Sony Bravia KDL-55W905A : Der Bravia KDL-55W905A sieht auf den ersten Blick wie die meisten anderen Full-HD-Fernseher aus, im Inneren steckt aber ein neuartiges Triluminos-Display, dass es nur bei bestimmten Sony-TVs gibt. Der Bravia KDL-55W905A sieht auf den ersten Blick wie die meisten anderen Full-HD-Fernseher aus, im Inneren steckt aber ein neuartiges Triluminos-Display, dass es nur bei bestimmten Sony-TVs gibt.

Die Auswahl an 3D-fähigen Full-HD-Fernsehern mit großer Bildschirmdiagonale ist immens, echte Alleinstellungsmerkmale haben nur wenige Hersteller zu bieten. Einer davon ist Sony, deren TV-Geräte aus der W9- und X9-Serie über so genannte »Triluminos«-Displays mit einem erweiterten Farbraum verfügen. Wir haben den Sony Bravia KDL-55W905A im Test, der neben dem besagten Triluminos-Display unter anderem mit Extrafunktionen für Spieler, einer besonders guten Hochskalierung von SD-Material und zwei Fernbedienungen punkten will.

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Design & Inbetriebnahme

Das Design der W9-Serie nennt Sony klangvoll »Sense of Quartz«, da der schlanke und schwarze Aluminiumrahmen an der Vorderkante angeschliffen ist und türkisfarben schimmert. Das knapp 20 Kilogramm schwere Panel ruht auf einem chromfarbenen Kunststofffuß und lässt sich um 15 Grad nach links und rechts drehen. Der Zusammenbau von Fernseher und Fuß klappt ohne Probleme, Verarbeitung, Materialien und Oberflächenqualität sind außerdem erfreulich hochwertig. Das Gebilde steht allerdings nicht sonderlich stabil, sondern wackelt bedenklich, sobald jemand den Bildschirm berührt, in Haushalten mit Kindern ist deshalb wahrscheinlich eine Wandmontage die bessere Wahl.

Die Einrichtung des KDL-55W905A nehmen Sie über einen passenden Software-Assistenten vor, der seine Aufgabe komfortabel und unauffällig erledigt. Zu den ersten Schritten gehören Einstellungen zu Land und Sprache, das Koppeln der beiden Bluetooth-Fernbedienungen mit dem Fernseher, der Sendersuchlauf sowie die Einbindung des Smart-TVs ins heimische Netzwerk per LAN oder WLAN. Das hat im alles reibungslos funktioniert, problematisch gestaltet sich dagegen das erste Navigieren durch die Menüs des Fernsehers, weil diese teilweise sehr verschachtelt und wenig intuitiv aufgebaut sind.

Sony Bravia KDL-55W905A : Wie mittlerweile üblich gibt es auch für den KDL-55W905A von Sony eine Android- und iOS-App, über die sich der Fernseher auf Wunsch bedienen lässt. Wie mittlerweile üblich gibt es auch für den KDL-55W905A von Sony eine Android- und iOS-App, über die sich der Fernseher auf Wunsch bedienen lässt. Um wie in all unseren TV-Tests die Bildeinstellungen hinsichtlich der Bildparameter Helligkeit, Kontrast und Homogenität optimieren zu können, haben wir wegen der schlechten Menüstruktur die geräteeigene Hilfe bemühen müssen, weil viele der Funktionen irreführend benannt oder sogar werksseitig deaktiviert sind. Der eigentlich so prominente Triluminos-Modus versteckt sich beispielsweise hinter dem Menüpunkt »Farbbrillanz« in einem Unterpunkt der Bildeinstellungen. Eine eigene Taste auf einer der beiden Fernbedienungen, wie sie für die 3D-Funktion vorhanden ist, wäre aus unserer Sicht deutlich praktischer gewesen.

