Zum Thema » Guardians of the Galaxy - Special Kurzvorstellung der Figuren » Kino-Kanal auf GameStar.de Kritiken, News und Trailer » Trailer zu Kinofilmen Interviews und Trailer im Überblick Gehen ein muskelbepackter Soziopath, eine grünhäutige Auftragskillerin und ein Waschbär in 'ne Bar. Sagt der Waschbär... nein Moment mal, das klingt komisch. Seit wann können Waschbären denn sprechen? Na seit jetzt!

Um genauer zu sein seit Guardians of the Galaxy, Marvels neustem Versuch, auf einem seiner vielen Comic-Franchises aufzubauen. Einem Comic, in dem unter anderem ein Baum eine Hauptrolle spielt. Ein Baum!

Marvels Entscheidung, ausgerechnet diese Heftvorlage auf die große Leinwand zu bringen, war durchaus verwegen und mutig. Verwegen, weil die zynischen Antihelden bis in die letzte Pore vor asozialer Attitüde strotzen und neben den restlichen Marvel-Kinoschönlingen wie die schwarzen Schafe der Familie wirken. Und mutig, weil eigentlich so gut wie niemand die Guardians of the Galaxy kennt.

Guardians of the... wer?

Erst 2008, also für Comic-Verhältnisse praktisch frisch geschlüpft, auf die Welt losgelassen, entwickelte sich die Reihe eher schleichend und nur in kleinen Kreisen zum Kulterfolg. Nach Deutschland schafften es die Guardians gar erst vor ein paar Monaten.

Warum nun also die Guardians gleich ins Kino holen? Der Grund ist simpel, aber für Hollywood eher ungewöhnlich: Kevin Feige, der mächtigste Mann bei Marvel, wollte laut eigenen Aussagen »mal was Anderes probieren«. Weg von den etablierten Helden und deren jährlicher Fortsetzungs-Spirale, hin zu mehr frischem Wind im Getriebe. Etwas Neues ist in Hollywood gleichzusetzen mit blankem Risiko was wiederum in der Regel mit einem dicken "No!" verbunden ist.

Guardians of the Galaxy
Gar nicht so flauschig: Sobald Rocket eine Waffe in die Hand bekommt, brennt die Luft.

Man kann sich über den Kinoauftritt von Guardians of the Galaxy also gar nicht genug freuen. Und zwar nicht nur, weil am Ende ein großartiges Spektakel herausgesprungen ist, sondern weil sich das Risiko auch noch ausgezahlt hat: In den USA ist Marvels Experiment fulminant gestartet, hat am ersten Einspieltag gleich Rekorde aufgestellt. Ein Triumph für die Mutigen bei Marvel und für Underdog-Regisseur James Gunn.

Wider dem Massengeschmack

Der scharfgeistige Exzentriker begann seine Karriere als Trashfilmer bei Troma, versuchte sich später mit Slither an einem Horrorfilm, der am Ende einfach zu widerlich für das große Kino war und schuf mit Super wohl einen der besten Superhelden-Filme der letzten Jahre - nur hat das dummerweise kaum jemand mitbekommen.

Marvel sei an dieser Stelle also noch einmal gedankt. Dafür, dass sie diesem Mann ein Millionenbudget in die Hand drücken und einfach machen ließen. Denn neben den in den Comics etablierten Figuren, ist es vor allem Gunns subversiver, spitzbübischer Humor, sein zynischer Blick auf gesellschaftliche Normen und der bissige Wortwitz, der Guardians of the Galaxy Leben einhaucht und mal eben zum vielleicht besten Marvel-Film in Portfolio macht.

Gunns Filme verhandeln oft tragisch-komische Loser, die sich über sich selbst erheben und am Ende etwas großes Bewirken. Womit auch Guardians bereits auf den Punkt beschrieben wäre. Da treffen sich fünf Verlierer aus allen Winkeln der Galaxie, keiner kann den anderen leiden und irgendwie gehören sie doch zusammen. Guardians ist eine tolle Parabel darauf, wie unwahrscheinlich tiefe Freundschaft manchmal sein kann.