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Kolumne: Aliens vs. Predator

Provokation durch Gewaltexzess

Der Entwickler Rebellion liefert mit dem Horror-Shooter Aliens vs. Predator ein äußerst gewalthaltiges Spiel ab. Zu gewalthaltig, findet GameStar-Redakteur Daniel Matschijewsky - aus gleich mehreren Gründen.

Von Daniel Matschijewsky |

Datum: 24.02.2010


Aliens vs. Predator : Tötungsszene in Aliens vs. Predator. Tötungsszene in Aliens vs. Predator. Eine typische Szene aus Aliens vs. Predator: In der aalglatten Chitinhaut eines Alien flitze ich den finsteren Flur entlang. Einige Meter vor mir tastet sich ein Marine durch die Dunkelheit, ängstlich, das Sturmgewehr im Anschlag. Bereit, mein ahnungsloses Opfer anzugreifen, drücke ich die »E«-Taste. Das Alien springt den Soldaten an. Aus der Ego-Perspektive sehe ich, wie der Kiefer des Monsters vorschnellt und die Stirn des Marines durchstößt. Das Bild färbt sich rot, aus den Lautsprechen tönt ein Mix aus krachenden Knochen und spritzendem Blut. Die Kamera fährt zurück, und ich sehe einen Mann, der mit starrem Blick und einem fünf Zentimeter großen Loch im Kopf leblos zusammensackt.

Ich bin beileibe nicht zimperlich. Ich finde sogar, dass drastische Szenen in Spielen dazu beitragen können, Spannung zu erzeugen, eine Bedrohung greifbar zu machen oder den Spieler zu erschrecken. Mit Gänsehaut erinnere ich mich an die packende Flucht zu Beginn von Dead Space, wo ich unbewaffnet durch einen Flur hetze, um gerade so mit dem Leben davon zu kommen, weil der nach Blut geifernde Mutant durch die zuschlagende Tür eines Aufzugs zerfetzt wird. Die Gewaltszenen in Aliens vs. Predator sind aber weder spannend, noch untermauern sie die düstere Atmosphäre des Spiels.

Aliens vs. Predator :

Im Gegenteil: Die brutalen Morde nutzen sich sehr schnell ab. Weil sie inflationär eingesetzt werden. Weil sie stets dieselben Animationen abspulen. Und weil sie mich in die Täterrolle versetzen. Natürlich muss ich meine Gegner ausschalten, weil ich nur dadurch das Missionsziel erreiche. Aber will ich dafür mitansehen, wie ein qualvoll schreiender Soldat gefühlte Ewigkeiten an dem rasiermesserscharfen Schwanz meines Aliens baumelt, der ihn gerade durchbohrt hat? Immer und immer wieder?

Für mich ist die Art, wie Aliens vs. Predator Gewalt in Szene setzt, reine Provokation. Warum sonst hat Rebellion einen Trailer veröffentlicht, der ausschließlich die brutalen Tötungsmanöver der Aliens und des Predators zeigt? Warum sonst gibt’s diese sekundenlangen Finishing-Moves auch im Mehrspieler-Teil, wo sie taktisch gesehen sogar von Nachteil sind? Auf den Servern vermeiden ernsthafte Spieler die Trophy Kills, weil sie unweigerlich das eigenen Ableben zufolge haben. Das führt das ganze Konzept ad absurdum.

Aliens vs. Predator : Modern Warfare 2 Modern Warfare 2 Call of Duty: Modern Warfare 2 hätte wohl ebenfalls weniger Publicity gehabt, wäre die kontroverse Flughafen-Mission nicht gewesen. Offenkundig müssen Spieleentwickler immer häufiger Grenzen überschreiten, um sich aus der Masse hervorzuheben, um Aufmerksamkeit zu erregen. Ähnliches konnte man schon vor Jahren in der Filmindustrie beobachten, wo mit Hostel oder Saw eine neue Liga brutaler Horrorfilme erschien, von denen jeder neue Teil noch drastischer, noch blutiger war als der vorangegangene.

