Brothers in Arms 3 : Brothers in Arms 3: Auf dem Highway zur Hölle. Brothers in Arms 3: Auf dem Highway zur Hölle. Eine mächtige Explosion drückt die Scheiben nach innen, Splitter fliegen. Einer bohrt sich tief in den linken Arm von Matt Baker, der vor wenigen Sekunden noch mit seinen Kameraden gescherzt hat. Die Männer wanken benommen aus der Ruine, einer nimmt sich des Arms von Baker an und reißt den Splitter mit einem Ruck hinaus. Wir hören Stöhnen.

Der Krieg hat schon längst Einzug in Eindhoven gehalten, doch mit den Amerikanern kommt auch die Hoffnung auf sein Ende.

Baker ignoriert den Schmerz im Arm. Irgendwo muss ein deutsches Flak-Geschütz stehen, das die amerikanischen Flugzeuge, die über der Stadt kreisen, beharkt. Die kleine Gruppe Soldaten bricht auf, läuft in eine Seitenstraße. Plötzlich steht ein Zivilist vor den Kameraden, ein panisches »Bitte nicht schießen!« auf den Lippen. Man beruhigt ihn mit »Wir sind Amerikaner «, kurz darauf läuft der Mann verstört davon. Es geht weiter durch Hinterhöfe. Immer wieder treffen Baker und seine Jungs auf kleine Gruppen von Deutschen. Dann muss eine breite Straße überquert werden. Man hechtet nacheinander über eine Mauer, ein Soldat strauchelt, verliert fast seine Waffe. Kostbare Sekunden verstreichen. Doch es ist bereits geschehen, Bakers Truppe wurde entdeckt, ein naher Panzer nimmt die Jungs unter Beschuss. Da hilft nur das Bazooka-Team. Ein paar Sekunden später steht der Panzer rauchend und ungefährlich an einer Ecke.

Meine Güte, denken wir, als wir aus dem kleinen Vorführraum bei Ubisoft kommen. Zweiter Weltkrieg -- das kennen wir ja. Aber so nah war er uns irgendwie noch nie. Das liegt komischerweise daran, dass Brothers in Arms: Hell's Highway in diesen Szenen eben keine riesige Schlacht abgefackelt hat, dass keine zahllosen anonymen Soldaten um einen wie Fliegen sterben. Der Krieg im dritten Teil der Serie ist -- wie schon in den Vorgängern -- reduziert auf das Erleben einer winzigen Einheit. Doch anders als in den Vorgängern schafft es das Spiel nun allein durch Mimik, Gestik der Soldaten und geschickt eingesetzte Scripts in der wirklich mehr als beeindruckenden Unreal Engine 3 das Erleben so zu potenzieren, dass es zuweilen schon fast zu echt wirkt. Doch dem zum Trotz sind wir unglaublich fasziniert. Und fragen uns auf dem Weg zum nächsten Termin, ob der Titel die Bezeichnung »Spiel« eigentlich noch tragen kann.