Intel Core i5 3470 im Test
3,2 GHz schneller Ivy-Bridge-Quad-Core
Der rund 180 Euro günstige Intel Core i5 3470 taktet mit 3,2 GHz 100 MHz mehr als der nächstgünstigere Ivy-Bridge-Vierkerner. Was bringt das im Benchmark-Test?
Von
Daniel Visarius
|
Datum:
24.09.2012
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Ivy Bridge mit zwei Kernen
Intels Produktpolitik ist bisweilen unergründlich, wenn wir es positiv formulieren wollen. Negativ betrachtet, scheint Intel potenzielle Käufer mit Absicht verwirren zu wollen – anders können wir uns die vielen unterschiedlichen Quad-Core-Modelle der Core-i5-Baureihe zwischen 160 und 210 Euro nicht erklären.
Ein unrühmliches Beispiel dafür ist der
Intel Core i5 3470
. Die 3,2 GHz schnelle CPU kostet zum Testzeitpunkt rund 180 Euro und damit 15 Euro mehr als der lediglich 100 MHz langsamere Core i5 3450 und der auf den Cent gleich teure Core i5 3550P mit identischen Leistungsdaten, aber ohne integrierte Grafik. Nur fünf Euro teurer als der Core i5 3470 ist wiederum der Core i5 3570 mit 3,4 GHz, der genauso viel kostet wie der Core i5 3550 mit 3,3 GHz.
Wenn Sie soweit folgen konnten, wollen wir Sie nicht noch zusätzlich mit den diversen S- und T-Varianten durcheinander bringen, die reduzierte Taktfrequenzen haben und weniger Strom verbrauchen. Wo sich der Intel Core i5 3470 im Test genau einsortiert, beantworten wir mit ausführlichen Spiele- und Anwendungs-Benchmarks.
Mit einem Preis von zum Testzeitpunkt rund 180 Euro gehört der Intel Core i5 3470 zu den günstigsten Vierkernprozessoren aus Intels Ivy-Bridge-Baureihe.
Der Intel Core i5 3470 im Detail
Der Core i5 3470 verwendet wie alle aktuellen Core-Prozessoren mit einer 3000er-Modellnummer die Ivy-Bridge-Architektur, die sich vom Sandy-Bridge-Vorläufer hauptsächlich durch den fortschrittlicheren Fertigungsprozess in 22 statt 32 Nanometer kleinen Strukturen unterscheidet. Dadurch fällt die maximale Stromaufnahme laut Hersteller von 95 auf nunmehr 77 Watt TDP.
Der zweite große Fortschritt gegenüber den Sandy-Bridge-CPUs ist die integrierte HD-4000-Grafik, mit der sich genügsame Spiele wie
Diablo 3
einigermaßen gut spielen lassen. Aber die HD-4000-Einheit fehlt dem Core i5 3470 genauso wie alle anderen Core-i5-Modellen mit Ausnahme des Spitzenmodells
Core i5 3570K
und des Core i5 3475S mit auf 2,9 GHz reduzierter Taktfrequenz. Stattdessen werden nur die teureren Core-i7-CPUs standardmäßig mit der HD-4000-Grafik ausgerüstet und der Core i5 3470 kann lediglich auf die HD-2500-Grafik zurückgreifen, die deutlich langsamer ist.
Die energieeffienten 22-nm-3D-Transistoren sind der größte Fortschritt von Ivy gegenüber Sandy Bridge.
Wie die meisten Ivy-Bridge-Prozessoren verkauft Intel auch den Core i5 3470 in mehreren, die diesem Fall praktisch gleich teuren Varianten. Einmal als normaler i5 3470 wie hier im Test, und zusätzlich in zwei Stromsparvarianten. Der Core i5 3470S arbeitet statt mit 3,2 nur mit 2,9 GHz, begnügt sich dafür aber mit 65 statt 77 Watt TDP. Lediglich 35 Watt verbraucht der ebenfalls mit 2,9 GHz getaktete Core i5 3470T, der allerdings nur über zwei statt vier Rechenkerne verfügt und somit eigentlich gar kein Core i5 sein dürfte. Trotz der aktuellen Überlegenheit im Vergleich zu AMD will Intel mit dem Namenschaos offenbar absichtlich Verwirrung beim Kunden stiften.
Testsystem
Die Prozessorleistung messen wir im Test des Core i3 3220 mit unserem Benchmark-Parcours aus fünf beliebten Spielen diverser Genres. Dazu gehören
Anno 2070
,
Batman: Arkham City
,
F1 2011
,
H.A.W.X. 2
sowie
Skyrim
. Damit die Messergebnisse möglichst wenig von der eingesetzten
Nvidia Geforce GTX 680
verzerrt werden, verzichten wir auf Bildverbesserungen wie Kantenglättung oder anisotrope Texturfilterung. Allerdings testen wir die CPU-Leistung stets in hohen Grafikdetails und in den gängigen Auflösungen 1680x1050 und 1920x1080. Mit Minimalgrafik und Auflösung treten zwar die Unterschiede zwischen den CPUs stärker hervor, alltagsrelevant wären die Messungen dann aber kaum mehr.
Spiele-Benchmarks
Aus den mickrigen drei Prozent mehr Takt im Vergleich zum derzeit rund zehn Euro günstigeren
Core i5 3450
macht der Core i5 3470 im Test immerhin zwei Prozent mehr Leistung. Dass die sich in der Praxis aber nie bemerkbar machen, dürfte kaum überraschen und rechtfertigt nicht einmal den Aufpreis von zehn Euro, was zum Testzeitpunkt rund fünf Prozent sind.
Der Rückstand der beiden Prozessoren auf den teureren Core i5 3570K mit 3,4 GHz beträgt lediglich fünf beziehungsweise sieben Prozent. Der zum Testzeitpunkt 20 Euro höhere Preis lohnt sich nur, wenn Sie unbedingt die schnellere HD-4000-Grafik brauchen oder übertakten wollen – was durch den freien Taktmultiplikator der »K«-CPUs wesentlich einfacher funktioniert.
Anno 2070 hohe Details, DX11
Core 2 Quad Q6600 2,4 GHz, 4C/4T, S775
Core 2 Duo E6600 2,4 GHz, 2C/2T, S775