Gravity

Kinostart: 03. Oktober 2013 | Heimkinostart: 07. Februar 2014
Seite 1 2

Filmkritik zu Gravity

Das All zieht an wie nie zuvor

In dem nervenaufreibenden Space-Thriller Gravity von Regisseur Alfonso Cuarón verlieren sich die Oscar-Preisträger Sandra Bullock und George Clooney in der ausweglosen Weite des Weltalls und sorgen mit unglaublichen Bildern für Atemstillstand beim Zuschauen.

Von Anne Facompre |

Datum: 02.10.2013


Zum Thema » Kino-Kanal auf GameStar.de Kritiken, News und Trailer » Trailer zu Kinofilmen Interviews und Trailer im Überblick Modern Warfare 3 ab 19,99 € bei Amazon.de Der mexikanische Regisseur Alfonso Cuarón fühte unter anderem bei Harry Potter und der Gefangene von Askaban (2004) und bei Children of Men (2006) Regie. Soviel Zuspruch wie für Gravity hat er bis jetzt aber noch nie erhalten. Der Film wird schon als heißer Oscar-Kandidat gehandelt, bevor er in den meisten Territorien überhaupt angelaufen ist. Und für einen Weltraumthriller ist das eine ganz schöne Leistung, denn Sci-Fi-Filme (wobei Gravity eigentlich keine Sci-Fi ist) stehen bei der Academy meist im Schatten vielschichtiger Charakter-Dramen - mal von den Preisen für Kostüme und Effekte abgesehen.

Doch vielleicht ist das auch schon das Geheimnis von Gravity: anders als beim typischen Space-Thriller, geht es hier wirklich um die Figuren und nicht in erster Linie um tolle Effekte. Wobei diese natürlich nicht außer Acht zu lassen sind. Mit gehöriger Bildgewalt und emotionalem Drama sorgt Cuarón mit scheinbarer Leichtigkeit dafür, dass man als Zuschauer schnell mal das Atmen vergisst und glaubt, sich tatsächlich in der unendlichen Weite des Alls wiederzufinden.

Die Story

Die Bio-Medizinerin Sr. Ryan Stone (Sandra Bullock) hat nach sechs Monaten Training ihre erste Weltraum-Mission vor sich. Zusammen mit dem Astronauten Matt Kowalski (George Clooney) begibt sie sich auf einen Routineausflug außerhalb der Raumkapsel. Es sollen kleine Reparaturen vorgenommen werden. Eigentlich keine große Sache. Doch dann erfahren sie von großen Stücken an Weltraumschrott, die sich direkt in ihre Richtung bewegen zu scheinen.

Gravity
Nach Children of Men (2006) ist Gravity Alfonso Cuaróns erste Langspielfilm in sieben Jahren.

Durch den Aufprall wird das Shuttle zerstört, die beiden verlieren jeglichen Funkkontakt zu Erde und taumeln schwerelos und verloren durch's All. Es gibt keine Aussicht auf Rettung und der Sauerstoff schwindet mit jedem Atemzug. Schnell wird aus dem Schreck wirkliche Panik. Die beiden Astronauten sind im All verloren. Und mehr wollen wir über die Handlung an dieser Stelle auch nicht verraten, um Spoiler zu vermeiden.

Der etwas andere Sci-Fi Thriller

Im Jahr 2002 hat sich George Clooney mit Solaris schon einmal auf Weltraum-Mission begeben. Sein zweiter Trip ins All hat damit nicht mehr viel gemein. Genau genommen weist Gravity kaum Gemeinsamkeiten mit anderen Weltraum-Filmen auf. Das liegt vielleicht auch daran, dass Alfonso Cuarón die Gratwanderung zwischen Space-Abenteuer und Charakter-gesteuertem Drama ziemlich gut zu meistern weiß.

Das liegt zunächst daran, dass der Blickwinkel ein sehr persönlicher und eindringlicher ist. Der gesamte Film wird aus der Sicht der Weltraum-unerfahrenen Ryan Stone (Sandra Bullock) erzählt. Während Clooneys Figur gewohnt cool und charmant durchs Weltall spaziert, ist Stone das Ganze doch sehr unheimlich. Sie hat mit Übelkeit und Unsicherheit zu kämpfen, die sich sogleich auf den Zuschauer überträgt.

Cuarón nutzt das Potential der 3D-Maschinerie so eindringlich wie keiner vor ihm. Hier gibt es keine überlebensgroßen Monster oder Schießereien, die den Zuschauer in ihren Bann ziehen sollen. Stattdessen überwältigt die 3D-Technik in Gravity durch realistische Stille und die Weite des Alls. Wenn man diese durch die Scheibe von Stones Helm betrachtet und sich dabei schwere- und machtlos um die eigene Achse dreht, wird auch dem geübten 3D-Zuschauer ein bisschen mulmig. Man kommt sich vor, als würde man in einem spektakulären Ride im Erlebnispark sitzen. Dass man sich eigentlich im sicheren Kinosessel befindet, vergisst man schnell.

Damit ist ein persönlicher Bezug zur Hauptfigur sofort garantiert.

Doch auch, wer auf die typischeren Sci-Fi-Elemente aus ist, wird nicht enttäuscht. Die visuellen Aspekte von Gravity sind schlichtweg überwältigend. Es gibt nur wenige Sequenzen, in denen der kritische Zuschauer vielleicht etwas an der Animation zu bemängeln hätte. Stattdessen wirkt das von Cuarón erschaffene All realistisch, faszinieren und zugleich unglaublich beängstigend.

