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Kolumne: Krieg den Raubkopien

Aber mit welchen Mitteln?

Ubisoft startet ein eigenes Aktivierungssystem für Spiele. GameStar-Redakteur Daniel Matschijewsky sieht darin gleich mehrere Probleme.

Von Daniel Matschijewsky |

Datum: 27.01.2010


Seit einiger Zeit schon überbieten sich die Spielehersteller gegenseitig, wenn es darum geht, laut über sinkende Verkaufszahlen zu jammern. Und jeder will ein besseres Mittel dagegen gefunden haben. Besonders beliebt ist das Zauberwort »Online-Konto«: Wer spielen möchte, der muss sein ehrlich erworbenes Programm erst mit einem zuvor eingerichteten Konto über das Internet quasi »verheiraten«. Steam gehört zu den prominentesten Vertretern dieser Aktivierungs-Maschinerie. Doch selbst Valves prestigeträchtige Plattform konnte nichts gegen die steigende Zahl der Raubkopien ausrichten.

Krieg den Raubkopien : Ubisoft Ubisoft Der französische Hersteller Ubisoft reagiert und will in Kürze ein eigenes System starten, das illegale Kopien eindämmen, ja, auslöschen soll. Der Plan: Man werde jedem kommenden Ubisoft-Titel ein Tool beilegen, das als Schnittstelle zwischen dem Käufer und dem Spiel dient. Sie installieren das Programm, legen sich ein Konto an, aktivieren das Spiel über das Internet und dürfen anschließend loslegen. Ich konnte nach der Ankündigung kaum Luft holen, schon hatte Ubisoft Vorteile zuhauf parat: Die DVD muss nicht im Laufwerk liegen, ich darf das Spiel beliebig oft auf beliebig vielen Rechnern installieren, und selbst die Speicherstände werden online abgelegt, brauchen also nicht mehr mit einem USB-Stick umhergetragen zu werden.

Fertig? Gut, dann darf ich nun. Als so ambitionierter wie langjähriger Spieler dreht sich mir der Magen um. Nicht wegen Ubisofts lahmen Argumenten. Unbegrenzte Installationen? Was hier als Service verkauft wird, war mal Standard. Speicherstände überall abrufbar? Spiele ich Ghost Recon wirklich auf mehreren PCs? Eher nicht. Vielmehr stört mich etwas anderes: Schon wieder also eine neue Plattform. Obwohl mir bereits mein Games-Ordner überquillt vor lauter zusätzlicher Pflicht-Software. Steam, Games for Windows Live, der für GTA 4 benötigte Rockstar Social Club, oder Impulse, damit die Multiplayer-Balgerei Demigod überhaupt läuft. Noch krasser: Laut Ubisoft muss ich dauerhaft online sein, um überhaupt spielen zu können. Denn nur dann werden meine Fortschritte gespeichert. Im Klartext: Selbst bei Einzelspieler-Titeln ohne Online-Part wie etwa dem kommenden Assassin’s Creed 2 benötige ich eine ständige Verbindung zum Hersteller, sonst pausiert das Spiel, und gesichert wird auch nicht.

Krieg den Raubkopien : Der Plan: Online-Pflicht für ein Offline-Spiel wie Assassin's Creed 2. Der Plan: Online-Pflicht für ein Offline-Spiel wie Assassin's Creed 2. Abgesehen davon, dass die meisten Spieler ihre Speicherstände am liebsten auf der eigenen Festplatte haben wollen, stellt sich mir noch eine andere Frage: Zwar ist durch Ubisofts System gewährleistet, dass ich überall auf meine Fortschritte in Prince of Persia und Co. zugreifen kann. Aber auch jederzeit? Was ist, wenn die Ubisoft-Server gewartet werden (was regelmäßig gemacht werden MUSS) oder in Problemfällen erst gar keine Verbindung zustande kommt? Dann sitze ich vor einem teuer erkauften, aber nicht lauffähigen Spiel. Und diesen Gedankengang weitergesponnen: Wenn es künftig in Ubisofts Verantwortung liegt, Spielstände zu Abermillionen abzulegen, wird es dann Einschränkungen geben? Wenn ich an meinen Savegame-Ordner von Dragon Age: Origins denke, der satte 300 MByte wiegt, ist es durchaus im Bereich des Wahrscheinlichen, dass Ubisoft Grenzen zieht beziehungsweise ziehen muss, schließlich kosten Server Geld. Heißt es dann: Sie dürfen zehn Spielstände pro Spiel anlegen, mehr nicht? Zumal es angesichts solcher Datenmengen durchaus sein kann, dass ich weit länger auf das Laden meines Fortschritts warten muss, als wenn die Daten lokal gespeichert wären.

