Medienriese Bertelsmann will seine Aktivitäten auf den Spielesektor ausdehnen. Das geht aus einer Meldung der Sueddeutschen Zeitung hervor. Bertelsmann-Boss Gunter Thielen sieht demnach Spiele neben Erziehung und Mobilfunk als wichtiges Zukunftsfeld. Nachgedacht wird über den Einstieg bei einem renommierten Anbieter, angeblich wurde schon ein Blick auf Electronic Arts geworfen. Der Riesen-Publisher würde gut zu Bertelsmann passen. In immer mehr EA-Spielen gibt es zum Beispiel lizenzierte Soundtracks, die Bertelsmann dank seiner Musik-Tochter BMG liefern könnte. Außerdem will Bertelsmann als zweites Standbein selber Spiele entwickeln und vermarkten.

Bereits Mitte der 90er-Jahre versuchte Bertelsmann mit dem Label Red Balloon den Einstieg in den Spielemarkt, etwa mit der PC-Version des Amiga-Rollenspiels Ambermoon, das aber nie erschien. Den damals angekündigten »langen Atem« hatte die Firma jedoch nicht, nach kurzer Zeit wurden die Aktivitäten eingestellt.

Wir sind gespannt, ob es diesmal klappt. Denn wenn ein Big Player einen Markt betritt, sorgt das für Unruhe und erhöht den Druck. Wie sich eine solche Giganten-Übernahme auf Otto-Normalspieler auswirken könnte, lässt sich jedoch kaum abschätzen.