Ein weiteres Beispiel für die wenig geglückte Menüstruktur: Die acht vorgegebenen Bildeinstellungen wie »Kino« oder »Sport« verbergen sich unter dem Menüpunkt »Szenenauswahl« in der Systemsteuerung. Fast alle Bildmodi haben die drei Unterpunkte »Standard«, »Brillant« und »Anwender«, was zwar mehr Einstellungsmöglichkeiten bietet, aber auch zu einer weiteren Verschachtelung führt. Wie die Namen der Unterpunkte bereits vermuten lassen, ist der Modus »Brillant« deutlich heller als »Standard«, im Modus »Anwender« können Sie schließlich alle Parameter nach Belieben ändern und abspeichern.

Für Spieler bietet Sony zwei eigene Bildmodi an, die verzögerungsfreie Eingaben ermöglichen sollen: »Spiel-Standard« und »Spiel-Original«, letzterer ist dabei etwas dunkler und weicher. Was uns einstelltechnisch vollkommen fehlt, ist ein Farbmanagement. Ein Produkt wie der KDL-55W905A, das sich preislich und hinsichtlich seines eigenen Anspruchs an Cineasten richtet und gleichzeitg kein Farbmanagement bietet, ist nicht zu Ende gedacht, zumal selbst deutlich günstigere Geräte meist daraüber verfügen.

Triluminos-Display im Detail


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Triluminos-Display
Sony verspricht mit seinem Triluminos-Display aus der W9- und X9-Serie sattere Farben und bessere Kontraste, als bei den herkömmlichen Displays der Konkurrenz. Erreicht werden soll dies über eine zusätzliche Harzschicht mit Nanopartikeln.

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Normales LED-Display
So groß wie hier von Sony dargestellt fällt der Unterschied in der Praxis nicht aus, zudem wirken die Farben auf der höchsten Stufe meist übersättigt. Insgesamt macht das Triluminos-Display seine Sache aber sehr gut.



Das Highlight im Test des KDL-55W905A ist eindeutig sein Triluminos-Display. Im Vergleich zur Standard-Videonorm »Rec.709«, die für Fernseher, DVDs und Blu-rays bindend ist, zeichnet es sich durch erweiterten Farbraum aus. Mit diesem Konzept versucht Sony, den bereits zu Röhrenzeiten etablierten Videostandard Rec.709 farblich etwas aufzubohren und Ihnen die Farbenpracht des Kinos auf einem Fernseher zu bieten. Um das zu erreichen, wird zwischen die aus blauen LEDs bestehende Hintergrundbeleuchtung und das LCD-Panel mit den einzelnen Farbfiltern für Rot, Grün und Blau, aus denen letztlich alle anderen Farben am Fernseher gemischt werden, eine Harzschicht aufgebracht. Darauf befinden sich Nanopartikel, sogenannte »Quantenpunkte«, die, wenn sie vom blauem Licht der LED-Hintergrundbeleuchtung angestrahlt werden, auch rotes und grünes Licht abgeben. Dadurch wird in der Theorie einerseits das weiße Hintergrundlicht reiner und andererseits werden die Farben Rot, Grün und Blau deutlich brillanter und das Farbspektrum größer.

Da das Quellmaterial (wie etwa das normale Fernsehprogramm, eine DVD oder eine Blu-ray) farblich auf die Videonorm Rec.709 abgestimmt sind, müssen die Farben bei der Ausgabe auf das Triluminos-Display allerdings entsprechend umgerechnet werden. Dabei ist es besonders wichtig, das keine Verfälschungen enstehen, schließlich sollen etwa die Adeligen in der Verfilmung eines Jane-Austins-Romans blass und nicht frisch gebräunt aussehen. Dies Umrechnung übernimmt unter anderem die »X-Reality Pro« genannte Engine für Bildoptimierungen. Sie sorgt für die Aufbereitung der Farbbrillanz, für das Hochskalieren minderwertiger Videoquellen auf Full-HD (PAL/NTSC) sowie für das De-Interlacen von Fernsehbildern in 1080i/576i.