Krieg den Raubkopien : Games for Windows Live ist nur eine von vielen Plattformen. Games for Windows Live ist nur eine von vielen Plattformen. Abseits dieser Speicherstand-Gängelei stört mich, dass nach Electronic Arts und Activision Blizzard nun auch Ubisoft durch den Start eines eigenen Aktivierungssystems den Weiterverkauf von Spielen erschwert oder gar komplett unmöglich macht. Denn ist ein Programm erstmal mit meinem Konto verknüpft, werde ich es nicht mehr los. Private LAN-Parties dürften ebenfalls bald ausgestorben sein, und Spieler ohne Internetanschluss (soll es auch im Jahr 2010 tatsächlich noch geben) lässt die französische Firma ebenfalls außen vor. Ich bezweifle, dass Ubisofts Verkaufszahlen durch solche Methoden wieder ansteigen werden. Zum einen ist bislang jeder Kopierschutz rasend schnell ausgehebelt worden. Zum anderen dürften ehrliche Käufer einmal mehr von einem Hersteller vor den Kopf gestoßen werden.

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Avatar haep
haep
#1 | 27. Jan 2010, 14:30
Ubisoft hat bereits bekannt gegeben, dass die Spielstände sowohl auf dem PC als auch auf den Servern liegen und dass sich das Online-Speichern der Spielstände komplett ausschalten lässt!

Siehe hier:
http://forums-de.ubi.com/eve/forums/a/tpc/ f/2071092097/m/2141056728?r=5101099728#5101099 728

@ Daniel:
Gut geschrieben!
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Avatar SDChaos
SDChaos
#2 | 27. Jan 2010, 14:31
Genau so sehe ich das auch! Top Kolumne. Könnt ja mal Ubisoft fragen ob sie wirklich glauben was sie da erzählen.
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Avatar Kallisto-
Kallisto-
#3 | 27. Jan 2010, 14:31
Wann begreifen die entwickler es endlich ? Kein Kopierschutz der Welt kann Raubkopien verhindern. Man vergrault damit nur die Kunden und kommt zu weniger Verkäufen. Spore ist das beste Beispiel. Angeblich Raubkopienrekord und gleichzeitig ein totaler Verkaufsflopp.
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Avatar Coasterchrissi
Coasterchrissi
#4 | 27. Jan 2010, 14:33
gut geschrieben, ich denke mal, daß viele Spieler hier derselben Meinung sind, das hat man ja auch schon in dem Tread gelesen, als Ubisoft dieses angkündigte.

Ich hätte da so eine Idee:

einfach mal den mailserver von ubisoft mit Beschwerde-Mails überhäufen, vieleicht gibt es dann eine positive Reaktion, dennoch bin ich skeptisch.
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Avatar Tharos
Tharos
#5 | 27. Jan 2010, 14:36
Ich hoffe Mass Effect 2 verkauft sich wie geschnitten Brot, damit die Hersteller sehen, dass es auch ohne Securom, Onlinekonten und Co. geht. Also: Kauft Leute, kauft! :)
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Avatar Rupert_The_Bear
Rupert_The_Bear
#6 | 27. Jan 2010, 14:37
Gute Kolumne und ein dickes AGREE! von mir. Ich finde es furchtbar, dass inzwischen jedes dritte Spiel ein Tool braucht zum Starten, nur um irgendwelche dümmlichen Achievments freischalten zu können. Wer weiß was GfWL noch im Hintergrund macht, während ich GTA IV spiele.
Noch schlimmer ist eben diese dauerhafte Internetverbindung für SP-Titel.

