Apple vs. FBI : Das FBI braucht keine Hilfe von Apple, um das iPhone 5c zu knacken. Das FBI braucht keine Hilfe von Apple, um das iPhone 5c zu knacken.

Zum Thema Apple iPhone 5C ab 230,90 € bei Amazon.de Update: Das FBI beziehungsweise das US-Justizministerium haben die Klage gegen Apple zurückgezogen, da es der Behörde laut eigener Aussage gelungen ist, sich Apple Zugriff auf das iPhone zu verschaffen. Damit sei die gerichtliche Anordnung, die Apple zur Mithilfe zwingen sollte, nicht mehr notwendig. Wie genau das FBI an die Daten gelangt ist, ist nicht bekannt. Techcrunch stellt sogar in Frage, das dem so ist und spekuliert, dass die Behörden vielleicht nur verhindern wollten, dass sie vor Gericht gegen Apple verlieren und damit ein Präzedenzfall geschaffen wird.

Apple selbst hat in einer Stellungnahme kritisiert, dass das FBI sich überhaupt an das Gericht gewandt hat und kündigte an, die Sicherheit der eigenen Produkte weiter zu verbessern, da die Angriffe häufiger und immer ausgeklügelter würden.

Update: Angeblich erhält das FBI Hilfe durch die israelische Firme Cellebrite, die auf dem Gebiet der Extraktion von Daten tätig ist und ihre Dienste auch weltweit anbietet. Das meldet zumindest die israelische Zeitung Yedioth Ahronoth. Cellebrite wirbt damit, einige ältere iPhones und iPads entsperren zu können und das ohne Gefahr, Daten zu verlieren oder auch ohne direkten Eingriff in die Hardware des Gerätes.

Das soll zwar nur bei älteren Geräten klappen, doch das iPhone, auf das das FBI Zugriff haben möchte, ist ein iPhone 5c und fällt daher in diese Kategorie. Einzig die Tatsache, dass Cellebrite anscheinend nur Geräte mit iOS 8 entsperren kann, während das iPhone 5c mit iOS 9 ausgestattet ist, passt nicht ganz zur Meldung. Allerdings könnte das Unternehmen hier Fortschritte gemacht haben, die noch nicht öffentlich bekannt sind.

Wie genau der Zugriff funktionieren soll, ist nicht bekannt. Sicherheitsexperten spekulieren, dass es möglich sein könnte, den Teil des Flash-Speichers zu kopieren, in dem die Anzahl der falschen PIN-Eingaben gespeichert sind und nach einigen erfolglosen Durchgängen die gespeicherte Kopie wieder aufzuspielen. Damit würden theoretisch unbegrenzt viele Versuche zur Verfügung stehen. Normalerweise iOS nach zehn falschen Eingaben alle Daten, sofern der Nutzer das entsprechend eingestellt hat.

Quelle: Yedioth Ahronoth, PC World, Heise

Originalmeldung: Das FBI hat einen Antrag gestellt, eine gerichtliche Anhörung zu verschieben. Laut der Begründung wurde dem FBI am Sonntag, dem 20. März 2016 von Dritten eine Möglichkeit vorgeführt, mit der das iPhone, das einem der Attentäter von San Bernardino gehörte, entsperrt werden könnte.

Es seien allerdings Tests notwendig, um festzustellen, ob diese Möglichkeit tatsächlich funktioniert und dabei keine Daten auf dem iPhone gefährdet werden. »Sollte die Methode praktikabel sein, sollte dies die Notwendigkeit einer Unterstützung durch Apple, wie sie der All Writs Act beschreibt, in diesem Fall eliminieren«, so der Antrag. Wie genau das iPhone gehackt werden soll, geht daraus natürlich nicht hervor, doch angeblich hätten die Behörden von vielen Seiten Vorschläge erhalten.

Dem Antrag wurde von Seiten des Gerichts stattgegeben, um die weiteren Entwicklungen abzuwarten, allerdings muss das FBI bis spätestens 5. April 2015 einen Statusbericht liefern. Apple ist von diesem Antrag und der Begründung dafür stark überrascht worden. Sollte es dem FBI gelingen, an die Daten des iPhones zu geraten, so muss Apple den Behörden zwar in diesem Fall nicht mehr helfen, weiß dann aber auch, dass die bislang als vollkommen sicher beschriebene Verschlüsselung doch überlistet werden kann. Damit würde das aktuelle Problem durch ein vielleicht noch viel größeres ersetzt.

Ob das FBI Apple dann verrät, wie der Zugriff möglich war, darf bezweifelt werden. Die Anwälte von Apple haben aber bereits angekündigt, dann wissen zu wollen, wer das FBI beraten hat und welche Methoden vorgeschlagen wurden.

Quelle: PC World