Samsung Ativ S im Test
Windows-Phone-8-Variante des Galaxy S3
Das Samsung Ativ S ist dem populären S3 sehr ähnlich, nutzt aber Windows Phone 8. Ob die Kombination funktioniert, zeigt unser Test des Samsung Ativ S.
Von
Moritz Jäger
|
Datum:
09.03.2013
Das Samsung Ativ S gleicht dem S3 äußerlich sehr, setzt aber auf Windows Phone 8 statt auf Android.
Man nehme das sehr populäre Android-Modell, ersetze das Google-Betriebssystem durch Windows Phone 8 und fertig ist das
Samsung Ativ S
. So oder so ähnlich lautete wohl Samsungs Gedankengang beim Entwerfen des Ativ S - was angesichts der Beliebtheit des S3 keine schlechte Voraussetzung für das Ativ S ist. Unterschiede gibt es äußerlich kaum, innerlich jedoch schon: Etwa beim Prozessor, statt dem Quad Core des S3 arbeitet im Ativ S nur ein Dual-Core. Erhalten bleiben aber der sehr gute Super-AMOLED-Bildschirm und die Möglichkeit, eine SD-Speicherkarte einzusetzen sowie der wechselbare Akku mit 2300 mAh. Auch der Preis ist ähnlich, das Samsung Ativ S ist im Preisvergleich ab etwa 410 Euro ohne Vertrag zu haben.
Hardware
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Galaktisches Quad-Core-Smartphone
Statt des ARM A9 mit vier Kernen des S3 setzt Samsung beim Ativ S eine Dual-Core-CPU von Qualcomm ein, die Taktfrequenz des Snapdragon S4 Plus (MSM8960) liegt bei 1,5 GHz. Dem Chipsatz steht 1,0 GByte Arbeitsspeicher zur Seite. In der Praxis merkt man die zwei Kerne weniger kaum, Windows Phone 8 läuft auf dem System in der Regel angenehm flink. Es reagiert schnell auf Eingaben, Apps starten zügig und beim normalen Scrollen oder Zoomen merkt man keine Verzögerung. Allerdings dauert es über eine Sekunde, bis sich die Kontakte öffnen – hier sollte Windows Phone 8 lieber zugunsten flotterer Reaktion auf die aufwändige Animation verzichten.
Das Testmodell bringt 16 GByte internen Speicher mit. Tatsächlich nutzen konnten wir nach dem ersten Start 12,14 GByte. Das ist durchaus ordentlich, vor allem, da sich der Speicher per Micro-SD-Karten erweitern lässt. Unterstützt wird dabei der SDXC-Standard, theoretisch sind damit Speicherkarten bis 2,0 TByte möglich. Realistischer (und vor allem erschwinglicher) sind Karten bis 64 GByte Kapazität - selbst große Musiksammlungen dürften dort Platz finden. Die Speicherkarte ist unterhalb der Abdeckung auf der Rückseite angebracht und lässt sich ohne Herausnehmen des Akkus austauschen.
Die Kacheln von Windows Phone 8 wirken auf dem 4,8 Zoll messenden AMOLED-Display mit 1280 x 720 Pixel Auflösung in der Standardeinstellung sehr groß.
Für den Zugriff aufs WLAN ist wie bei anderen aktuellen Samsung-Smartphones ein WLAN-Modul gemäß 802.11a/b/g/n integriert, unterstützt werden Netzwerke im 2,4- und 5-GHz-Band. Unterwegs greift das Ativ S per UMTS, HSDPA und HSPA+ auf das Web zu. LTE unterstützt es aber nicht, NFC (»Near Field Communication«) ist dafür integriert.
Display
Wie beim
Samsung Galaxy S3
oder beim
Samsung Galaxy S3 Mini
nutzt auch der Bildschirm des Ativ S die Super-AMOLED-Technik. Farben werden knackig und brillant dargestellt, der Kontrast hoch. Die Auflösung beträgt 1280x720 Pixel, was bei einer Bildschirmdiagonale von 4,8 Zoll zu 306 Pixel pro Inch (ppi) führt. Zum Vergleich: Das
Apple iPhone 5
liegt bei 327,9 ppi, das
Nokia Lumia 920
bei 332,6 ppi und das Samsung Galaxy S3 erreicht ebenfalls 306 ppi. Unserer Meinung nach hätte Samsung eine etwas höhere Auflösung wählen sollen, denn aufgrund des großen Bildschirms und der relativ niedrigen Auflösung wirken die Kacheln von Windows Phone 8 ziemlich riesig, allerdings lassen sich diese von Hand verkleinern. Andere Geräte machen das besser, beim
Nokia Lumia 920
etwa ist die Auflösung höher und das Display kleiner, wodurch das Gesamtbild deutlich besser wirkt.
Technik und Handling
Die Rückseite erinnert optisch zwar an gebürstetes Aluminium, besteht aber aus Kunststoff.
Die Optik des Samsung Ativ S erinnert an Aluminium, was vor allem am Band liegt, das sich seitlich um das Smartphone zieht. Die Front dominiert wie gewohnt der Bildschirm, am oberen Ende ist die Frontkamera mit 1,9 Megapixel Auflösung angebracht, am unteren Ende befinden sich links und rechts zwei virtuelle Touch-Tasten („Zurück“ und „Suchen“), in der Mitte noch die Windows-Taste.
Die Alu-Optik setzt sich auf der Rückseite fort, allerdings handelt es sich bei der Rückabdeckung leider nur um Kunststoff. Es ist zwar praktisch, dass man die Abdeckung problemlos abnehmen kann, um SIM-Karte, Akku oder SD-Speicherkarte schnell zu wechseln. Allerdings wirkt die Lösung, verglichen mit einem Smartphone in einem Unibody-Gehäuse, weniger solide.