Das Endzeitspiel - Browserspiel des Tages

2040 gibt’s den Big Bang. 2080 ist die Welt verstrahlt, Mutanten und Menschen teilen sich die Welt. Im Mittelpunkt des Krieges stand die Entdeckung des Nervengases XB-349, um das die Supermächte USA und Russland buhlten; ein weiterer Auslöser für den dritten Weltkrieg war das Ölembargo.

von Gerald Meyer, Cedric Borsche,
09.10.2008 17:00 Uhr

2040 gibt’s den Big Bang. 2080 ist die Welt verstrahlt, Mutanten und Menschen teilen sich die Welt. Im Mittelpunkt des Krieges stand die Entdeckung des Nervengases XB-349, um das die Supermächte USA und Russland buhlten; ein weiterer Auslöser für den dritten Weltkrieg war das Ölembargo.

Der Mensch schwelgte im Gesundheitswahn, bis die große Bombe kam

Keiner kann sich heute an den Big Bang richtig erinnern, ein großer Teil des Landes ist verstrahlt und nicht mehr zu bewirtschaften, die Menschen leben in Höhlen und Katakomben. Mutanten fressen Menschen, aber Menschen fressen keine Mutanten, da verstrahlt. Also macht sich (in diesem Fall) der Mensch auf der Erdoberfläche auf die Suche nach Nahrung und Wasser, das noch nicht radioaktiv verseucht ist. Und das ist das eigentliche Hauptanliegen in diesem Spiel. Ohne diese beiden Grundvoraussetzungen bringen Sie Ihren strahlenverseuchten Körper nirgendwo hin. Wohin? Nirgendwohin.
Mit anderen Worten: Sie sind stets damit beschäftigt, Ihre existentiellen Bedürfnisse zu stillen, ehe sie Ihrem Job als Holz-, Metall- oder Kunststoffsammler für einen kurzen Zeitraum unbeschwert nachgehen können. Da Sie nur einem Job frönen und ergänzende Materialien für den Bau des eigenen Hauses bei Händlern eintauschen müssen, sind Sie so eine VERDAMMT LANGE ZEIT unterwegs, um entwicklungsfähige Voraussetzungen zu erfüllen (vom Kauf des Grundstücks abgesehen, das erst einmal Ihr ganzes Startkapital verschlingt).

Kein Liebesnest in Bunkern

Trotz Mutantenwällen, Ideenschmieden (die hier zwar nicht gefehlt haben, aber schlecht umgesetzt wurden), PSI-Tempeln und einem Wuchermutanten, bei dem alles zum schlechtesten Preis erhältlich ist, kommt der Motor überhaupt nicht in Gang, sondern beschränkt sich auf spielerische Banalitäten, statt endlich mal aus den Startlöchern zu kommen und Handlung und/oder Action zu bieten.
Das ständige Herumirren nach Nahrung und Wasser ist zwar in diesem Fall durchaus nachvollziehbar, aber es könnte wenigstens eine größere Quelle geben, an der sich auch andere Spieler ansiedeln, um ein primäres Versorgungsproblem direkt auszumerzen. Mehrmals 11/2 Stunden mit minimaler Versorgung durch die Pampa zu latschen und zu warten, um das Ergebnis zu lesen: »Sie kommen mit leeren Händen von der Nahrungs-/Wassersuche zurück«, bedient nicht unbedingt das Belohnungszentrum der Spieler.

Fazit: Auch wenn ich neugierig gewesen wäre auf den PSI-Affen und diverse Fahrzeuge, habe ich meinen Charakter wegen dem Fehlen spielerischer Motivatoren, Initiatoren und der anfänglichen, akuten Verwirrtheit der stupiden (inhaltlichen) Präsentation zum einsamen Verhungern verdammt, nur um ein Fitzelchen Spaß zu haben. Das Sprichwort: »Erst die Bombe, dann das Vergnügen« stimmt in diesem Fall nicht ganz.

Das Endzeitspiel
http://www.endzeitspiel.de/
Sprache: deutsch
Genre: Strategie - SF
Präsentation: +++
Zugänglichkeit: ++
Spielspaß: ++
Downloadclient: nein
Premium: nein
Lästerfaktor: ? ? ? ?
Zeitaufwand: hoch

Alle bisher getesteten Browserspiele finden Sie in der Übersicht .
Gerald Meyer, Jahrgang 1975, ist freiberuflicher Autor; zuletzt erschien von ihm Das Abandonware-Lexikon . Meyer war Gründer des „G. Meyer Taschenbuch Verlag“, in dem insgesamt 52 Titel erschienen sind, u. a. Klassiker-Neubearbeitungen, vorwiegend jedoch Newcomer aus dem Underground. Er ist Mitglied im Komitee des Kurd-Laßwitz-Preises. Website: www.geraldmeyer.de


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