Dabei wären solche Tabubrüche gar nicht nötig. Das enorm erfolgreiche GTA 4 etwa ist zwar zu Recht nicht für Jugendliche freigegeben, geht mit dem Thema Mord und Totschlag aber ironisch um. Oder Ubisofts Action-Blockbuster Assassin’s Creed 2: Da werden Menschen zwar in expliziten Nahaufnahmen mit Schwertern durchbohrt, dafür muss ich aber weder literweise spritzendes Blut sehen noch qualvoll schreienden Opfern beim Sterben zuhören. Bioshock 2, ebenfalls ein prominenter Name: gewalthaltig ja, aber nicht gewaltverherrlichend. Ich hoffe, dass Brutalo-Titel wie Aliens vs. Predator die Ausnahme bleiben, und dass Gewalt in Spielen künftig nicht noch häufiger zum Selbstzweck verkommt.

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Avatar Drag-On
Drag-On
#1 | 24. Feb 2010, 14:31
Ganz meine Meinung. Solche Spiele sind es die den "Killerspiele"-Gegnern Grund für ihre Meinung liefern - leider zu Recht.
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Avatar Fred DM
Fred DM
#2 | 24. Feb 2010, 14:32
die gewalt entspricht doch den filmen. der Predator hat auch im film menschen lebendig gehäutet, die köpfe samt wirbelsäure herausgerissen und mit dem plasma-caster löcher in menschenköpfe geschossen.

wenn die gewalt teil des AvP-universums ist, kommt das spiel nicht darum herum, im gegenteil.

warum solche gewaltdarstellungen bei der GameStar wiederholt als problematisch angesehen werden müssen, verstehe ich nicht.
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Avatar LordBelial
LordBelial
#3 | 24. Feb 2010, 14:33
Aber will ich dafür mitansehen, wie ein qualvoll schreiender Soldat gefühlte Ewigkeiten an dem rasiermesserscharfen Schwanz meines Aliens baumelt, der ihn gerade durchbohrt hat?

Oja, sehr gerne


Immer und immer wieder?

Nein :/
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Avatar stuff2play
stuff2play
#4 | 24. Feb 2010, 14:33
Wer nicht zwischen Realität und Fiktion unterscheiden kann, gehört nicht in die Redaktion einer Spielezeitschrift.
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Avatar Roland von Gilead
Roland von Gilead
#5 | 24. Feb 2010, 14:35
Zitat von Drag-On:
Ganz meine Meinung. Solche Spiele sind es die den Killerspiele-Gegnern Grund für ihre Meinung liefern - leider zu Recht.
Klar, wo sonst lernt man den richtigen Umgang mit dem Plasma Caster oder der Pulse Rifle... hab nach dem spielen auch immer den Drang mir ein paar menschliche Trophäen zu besorgen...
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Avatar Caine4
Caine4
#6 | 24. Feb 2010, 14:37
ich finde man sollte eine option einbauen mit dem gewaltgrad, ich finde es jetzt schon zu heftig geworden durch die neue technik.
solche spiele wie auch filme sollte man auch nicht frei verkaufen, man weiß ja das kids an allem rankommen könnten. aber warum erst solch gewaltverherrlichenden produkte rausbringen? muss das sein? für blutlüsterne leute... da zock ich lieber weiter Maniac Mansion, monkey island usw. und brauche nicht solche psychogames.
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Avatar Caine4
Caine4
#7 | 24. Feb 2010, 14:39
und ist ja klar das die gewaltkiddies hier alles verharmlosen und die kommentare abwerten. ihr seit ja mit SAW schon aufgewachsen. abartig.
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Avatar Daniel Matschijewsky
Daniel Matschijewsky
#8 | 24. Feb 2010, 14:40
Zitat von stuff2play:
Wer nicht zwischen Realität und Fiktion unterscheiden kann, gehört nicht in die Redaktion einer Spielezeitschrift.


Mir ist unklar, dass du mir damit sagen willst...
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Avatar Daniel Matschijewsky
Daniel Matschijewsky
#9 | 24. Feb 2010, 14:40
Zitat von stuff2play:
Wer nicht zwischen Realität und Fiktion unterscheiden kann, gehört nicht in die Redaktion einer Spielezeitschrift.


Mir ist unklar, was du mir damit sagen willst...
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Avatar Hatschi18
Hatschi18
#10 | 24. Feb 2010, 14:42
Außer Gewalt hat das Spiel ja auch nichts zu bieten. Also genau das richtige für 12 Jährige.
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