Goldfarmer vor dem Aus - China beschließt Verbot

China bekämpft Internetpornographie und verbietet gelichzeitig den Handel mit virtuellen Gütern.

von Christian Merkel,
30.06.2009 10:10 Uhr

Ein ganzes Geschäftsfeld muss vermutlich demnächst auf neue Beine gestellt werden. Einem Bericht der englischsprachigen Internetzeitschrift China Daily zufolge hat die chinesische Regierung ein Gesetz zur Einschränkung des Internethandels beschlossen. Danach darf virtuelles Geld nicht mehr für echtes Geld verkauft werden. »Die virtuelle Währung, die für einen gewissen Wechselkurs in echtes Geld eingelöst wird, darf nur noch gegen virtuelle Güter und Dienste eingetauscht werden, aber nicht gegen echte Güter und Dienste«, haben die zuständigen Ministerien für Kultur und Wirtschaft am Freitag in einer Mitteilung klargestellt.

Aber gerade der Eintausch von echtem Geld gegen virtuelles Geld in Online-Rollenspiel wie World of Warcraft ist das Geschäftsmodell der Goldfarmer. Derzeit leben laut aktuellen Schätzungen zwischen 80 und 85 Prozent aller Goldfarmer in China. Spielefirmen versuchten zuerst das Treiben der Goldfarmer selber zu bekämpfen. Einige Unternehmen wie Sony Online oder die Anbieter von Free-to-play-Spielen haben aber längst erkannt, dass sie damit selber Geld verdienen können.

Interessant ist die Begründung der chinesischen Regierung für diesen Schritt. So wird von einer Gefahr für das Wirtschaftssystem gesprochen. Außerdem wolle die Regierung damit Internet-Glücksspiel verhindern, was ebenfalls mit virtuellem Geld abgewickelt wird. Von Goldfarmern ist nirgendswo die Rede. Deswegen ist bislang nicht klar, wie weit die chinesische Regierung wirklich das Treiben der Goldfarmer unterbinden will. übrigens: Die chinesische Regierung bezeichnet virtuelle Gegenstände wie Kleidung nicht als virtuelle Währung. Damit wäre zumindest der Handel mit Ingame-Gegenständen nicht verboten.


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