FX 4170 werden wir nun untersuchen, ob die Bulldozer-Architektur in Spielen eher vom höheren Takt oder von zusätzlichen Kernen profitiert und wie schwer der nominell höhere Stromverbrauch in der Praxis wiegt.

AMD FX 4170 :

AMD FX 4170 im Detail

Durch die neuartige Bulldozer-Architektur lässt sich die Zahl der Rechenkerne nicht mehr ohne weiteres mit der Konkurrenz und den Phenom-II-Vorgängern vergleichen. Intern bestehen die Bulldozer-Chips aus mehreren Modulen, die ihrerseits zwei Rechenkerne enthalten – wobei deren Komponenten nicht in vollem Umfang doppelt vorhanden sind. Beispielsweise verfügt jedes Modul nur über eine der besonders für Spiele wichtigen Gleitkommaeinheiten. Deshalb schneidet die Bulldozer-Architektur in Spielen- und Multimedia-Anwendungen wesentlich schlechter ab als im Server-Umfeld, wo sie auf die zwei Ganzzahleinheiten pro Modul bauen kann.

AMD FX 4170 : Jedes Bulldozer-Modul beherbergt zwei Kerne. Der FX 4170 hat zwei solcher Module, der schematisch abgebildete FX 8150 vier. Jedes Bulldozer-Modul beherbergt zwei Kerne. Der FX 4170 hat zwei solcher Module, der schematisch abgebildete FX 8150 vier. Insofern handelt es sich beim AMD FX 4170 je nach Betrachtungswinkel um einen Dual- oder Quad-Core-Prozessor, beim AMD FX 6100 um einen Drei- oder Sechskerner und beim Flaggschiff AMD FX 8150 um einen Acht- beziehungsweise Vierkerner. Um die technisch bedingten Nachteile auszugleichen, versucht es AMD nun mit der Brechstange Taktfrequenz: Gegenüber dem AMD FX 4100 läuft der FX 4170 mit 4,2 statt 3,6 GHz immerhin 600 MHz schneller, und Intels günstigster Ivy-Bridge-Vierkerner Core i5 3450 arbeitet lediglich mit einem Basistakt von 3,1 GHz.

Je höher die Taktfrequenz, desto höher die Stromaufnahme. Und hier schlagen die 4,2 GHz voll durch. Statt der ohnehin schon nicht sparsamen 95 Watt TDP genehmigt sich der AMD FX 4170 bereits laut Hersteller bis zu 125 Watt TDP – das ist, wenn auch nicht direkt vergleichbar zu den Angaben von Intel – fast das Doppelte der aktuellen Ivy-Bridge-Generation mit ihren 77 Watt TDP. Wie sehr der FX 4170 im Test am Limit operiert, zeigt auch der lächerliche Turbo von maximal 100 MHz extra. Neben der eigenwilligen Architektur leiden die aktuellen Bulldozer-CPUs auch unter der rückständigen Fertigung. Während Intel seine aktuellen Chips im modernen 22-nm-Prozess mit speziellen 3D-Transistroren herstellt, laufen die Bulldozer noch in traditioneller 32-nm-Fertigung aus dem Reinraum.

AMD Am486 (1974)
Der AM9080 kam 1974 auf den Markt und war ein nicht lizensierter Klon von Intels 8080-Prozessor, einer 8-Bit-CPU die mit sagenhaften 2 MHz Taktfrequenz arbeitete und als erster universell einsetzbarer Mikroprozessor gilt. Erst 1982 bekam AMD die offizielle Lizenz von Intel, da IBM den Intel 8080 im IBM-PC verwenden wollte und IBMs Firmenpolitik mindestens zwei verschiedene Lieferanten für die Chips vorschrieb. Unter dem gleichen Lizenzabkommen entstand auch AMDs folgender Am286-Prozessor, eine Kopie von Intels 80286-CPU. (Bild: Konstantin Lanzet, GNU FDL)

Testsystem

Im Test stellen wir den AMD FX 4170 auf unseren bewährten CPU-Prüfstand aus beliebten Spielen und wichtigen Multimedia-Benchmarks. Dabei verwenden wir neben Anno 2070 und Batman: Arkham City auch F1 2011 , H.A.W.X. 2 und Skyrim . Um praxisnahe Ergebnisse zu gewährleisten, testen wir in den gängigen Auflösungen 1680x1050 und 1920x1080 in maximalen Details. Allerdings ohne Kantenglättung, um den Einfluss der Geforce GTX 680 nicht zu groß werden zu lassen. Die Multimedia-Leistung ermitteln wir schließlich mit dem Cinebench R11.5, der alle Rechenkerne durch die Berechnung aufwändiger Render-Grafik vollständig auslastet. Eine Aussage über die Geschwindigkeit beim Umwandeln von Videos trifft dazu der x264-HD-Benchmark in der Version 4.

Spiele-Benchmarks

In Spielen erreicht der AMD FX 4170 durch von 3,6 auf 4,2 GHz beschleunigten Kerntakt eine um rund zehn Prozent höhere Bildwiederholrate als der FX 4100, kostet derzeit aber rund 20 Prozent mehr. Unabhängig von den einzelnen Spielen kann der FX 4170 dafür den ziemlich genau gleich teuren FX 6100 mit sechs 3,3 GHz schnellen Kernen überholen. Teilweise dringt der erste 4,2-GHz-Prozessor im Test sogar in die Leistungsregionen des deutlich kostspieligeren Achtkerners FX 8150 vor. Allen FX-Prozessoren gemein ist, dass sie je nach Spiel hinter die Vorgängerprozessoren Phenom II X6 1100T und Phenom II X4 980 BE zurückfallen, die allerdings kaum noch erhältlich sind.

Anno 2070 hohe Details, DX11
1680x1050
1920x1080
Core i7 3770K 3,5 GHz, 4C/8T, S1155
114
103
Core i5 3570K 3,4 GHz, 4C/4T, S1155
104
95
Core i7 2700K 3,5 GHz, 4C/8T, S1155
104
96
Core i5 2500K 3,3 GHz, 4C/4T, S1155
102
92
Core i5 3450 3,1 GHz, 4C/4T, S1155
99
90
FX 8150 3,6 GHz, 8C/8T, AM3+
79
75
FX 4170 4,2 GHz, 4C/4T, AM3+
71
68
Phenom II X4 980 BE 3,6 GHz, 4C/4T, AM3
70
68
Phenom II X6 1100T 3,3 GHz, 6C/6T, AM3
69
66
FX 6100 3,3 GHz, 6C/6T, AM3+
65
62
FX 4100 3,6 GHz, 4C/4T, AM3+
64
61
0
24
48
72
96
120
Gemessen in fps. Je höher, desto schneller. Unter 30 fps ruckelt es.