E for All - Die neue Messe - Eindrücke, Fotos

von Christian Schmidt,
20.10.2007 05:01 Uhr

Die USA haben eine neue Spielemesse - seit Donnerstag bis Sonntag findet derzeit die E for All in Los Angeles statt, im Convention Center, in dem bislang jährlich die E3 abgehalten wurde. Seit die aber verkleinert und nach Santa Monica umgezogen ist, fehlt es Amerika an einer großen, repräsentativen Spielemesse. Die Scharte soll die E for All ausmerzen. Im Gegensatz zur E3 ist die neue Messe publikumsoffen, neben Fachbesuchern darf also auch Otto Normalspieler eintreten, sofern er vorher 45 Dollar (rund 30 Euro) berappt hat - pro Tag versteht sich, und am Wochenende steigt der Preis auf 65 Dollar.

Das Eintrittsgeld war wohl doch etwas hoch angesetzt, denn bislang geht's in Los Angeles eher beschaulich zu. In der riesigen South Hall verteilen sich die Besucher gründlich, keiner muss lang warten, bis er an einer Spielstation an der Reihe ist. Zwar sind ja erste Gehversuche immer ein Grund für milde Urteile, trotzdem darf man enttäuscht sein: Die E for All entpuppt sich als mäßig besetzte Mischung aus Produktpräsentation, E-sport-Veranstaltung und Ramschladen.

Höhepunkte sind spärlich gesät: Der meiste Rummel herrscht bei Konami und Nintendo, wo Metal Gear Solid 4 und Super Smash Bros. Brawl zu sehen und anzuspielen sind - beide wurden freilich bereits im September auf der Tokyo Game Show vorgestellt. Daneben dürfen Konsolenspieler kommende Hits wie das Simpsons-Spiel, Call of Duty 4, Guitar Hero 3 oder Rock Band anspielen. PC-Spieler bekommen dagegen keinen Fuß auf den Boden. Mit Unreal Tournament 3 und Warhammer Online hat sich die Liste der großen Titel bereits erschöpft, Neuvorstellungen gibt's gleich gar nicht.

Das mag auch daran liegen, dass nur wenige Spielefirmen ausstellen. Neben Nintendo und Konami haben Electronic Arts und THQ größere Stände; Take 2 ist immerhin mit dem Konsolen-Strategiespiel Civilization Revolution vertreten. Das war's dann auch - Sony, Microsoft, Ubisoft, Activision, sie alle fehlen. Dafür gibt's umso mehr kuriose Kleinbuden, vom Asia-Rollenspiel über Energy Drinks und Pac-Man-Mützenverkäufer bis hin zum 180-Grad-Bildschirm.

Eine Konkurrenz für große Publikumsmessen wie die Games Convention ist die E for All derzeit nicht, sondern eine verdruckste Weihnachtswaren-Präsentation für den US-Markt. Nächstes Jahr müssen die Veranstalter deutlich mehr Hersteller ins Boot holen - oder die "Messe für Alle" wird zur Messe, die niemanden interessiert.

Aktuelle Fotos der E for All finden Sie in unserer Bildergalerie.


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