Plextor M6E im Test : Die Plextor M6E will mit schneller PCI-Express-Anbindung herkömmliche SATA-3-SSDs überflügeln. Die Plextor M6E will mit schneller PCI-Express-Anbindung herkömmliche SATA-3-SSDs überflügeln.

Die große Mehrheit der auf dem Markt verfügbaren SSDs setzt auf den SATA-3-Anschluss. Dieser liefert mit maximal 550 MByte pro Sekunde effektiver Datenrate eine im Vergleich zu normalen Magnetspeicherfestplatten deutlich gestiegene Leistung, das SATA-3-Maximum wird aber seit einiger Zeit selbst von Mittelklasse-SSDs oft ausgereizt. Genau hier setzt Plextor mit der M6E aus diesem Test an: Sie umgeht den limitierenden SATA-3-Port mit Hilfe einer SSD im neuen M.2-Format auf einer PCI-Express-Steckkarte, worüber beispielsweise auch Grafikkarten mit dem Mainboard verbunden werden. Die Plextor M6E ist insgesamt mit zwei PCI-Express 2.0-Leitungen (x2) angeschlossen, was einer theoretische Bandbreite von 1.000 MByte pro Sekunde entspricht. Auch abzüglich des Protokoll-Overheads, der durch eine bestimmte Kodierung der Datenpakete hervorgerufen wird, bleibt immer noch eine stolze effektive Transferrate von 800 MByte/s übrig.

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Diese hohe Geschwindigkeit hat allerdings auch ihren Preis: Das hier getestete Modell mit 256 GByte kostet über 200 Euro, klassische SATA-3-SSDs bekommen Sie in dieser Größe oft schon für die die Hälfte. Der hohe Preis soll aber nicht nur mit schnellen Transferraten, sondern auch mit guter Ausstattung und hoher Zuverlässigkeit samt 5 Jahren Garantiezeit gerechtfertig werden. Ob die Karte den Aufpreis gegenüber SATA-3-Modellen insgesamt Wert ist und ob die Geschwindigkeitsvorteile sich spürbar auswirken, haben wir mit Hilfe ausführlicher Benchmarks überprüft.

Plextor M6E im Detail

Plextor M6E im Test : Die eigentliche SSD der M6E ist im neuen M.2-Format, um die Kompatibilität zu älteren Mainboards ohne M.2-Anschluss zu gewährleisten wird sie aber über eine PCI-Express-Steckkarte mit dem Mainboard verbunden.

PCB vorne
Die eigentliche SSD der M6E ist im neuen M.2-Format, um die Kompatibilität zu älteren Mainboards ohne M.2-Anschluss zu gewährleisten wird sie aber über eine PCI-Express-Steckkarte mit dem Mainboard verbunden.

Der auf der PCI-Express-Steckkarte der M6E verwendete M.2.-Anschluss war zuvor als »Next Generation Form Factor« (NGFF) bekannt und soll mSATA als normierten Formfaktor für interne Erweiterungskarten ablösen. Im Grunde ist M.2 nicht neu und bereits seit einiger Zeit spezifiziert, erst jetzt aber erscheinen durch Intels neue Chipsätze für die Haswell-Refresh-CPUs wie den Core i7 4790 auch Mainboards (mit Z97-/H97-Chipsatz) für den Massenmarkt, die die native Unterstützung für M.2-Karten ermöglichen. Nicht nur SSDs, sondern auch Steckkarten für Bluetooth, WLAN und NFC können in dem M.2-Formfaktor hergestellt werden.

Bei SSDs bietet der M.2-Formfaktor nun die Möglichkeit, schnelle Flash-Laufwerke direkt mit maximal zwei PCI-Express-2.0-Lanes an den Chip anzuschließen und so schnellere Transferraten als mit mSATA zu erreichen. Prinzipiell wären auch noch breitere Anschlüsse möglich, Intel schreibt den Mainboard-Herstellern aber maximal eine Breite von zwei Lanes vor. Zu beachten ist außerdem, dass es SSDs im M.2-Format sowohl mit PCI-Express-Anschluss als auch auf Basis von SATA-3 gibt. Hier gilt es aufzupassen, denn alle bisher angekündigten Mainboards unterstützen nur M.2 mit PCI-Express-Anschluss - eine M.2-SSD auf Basis von SATA3 würde zwar in den M.2-Anschluss passen, aber nicht funktionieren.

Plextor M6E im Test : Im Gegensatz zu mSATA ist der Formfaktor M.2 oft länger, dafür aber auch schmaler. Im Gegensatz zu mSATA ist der Formfaktor M.2 oft länger, dafür aber auch schmaler. Die Plextor M6E setzt auf eine M.2-Steckkarte mit PCI-Express, andernfalls wären ihre hohen Transferraten ohnehin nicht zu erreichen. Der verbaute Controller von Marvell soll dabei in Kombination mit langlebigem und bewährtem MLC-NAND-Speicher von Toshiba nicht nur für schnelle Datenraten, sondern auch für hohe Zuverlässigkeit sorgen. Um die Kompatibilität mit älteren Mainboards ohne M.2-Unterstützung zu gewährleisten, verbaut Plextor die SSD standardmäßig auf einen PCI-Express-Adapter, der einfach in einen freien Slot des Mainboards gesteckt wird. Plextor versieht den Zugang zu der SSD mit einer Folie, die beim Entfernen der Schraube und dem Lösen der SSD aus dem M.2.-Adapter beschädigt wird. Dies hat einen Garantieverlust zur Folge, Besitzer eines neuen Mainboards mit Z97/H97-Chipsatz und M.2-Anschluss können die M6E also nur ohne Fortbestehen der Garantie direkt in den M.2.-Port stecken (was aber ohnehin keine Geschwindigkeitsvorteile mit sich bringen würde).

Über die Adapter-Karte ist grundsätzlich jedes Mainboard mit einer PCI-Express-Schnittstelle kompatibel, mit etwas älteren CPUs kann es aber gewisse Einschränkungen geben. Intel Prozessoren vor Ivy Bridge (Sandy Brindge und älter) untestützen beispielsweise nicht die volle Anbinung über zwei PCI-Express-Lanes, wodurch die Plextor M6E mit solchen CPUs nicht über Schreib- und Leseraten von 500 MByte/s hinauskommt. Ansonsten gestaltet sich die Handhabung der M6E aber problemfrei, dank AHCI-Unterstützung ist sie wie eine normale SSD als Boot-Laufwerk auswählbar.

Plextor M6E im Test : Über diese Schraube lässt sich die M.2-SSD aus der Adapter-Karte lösen, dabei geht jedoch die fünfjährige Garantie verloren. Über diese Schraube lässt sich die M.2-SSD aus der Adapter-Karte lösen, dabei geht jedoch die fünfjährige Garantie verloren.