INHALTSVERZEICHNIS

Seite 1
Seite 2
Diesen Artikel:   Kommentieren (23) | Drucken | E-Mail
Sagen Sie Ihre Meinung (» alle Kommentare)
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten!
» Zum Login

Sie sind noch nicht in der GameStar-Community angemeldet?
» Zur kostenlosen Anmeldung
Erster Beitrag  |  » Neuester Beitrag
Avatar zelgi
zelgi
#1 | 02. Okt 2013, 19:28
Hört sich interressant an
rate (8)  |  rate (1)
Avatar Hypnotize
Hypnotize
#2 | 02. Okt 2013, 19:49
Den Film schaue ich die nächsten Tage unbedingt an. Zum Glück läuft er hier auch auf Englisch, da ist es auch immer schön ruhig, selbst kurz nach Release, weil in die Vorstellungen keiner rein geht. Einziger Wermutstropfen ist, dass es in einem kleineren Saal kommt und somit schlechteren Sound hat (kein "Dolby Atmos", aber damit kann ich leben.
rate (4)  |  rate (4)
Avatar TheMaximum
TheMaximum
#3 | 02. Okt 2013, 22:41
Komme gerade aus der Preview und muss schon sagen... optisch einfach nur beeindruckend was man hier geboten bekommt. Der Film geht unter die Haut was ich so nicht erwartet hätte. Bullocks performance hat auch mehr als überzeugt und die musikalische Untermalung hätte besser nicht passen können - genial.. in 3D kann ich den film nur weiterempfehlen.
rate (5)  |  rate (1)
Avatar Medje
Medje
#4 | 02. Okt 2013, 22:50
War gerade drin.
Schöne Spezialeffekte, faszinierende Bilder und nachvollziehbare Physik.
Die Tiefe der Charaktere und der Story sind allerdings recht mau. Mehr für das Auge, als für das Hirn oder gar seinen Horizont.
An einigen Stellen hätte der Regiseur mehr für den Zuschauer rausholen können, in Bezug auf Dramatik oder Emotionen.
Zudem war Bullock auch schon mal besser.
Zusammengefasst ein Film mit viel Spannung, Effekten und einem coolen Weltraumveteran, der einen schmunzeln lässt.
rate (1)  |  rate (1)
Avatar Agent Cooper
Agent Cooper
#5 | 02. Okt 2013, 23:16
Visuell atemberaubend! Aber auf der Handlungsebene nur 08/15 und zu vorhersehbar. Wer das ignorieren kann, wird aber mit einem wirklich atemberaubenden visuellen Trip belohnt.
rate (2)  |  rate (1)
Avatar AgentDynamic
AgentDynamic
#6 | 02. Okt 2013, 23:20
Das klingt ja sehr verlockend.
In anbetracht der Space-Shuttle-Unglücke in der jüngeren Vergangenheit, bin ich mir nicht so sicher ob die NASA oder eine andere (private) Weltraumorganisationen wirklich nicht die angedeuteten Fehler bezüglich Realismus machen würde.
Hochmut kommt vor dem Fall ...
rate (0)  |  rate (0)
Avatar rickyfitts
rickyfitts
#7 | 03. Okt 2013, 09:26
Tickets für morgen reserviert. IMAX 3D! Für DEN Film mit DEN Bildern gönn ich mir mal die happig teuren Karte.
rate (1)  |  rate (0)
Avatar Cd-Labs: Radon Project
Cd-Labs: Radon Project
#8 | 03. Okt 2013, 10:28
Endlich mal ein realistischer Weltraumfilm:
Die ständigen Explosionen im All waren schon immer nervig!
rate (4)  |  rate (2)
Avatar Cpt. Spaulding
Cpt. Spaulding
#9 | 03. Okt 2013, 10:39
Tolle Bilder, aber für meinen Geschmack viel zu aufgesetzt und vorhersehbar. Man hat zwar auf das Vermeiden von Geräuschen in der Schwerelosigkeit geachtet, dafür aber jede Menge anderer Logikfehler eingebaut.

Und als Clooney Fan war ich zudem sehr enttäuscht von seinem Kurzauftritt, im Prinzip war der Film ein Bullock Solo. Die fast 50-jährige Frau wurde per Maske und Computer auf 30 Jahre getrimmt und musste mehrfach krampfhaft in Unterwäche ihren Hintern und ihre Hupen in die Kamera halten.

Da ich die Premierenkarten gewonnen habe, war es ok. Für 12 Euro hätte ich mich geärgert.
rate (3)  |  rate (5)
Avatar Jeffrey S
Jeffrey S
#10 | 03. Okt 2013, 12:30
Zitat von Cpt. Spaulding:
Tolle Bilder, aber für meinen Geschmack viel zu aufgesetzt und vorhersehbar. Man hat zwar auf das Vermeiden von Geräuschen in der Schwerelosigkeit geachtet, dafür aber jede Menge anderer Logikfehler eingebaut.

Und als Clooney Fan war ich zudem sehr enttäuscht von seinem Kurzauftritt, im Prinzip war der Film ein Bullock Solo. Die fast 50-jährige Frau wurde per Maske und Computer auf 30 Jahre getrimmt und musste mehrfach krampfhaft in Unterwäche ihren Hintern und ihre Hupen in die Kamera halten.

Da ich die Premierenkarten gewonnen habe, war es ok. Für 12 Euro hätte ich mich geärgert.



Blba bla bla..
rate (3)  |  rate (13)

 
Sie sind hier: GameStar > Kino > Filme > Gravity > Filmkritik
top Top
Werde Fan von GameStar auf FacebookFacebook Aboniere den YouTube-Kanal von GamestarYouTube Besuche Gamestar auf Google+Google+ GameStar auf Twitter folgenTwitter Alle RSS-Feeds von GameStar.deRSS-Feeds Jetzt GameStar-Newsletter bestellenNewsletter
© IDG Entertainment Media GmbH - alle Rechte vorbehalten