Mein Vorschlag gegen Raubkopierer, liebe Ubisoftler:
-Gute,lange Titel.
-Keine Verarsche am Kunden, sprich Inhalt aus dem Spiel herausbasteln und als DLC verkaufen. Das stößt mir übel auf.
-(SecuRom und) CD-Key und das mal weiterspinnen. Z.B. zur Installation einmal Online sein,den Key von einem Reg-Dienst verifizieren lassen und wenn er tatsächlich von einem Key-Generator gemacht worden ist, sollte das erkannt werden und das Spiel sollte sich wieder deinstallieren.
-Bei MP-Titeln: Der MP selbst als Kopierschutz!
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Avatar Hellfish-666
Hellfish-666
#7 | 27. Jan 2010, 14:39
Guter Beitrag Herr Matschijewsky, genau das wurde mit SecuRom auch probiert dort musste man kein Konto irgendwo anlegen aber die Instalationslimitierung riss Publisher in die Tife ihrer Verkaufszahlen.
Jetzt kommen Social Clubs ins Spiel, wenn Ubisoft wirklich riskieren möchte 2010 große 00 zu schreiben, dann soll es so sein.
Ich hoffe aber nur das sich die Spieler Wehren.

Die frage ist aber wie? Jedenfalls wird durch solche Maßnahmen der Raubkopierer Herausgefordert dies zu umgehen und 2011 reden wir dann darüber das wir uns mit einem Konto in das Spiel einloggen welches garnicht auf unseren PC´s instaliert ist.

Wie wäre die Idee wenn ihr euer Geld in die beseitigung solcher Illegalen Kopien nuzt? Zb die Seiten abklappern lassen und diese löschen zu lassen, und falls man das nicht kann die Download anbieter per Mahnung dazu aufzufordern den Inhalt herunter zu nehmen oä.
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Avatar Golem
Golem
#8 | 27. Jan 2010, 14:40
Ich habe seit jahren Steam und auch diesen Windoslive mist nicht installiert und alle Spiele die das wollten nicht gekauft. Dies wird nun auch mit UbiSoft Games so laufen die das verlangen.

Ich weiß immer nicht soll ich mit den Konzernen sauer sein oder mit den Kunden die aktiv den Konzernen durch den Kauf der Produkte und damit verbundenen Zwangsmaßnahmen sagen - Wir schlucken alles was ihr uns gebt!Also baut ruhig weiter aus. Wir kaufen es dann.... -

Solange die Kunden so Blöd sind wird die Schlinge um den Hals mit jedem Jahr enger gezogen. Bis man nur noch japsen kann.
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Avatar Dabra
Dabra
#9 | 27. Jan 2010, 14:43
Anstatt Millionen in sinnlose und leicht umgängliche Kopierschutzmechanismen zu stecken, könnte man sich diese auch für's Programmieren von Spielen und den Support sparen..

Mal ehrlich, vom ersten Kopierschutz bis zum super DRM, Steam, Games for Windows usw. gab es immer innert Tagen/Stunden nach dem Release oder sogar teilweise WOCHEN vorher (siehe als aktuelles Beispiel Mass Effect 2) das entsprechende Spiel schon auf einschlägigen Tauschbörsen zum freien Runterladen.

Und auch die Sache mit den DLCs bringt es nicht. Wie auf Gamestar behauptet wird, sind diese ja schwerer zu knacken.. Seit Vorgestern gibt es auch die, zum Release erscheinenden, DLCs zu Mass Effect 2 samt Aktivator im Netz zum freien Download.

Wieso sparen sich die Entwickler also nicht einfach das ganze? Es würden deswegen wohl kaum mehr Leute zu Raubkopien greifen, ist ja jetzt schon so einfach wie Kekse backen ein Spiel runterzuladen und dann als Raubkopie zu spielen.. Der nicht vorhandene Schwierigkeitsgrad schreckt sicher keinen ab..

Die einzigen Menschen, die sich mit dem Kopierschutz rumärgern, sind die ehrlichen Käufer! Alle anderen hebeln den Schutz einfach aus und spielen unbekümmert und kostenlos..
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Avatar HawkS73
HawkS73
#10 | 27. Jan 2010, 14:46
Sinkende Spielzeit (5-8 Stunden gelten [leider] als Normal).
Sinkende Qualität ( FedEX Missionen ghen schneller als Hangemachte)
Spielinhalte werden entfernt um als DLC verkauf zu werden (AC2 und wer bringt es raus?)
Kaum Innovation sonder immer das gleiche.
Seit Jahren irgendeine Form von DRM Gängelung
Online Aktivierung bei fast jedem AAA Titel
Verbuggte Betas werden ins Regal gebracht
Begrenzte Installationen

Das alles hat natürlich NICHTs mit sinkenden Verkaufszahlen zutun.
Nope. Ganz sicher niemals nicht. Wer Ironie findet soll sie behalten.


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