Original im Test: Mit der rund 50 Euro günstigen Cherry G80-3000 nehmen wir nach den teuren mechanischen Tastaturen von Razer, Steelseries oder Das Keyboard eine Tastatur des Herstellers unter die Lupe, der alle anderen im Markt mit den Einzelteilen versorgt – den präzisen MX-Schaltern, bei denen jede Taste aus einem eigenen mechanisch-elektrischen Schalter besteht.

Cherry verkauft die G80-3000 in mehreren Ausführungen, wir testen das Modell G80-3000LPCDE-2 mit MX-Black-Schaltern, die sich durch einen gleichbleibenden Widerstand über den gesamten Hub hinweg auszeichnen und besonders bei Spielern beliebt sind. Alternativ gibt es die G80-3000 auch mit MX Blue (minimaler Widerstand, maximaler Klick) und MX Brown (Mittelweg aus Blue und Black); die Unterschiede zwischen den einzelnen Varianten haben wir im Test der Steelseries 6Gv2 aufgezeigt.

Cherry G80-3000 LPCDE-2 : Optisch gehört die Cherry G80 eher ins Büro als auf den Heimschreibtisch. Optisch gehört die Cherry G80 eher ins Büro als auf den Heimschreibtisch.

Präzision

Auf der Cherry G80-3000 schreiben wir genauso präzise und flüssig auf allen anderen bisher getesteten mechanischen Tastaturen. Allen gemein ist der etwas höhere Kraftaufwand als bei den normalen Gummimatten-Tastaturen wie zum Beispiel der Logitech G510und Logitech G110, aber auch der weit direktere Anschlag mit exaktem Feedback. Vom Tippgefühl entspricht die G80-3000 mit den MX-Black-Schaltern ziemlich genau der Raptor-Gaming K1(zum Testzeitpunkt ab 65 Euro), auf der identisch ausgerüsteten Steelseries 6Gv2(ebenfalls ab 65 Euro) schreibt es sich etwas schwergängiger, aber nicht unbedingt schlechter.

Durch den gleichbleibenden Widerstand über den gesamten Hub und dem klar definierten Druckpunkt eignen sich die MX-Black-Schalter je nach Spiel besser als die extrem leichtgängigen MX-Blue-Schalter mit lautem 80er-Jahre-Druckpunkt, die beispielsweise auf der Razer Black Widow Ultimate zum Einsatz kommen. Deren Tasten sind anders ausgelegt und können bei sehr schnellen Anschlägen hintereinander mitunter einen Anschlag verschlucken – das ist allerdings keine technische Schwäche, sondern einfach dem Design von Druckpunkt, Hub und Widerstand geschuldet. In unseren Tests kam dies allerdings nie vor, da es auch mit dem Tippverhalten des jeweiligen Spielers zusammenhängt.

Technik

Cherry G80-3000 LPCDE-2 : Die hochwertigen MX-Schalter allein sind kein Garant für maximale Spieletauglichkeit. Die hochwertigen MX-Schalter allein sind kein Garant für maximale Spieletauglichkeit. Technisch enttäuscht uns die Cherry G80-3000 im Test etwas. Am USB-Anschluss hat die Tastatur Mühe, von gleichzeitig vier Tastenanschlägen wenigstens zwei bis drei korrekt zu erkennen. Auch über den mitgelieferten PS/2-Adapter kann die Cherry-Tastatur nur in bestimmten Bereichen des Tastenfelds vier Anschläge sauber auseinanderhalten und umsetzen. Letztlich verarbeitet die G80 nur zwei gleichzeitige Anschläge souverän. Ärgerlicherweise verträgt sie vier ausgerechnet nicht im Umfeld von WASD: Während ASDF alle auf einmal ankommen, versagt die Cherry-Tastatur bei SDFG komplett und registriert überhaupt keinen Buchstaben. Das gleiche Verhalten wiederholt sich bei QWER und WERT. In Kombination mit einem Modifier wie SHIFT packt aber die G80-3000 aber noch alltägliche Shooter-Manöver wie WD samt SHIFT und LEERTASTE, um nach vorne rechts zu gehen, gleichzeitig zu rennen und dann zusätzlich zu springen.

Ausstattung, Ergonomie und Verarbeitung

Bei der Cherry G80-3000 handelt es sich um eine nackte Standardtastatur mit 105 Tasten, irgendwelche Extras oder besondere Ausstattungsmerkmale gibt es nicht, also auch keine USB- oder Headset-Anschlüsse. Am Handling der Tastatur haben wir nichts auszusetzen. Die Höhenverstellung wirkt zwar etwas windig, hält aber zuverlässig; beide Stufen lassen sich vernünftig nutzen. Allerdings versagen die winzigen Gummifüßchen bei allzu hektischen Manövern, sodass die Tastatur je nach Untergrund durchaus wegrutschen kann.

Trotz der hochwertigen Schalter und des soliden wirkenden Tastenfelds macht die Cherry G80-3000 im Vergleich zu den anderen bisher getesteten mechanischen Tastaturen den billigsten Eindruck: Allein durch das niedrigere Gewicht wirkt die Tastatur nicht ganz so wertig, zudem biegt sich das Gehäuse bei übertriebenen starkem Druck stärker als bei der Konkurrenz. Beim Test der Verwindungssteifigkeit quietscht die Cherry-Tastatur stark – gegen einen allzu ruppigen Wutanfall ist das Tastenbrett vermutlich nicht gefeit.

Cherry G80-3000 LPCDE-2 : Selbst in der flachen Einstellung steigt das Tastenfeld leicht an, was den Fingern entgegen kommt.

Höhenverstellung Niedrig
Selbst in der flachen Einstellung steigt das Tastenfeld leicht an, was den Fingern entgegen kommt.