Die meisten bisher erhältlichen mechanischen Tastaturen bieten oft nicht mehr als ein paar Multimedia-Tasten, die durch eine simple Doppelbelegung der F-Tasten realisiert werden. Abgesehen von diesen Zusatzfunktionen ist die Corsair Vengeance K90 die erste mechanische Tastatur im Test, die auf den leichtgängigen MX-Red-Schaltern von Cherry beruht und zudem mechanische und preiswerte Rubberdome-Tasten mischt.

Mindestens 100 Euro kostet die K90. Verantwortlich dafür sind die vielen elektrischen Schalter der Firma Cherry, die wesentlich teurer, aber auch langlebiger sind als es bei der ansonsten üblichen Tastaturbauweise mittels untergelegter Kontaktmatten (»Rubber Dome«) der Fall ist. Dabei nutzt die K90 hauptsächlich mechanische Taster, nur die Makro- sowie die F-Tasten und auch die sechs Schalter oberhalb der Richtungstasten sind Rubberdome-Varianten . Im Test werden wir klären, ob die Corsair Vengeance K90 unter dem wechselreichen Tastenfeld leidet oder nicht.

Corsair Vengeance K90 : Die Corsair Vengeance K90 gehört derzeit zu den am besten ausgestatten, mechanischen Tastaturen. Die Corsair Vengeance K90 gehört derzeit zu den am besten ausgestatten, mechanischen Tastaturen.

Präzision & Technik

Als erste von uns getestete mechanische Tastatur mit den MX-Red-Schaltern von Cherry waren wir auf die Corsair Vengeance K90 besonders gespannt. Die sind im Prinzip eine leichtgängigere Variante der auf vielen mechanischen Tastaturen eingesetzten MX-Black-Schalter. Durch den gleichmäßigen (auch als linear bezeichneten) Widerstand und den weit oben liegenden Anschlag eignen sich die MX-Red-Schalter wie die MX Blacks besonders gut zum Spielen, auch weil sie keine schnell aufeinanderfolgenden Anschläge verschlucken, wie das bei den MX Blues passieren kann, die beispielsweise auf der Razer Black Widow Ultimate zum Einsatz kommen. Subjektiv unterscheiden sich die roten Taster nicht nur durch den geringeren Wiederstand von den MX Blacks, zusätzlich empfinden wir den Anschlag als weniger hart, beinahe schon gedämpft.

Corsair Vengeance K90 : Die Hintergrundbeleuchtung strahlt auch auf die Aluminiumoberfläche. Die Hintergrundbeleuchtung strahlt auch auf die Aluminiumoberfläche. Die unerreichte Präzision der mechanischen MX-Schalter bietet auch die Corsair Vengeance K90. Sowohl beim Schreiben als auch beim Spielen bekommen wir im Test eine optimale Rückmeldung. Allerdings nur solange, wie wir auf dem normalen Tastenfeld, den Pfeiltasten oder dem Nummernblock arbeiten. Allen verbleibenden Tasten hat Hersteller Corsair nur konventionelle Rubberdome-Schalter verpasst, die noch dazu außerordentlich schlecht sind und keinesfalls das Niveau einer Logitech G110 (ab 60 Euro) erreichen.

Gerade beim Schreiben verschiebt uns das im Test immer wieder die Perspektive, wenn wir auf dem tollen Tastenfeld in Hochgeschwindigkeit tippen, und dann auf den im Vergleich extrem schwammigen ENTF- oder ESC-Tasten herumeiern müssen. Corsair begründet den Mischmasch so: Versehentliche Anschläge würden sich mit den Rubberdome-Tasten besser verhindern lassen. Vielleicht, weil man sich aus Unbehagen möglichst weit weg von denen aufhält. Für uns ist das Argument ansonsten nicht nachvollziehbar.

Corsair Vengeance K90 : Nur das Haupttastenfeld, die Pfeiltasten und der Nummernblock haben mechanische Schalter. Nur das Haupttastenfeld, die Pfeiltasten und der Nummernblock haben mechanische Schalter.

Dass die Corsair Vengeance K90 laut Hersteller bis zu 20 simultane Tastenanschläge auseinanderhält, können wir mangels Zehnfingerhänden nicht bestätigen. Aber im Test erkennt die Vengeance K90 tatsächlich mehr als sechs gleichzeitig ausgelöste Tasten auch über USB, ob wohl das technische Maximum dieser Verbindung eigentlich sechs sind. Im Gegensatz zu manch anderen, auch mechanischen Tastaturen, funktioniert das nicht nur im Umfeld von WASD, sondern auf dem gesamten Tastenfeld. Standardmäßig arbeitet die Vengeance K90 zudem mit einer USB-Frequenz von 1.000 statt der üblichen 125 Hertz, was sich bei Mäusen direkt durch eine geschmeidigere Zeigerbewegung äußert, bei einer Tastatur aber wohl nur Profispielern auffallen dürfte.