Mass Effect - US-Sendung vergleicht Rollenspiel mit Pornofilm

von Michael Obermeier,
23.01.2008 13:12 Uhr

Während in Deutschland in den Medien hauptsächlich die Gewalt in Computerspielen angeprangert wird, stört man sich in den eher konservativen USA beim Sender Fox an einem ganz anderen Aspekt. Dort wird das Xbox 360 Rollenspiel Mass Effect in einem Expertengespräch scharf für die im Spiel enthaltenen Sex-Szenen angegriffen.

In dem „SE“X-box betitelten Bericht der Nachrichtensendung FOX News wirft die zugeschaltete Psychologie-Spezialistin Cooper Lawrence Mass Effect vor, das Spiel bestünde lediglich daraus als männliche Spielfigur mit so vielen virtuellen Frauen wie möglich Sex zu haben. „Mass Effect überlässt nichts der Fantasie“. Generell würden Frauen in Spielen wie Mass Effect auf ihren Körper reduziert und dieses Gedankenmodell habe schwerwiegende Auswirkungen auf die spielenden Jugendlichen.

Geoff Keighley vom Videospiel-Sender Spike TV kann zumindest einen Großteil der Kritik entkräften. Wie er korrekt erklärt, hat der Spieler in Mass Effect die Wahl zwischen einem männlichen und einem weiblichen Protagonisten. Außerdem kommt es im annähernd 30-stündigen Rollenspiel in nur zwei kurzen und harmlosen Szenen zum Liebesspiel. Die Charaktere werden außerdem erst nach einer langen Entwicklung ihrer Beziehung zueinander intim. Für Keighley ist dieser Aspekt alles andere als moralisch verwerflich. Den Vorwurf des »Sex auf Knopfdruck« sieht er als unbegründet, schließlich kann man den Bioware-Titel auch komplett durchspielen ohne besagte Szenen zu sehen.

In der anschließenden Diskussionsrunde im Studio reduziert einer der geladenen Experten das Rollenspiel gar auf »Luke Skywalker trifft Pornofilm«.

In den USA wurde Mass Effect mit einer »M«-Einstufung versehen und ist daher erst ab 17 Jahren erhältlich. In Singapur wurde das Science-Fiction Rollenspiel wegen der Möglichkeit auch eine lesbische Beziehung im Spiel einzugehen zunächst verboten worden(wir berichteten), kurz darauf wurde das Verbot aber wieder aufgehoben. In Deutschland hat die USK den Titel ab 16 Jahren freigegeben.


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