Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle : Unterhaltungssoftware SelbstKontrolle (USK) Unterhaltungssoftware SelbstKontrolle (USK) Im Vorgriff vor möglichen staatlichen Umstrukturierungen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) ist jetzt der Industrieverband tätig geworden. Wie der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) mitteilte, soll die USK »strukturell neu aufgestellt« werden. Der bisher für die USK zuständige Förderverein für Jugend und Sozialarbeit (fjs) wird demnach in der neuen Struktur keine Rolle mehr spielen. »Durch diesen Schritt wird für die Zukunft gewährleistet, dass die USK, als Freiwillige Selbstkontrolle der Industrie, die Alterskennzeichnung im Zusammenwirken mit dem Staat organisiert«, heißt es in der Erklärung.

Wirklich klar wird daraus jedoch nicht, warum die USK nun besser aufgestellt ist, wenn der fjs nicht mehr daran beteiligt ist. Zudem scheinen die Pläne des BIU bisher noch nicht mit den Obersten Landesjugendbehörden besprochen worden zu sein, die an der gesetzlich verbindlichen Alterseinstufung von Computerspielen mitwirken. »Wir werden jetzt in Gesprächen mit den Obersten Landesjugendbehörden der Länder ausloten, wie man die Arbeit der USK in der neuen Struktur optimieren und effizienter gestalten kann«, sagte BIU-Geschäftsführer Olaf Wolters. »Wir sehen diese Neustrukturierung als Beitrag zu dem von der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und ihrem nordrheinwestfälischen Amtskollegen Armin Laschet geforderten Engagements für Aufklärung und Medienkompetenz.«

Von der Leyen hatte im Februar die Verschärfung der Jugendschutz-Gesetze angekündigt und ein Sofort-Programm vorgestellt. Dieses Sofort-Programm wurde dann jedoch auf Herbst 2007 vertagt und bisher sind wenig konkrete Fakten dazu bekannt. Im Kern geht es jedoch darum, dass »gewahltbeherrschte Spiele« künftig leichter indiziert werden können. Zudem sollte die USK klarere Vorgaben für die Bewertung der Spiele und mehr Personal erhalten.

Einen ausführlichen Bericht zu den politischen Hintergründen finden Sie auch bei den Kollegen von Spiegel Online, die bereits den Bericht des Hans-Bredow-Institus vorliegen haben. Die Studio soll offiziell am morgigen Donnerstag in Berlin vorgestellt werden.

Update: Um etwas mehr Klarheit in geplanten Umstrukturierung der USK zu bekommen, haben wir mit dem Geschäftführer des BIU Olaf Woltersgesprochen. Demnach wird am morgigen Donnerstag das lang erwartete Evaluierungsgutachten der Arbeit der USK durch das Hans-Bredow-Institut vorgestellt. In diesem wird vor allem die mangelnde Transparenz bemängelt, während die Arbeit der USK grundsätzlich gelobt wird. So sei von Kritikern in der Vergangenheit dem Trägerverein fjs vorgeworfen worden, noch Dritt-Interessen zu vertreten.

Damit es künftig in der Außendarstellung klar ist, wer für welchen Teil der Alterskennzeichnung zuständig ist, sollen nun die neuen Strukturen geschaffen werden. »Die Industrie ist für das Verfahren zuständig und der Staat für die verbindliche Alters-Kennzeichnung verantwortlich«, erläuterte Wolters im Gespräch mit GameStar. Die internen Arbeitsstrukturen der Tester und Gutachter sollen daher vorerst nicht geändert werden. Jedoch prüft der Industrieverband derzeit, ob die Zahl der Mitarbeiter erhöht werden kann und Muster-Gutachten erstellt werden, um eine bessere Vergleichbarkeit zu erreichen. Insgesamt soll die Arbeit der USK transparenter und nachvollziehbarer werden.