Blockbuster-Vorschau 2015 :

Zum Thema » Vom Comic auf die Leinwand Superheldenfilme 2015/2016 » Vom Videospiel ins Kino Spiele-Verfilmungen 2015/2016 2014 war ein gutes Kinojahr, aber auch eines, das gerade im Blockbuster-Bereich reichlich Raum nach oben ließ. Wann immer Produktionen etwas teurer werden, geht Hollywood auf Nummer sicher. Und Nummer sicher bedeutet in den meisten Fällen - langweilig. Wir stellen euch auf den folgenden Seiten viel versprechende Blockbuster vor, die uns 2015 richtig begeistern oder - hoffen wir es mal nicht - nerven könnten.

Hinweis: Wir haben bewusst alle Comicverfilmungen aus der Liste herausgelassen - dafür gibt es hier ein eigenes Special mit den Superheldenfilmen 2015/2016.

Jupiter Ascending - Kinostart: 5. Februar 2015

Nach einem kurzen Ausflug Richtung Existenzialismus in Cloud Atlas machen die Wachowski-Geschwister in Jupiter Ascending wieder das, was sie am besten können: pompösen Science-Fiction-Klimbim mit religiösem Unterbau und aufdringlicher Message. Seit ihrem CGI-Desaster Speed Racer setzen die Wachowskis auf exaltierte Art Direction. Frisuren und Designs sind daher meilenweit von der rauen Coolness ihrer Matrix-Trilogie entfernt.

So sieht man denn auch Channing Tatum in den bisherigen Trailern mit einer derart fragwürdigen Haarpracht (sowohl auf, als auch unter dem Kopf) herumrennen, dass man die visuellen Aspekte des Films am besten außen vor lässt. Davon abgesehen sieht Jupiter Ascending was Atmosphäre und Action angeht, aber gar nicht schlecht aus. Im Trailer kracht und knallt es, sogar ein paar One-Liner sitzen. Wir sind skeptisch, aber neugierig.

Fifty Shades of Grey - Kinostart: 12. Februar 2015

Hier haben wir einen Vertreter, der einzig und allein auf dieser Liste landet, weil man bei einer Aufzählung der massentauglichsten Filme 2015 unmöglich an Fifty Shades of Grey vorbei kommt. Die Buchvorlage war und ist ein absurder Megaerfolg. Ein Sex-Roman, der in mittlerweile über 100 Millionen (!) Haushalten die Leser(innen) in Wallung geraten lässt.

Absurd deshalb, weil das Buch die - gelinde gesagt - unerotischste Grütze ist, die die Prosa je hervor gebracht hat. Gefüllt mit plumpen Schulmädchen-Phantasien und stumpfen Metaphern verbirgt sich hinter dem Sex-Geschwurbel biederste Prüderie, die maximal in Amerika für rote Bäckchen sorgt und eine Charlotte Roche nicht einmal müde lächeln ließe. Die Filmversion wird natürlich trotzdem ein Hit...warum auch immer.

Chappie - Kinostart: 5. März 2015

Neil Blomkamp war nach District 9 DIE Regiehoffnung in Hollywood. Dann drehte er Elysium, einen der schlechtesten Filme 2013. Und weg waren sie, die Vorschusslorbeeren. Manche Regisseure nutzen solche Dämpfer, um sich mit einem kleinen, feinen Projekt zu rehabilitieren - und genau danach sieht Blomkamps neues Werk aus. Chappie ist nicht etwa der Film zum Hundefutter, sondern offenbar eine gewitzte Gesellschaftskritik mit Robotern.

Genauer gesagt mit einem einzigen Roboter namens Chappie - dem ersten Roboter, der zu Emotionen und einem Gewissen fähig ist. Der Clou ist, dass Chappie wie ein Kind zunächst lernen muss und die Welt durch sehr naive Augen kennenlernt. Blomkamp nutzt diese Prämisse offenbar als Vehikel für existenzialistische Fragen der Marke »Was macht uns zum Menschen?«. Gab's zwar schon mehrfach (siehe z.B. Nummer 5 lebt), aber Hugh Jackman mit Vokuhila oder Die Antwoord hatten diese Filme sicher nicht.

Furious 7 - Kinostart: 2. April 2015

Furious 7 hat das Pech und Glück zugleich, Schauplatz einer Tragödie zu sein. Der viel zu frühe Tod von Serienveteran Paul Walker während der Dreharbeiten wird viel Aufmerksamkeit vom eigentlichen Film ablenken. Aber er dürfte ebenso auch Massen an Fans in die Kinos locken, die zum letzten Mal das gesamte Team auf der Leinwand erleben wollen.

Dieses »letzte Mal« gilt freilich nur für Walker - angeblich soll Furious 7 nämlich nur der Auftakt für eine neue Trilogie samt mehrteiligem Handlungsbogen sein. Ausgangspunkt ist das Ende des Vorgängers, in dessen Verlauf plötzlich Jason Statham im Bild steht, etwas Schreckliches tut und unsere Helden mit der Ansage entlässt, sie würden alle sterben. Durch seine Hand. Und alle so »whoaaa«! Damit sind dann die drei großen Actionglatzen (The Rock, Statham, Diesel) vereint - na wenn das nichts wird...?!

Mad Max: Fury Road - Kinostart: 14. Mai 2015

Junge Junge, was für ein Trailer. In Anbetracht der Tatsache, dass die Mad Max-Reihe seit den frühen Neunzigern keinen Mucks mehr von sich gegeben hat, muss man angesichts dessen, was in den ersten beiden Trailern zum Reboot Mad Max: Fury Road passiert, staunen. George Miller, der Mann hinter den Originalen, hat entweder verdammt viel Selbstvertrauen - oder er ist größenwahnsinnig. Womöglich beides.

In Fury Road übernimmt nun zwar Tom Hardy das Höllenmaschinen-Lenkrad von Mel Gibson, ansonsten scheint aber nahezu alles beim Alten zu bleiben. Wenn in der kargen Ödnis der Zukunft degenerierte Kultisten aufeinander losgehen und inmitten von Feuer und Dreck hochgetunte Metallkarosserien gegeneinander branden, dann erinnert das wohlig an den genialen Klassiker Mad Max 2.