Zum Thema » Kino-Kanal auf GameStar.de Kritiken, News und Trailer » Trailer zu Kinofilmen Interviews und Trailer im Überblick Der mexikanische Regisseur Alfonso Cuarón fühte unter anderem bei Harry Potter und der Gefangene von Askaban (2004) und bei Children of Men (2006) Regie. Soviel Zuspruch wie für Gravity hat er bis jetzt aber noch nie erhalten. Der Film wird schon als heißer Oscar-Kandidat gehandelt, bevor er in den meisten Territorien überhaupt angelaufen ist. Und für einen Weltraumthriller ist das eine ganz schöne Leistung, denn Sci-Fi-Filme (wobei Gravity eigentlich keine Sci-Fi ist) stehen bei der Academy meist im Schatten vielschichtiger Charakter-Dramen - mal von den Preisen für Kostüme und Effekte abgesehen.

Doch vielleicht ist das auch schon das Geheimnis von Gravity: anders als beim typischen Space-Thriller, geht es hier wirklich um die Figuren und nicht in erster Linie um tolle Effekte. Wobei diese natürlich nicht außer Acht zu lassen sind. Mit gehöriger Bildgewalt und emotionalem Drama sorgt Cuarón mit scheinbarer Leichtigkeit dafür, dass man als Zuschauer schnell mal das Atmen vergisst und glaubt, sich tatsächlich in der unendlichen Weite des Alls wiederzufinden.

Die Story

Die Bio-Medizinerin Sr. Ryan Stone (Sandra Bullock) hat nach sechs Monaten Training ihre erste Weltraum-Mission vor sich. Zusammen mit dem Astronauten Matt Kowalski (George Clooney) begibt sie sich auf einen Routineausflug außerhalb der Raumkapsel. Es sollen kleine Reparaturen vorgenommen werden. Eigentlich keine große Sache. Doch dann erfahren sie von großen Stücken an Weltraumschrott, die sich direkt in ihre Richtung bewegen zu scheinen.

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Jeder Charakter hat eine besonders mächtige Attacke. Um die einsetzen zu können, müssen wir unsere Energieleiste links unten im Bild mindestens bis zur Hälfte aufladen.

Durch den Aufprall wird das Shuttle zerstört, die beiden verlieren jeglichen Funkkontakt zu Erde und taumeln schwerelos und verloren durch's All. Es gibt keine Aussicht auf Rettung und der Sauerstoff schwindet mit jedem Atemzug. Schnell wird aus dem Schreck wirkliche Panik. Die beiden Astronauten sind im All verloren. Und mehr wollen wir über die Handlung an dieser Stelle auch nicht verraten, um Spoiler zu vermeiden.

Der etwas andere Sci-Fi Thriller

Im Jahr 2002 hat sich George Clooney mit Solaris schon einmal auf Weltraum-Mission begeben. Sein zweiter Trip ins All hat damit nicht mehr viel gemein. Genau genommen weist Gravity kaum Gemeinsamkeiten mit anderen Weltraum-Filmen auf. Das liegt vielleicht auch daran, dass Alfonso Cuarón die Gratwanderung zwischen Space-Abenteuer und Charakter-gesteuertem Drama ziemlich gut zu meistern weiß.

Das liegt zunächst daran, dass der Blickwinkel ein sehr persönlicher und eindringlicher ist. Der gesamte Film wird aus der Sicht der Weltraum-unerfahrenen Ryan Stone (Sandra Bullock) erzählt. Während Clooneys Figur gewohnt cool und charmant durchs Weltall spaziert, ist Stone das Ganze doch sehr unheimlich. Sie hat mit Übelkeit und Unsicherheit zu kämpfen, die sich sogleich auf den Zuschauer überträgt.

Cuarón nutzt das Potential der 3D-Maschinerie so eindringlich wie keiner vor ihm. Hier gibt es keine überlebensgroßen Monster oder Schießereien, die den Zuschauer in ihren Bann ziehen sollen. Stattdessen überwältigt die 3D-Technik in Gravity durch realistische Stille und die Weite des Alls. Wenn man diese durch die Scheibe von Stones Helm betrachtet und sich dabei schwere- und machtlos um die eigene Achse dreht, wird auch dem geübten 3D-Zuschauer ein bisschen mulmig. Man kommt sich vor, als würde man in einem spektakulären Ride im Erlebnispark sitzen. Dass man sich eigentlich im sicheren Kinosessel befindet, vergisst man schnell.

Damit ist ein persönlicher Bezug zur Hauptfigur sofort garantiert.

Doch auch, wer auf die typischeren Sci-Fi-Elemente aus ist, wird nicht enttäuscht. Die visuellen Aspekte von Gravity sind schlichtweg überwältigend. Es gibt nur wenige Sequenzen, in denen der kritische Zuschauer vielleicht etwas an der Animation zu bemängeln hätte. Stattdessen wirkt das von Cuarón erschaffene All realistisch, faszinieren und zugleich unglaublich beängstigend.