Pewdiepie - Nach Antisemitismus-Vorwurf: Disney trennt sich vom YouTube-Star

Disney möchte nicht mehr mit Felix »Pewdiepie« Kjellberg zusammenarbeiten. Der Grund: Neun Videos des YouTube-Stars, die antisemitische Botschaften wie »Tod allen Juden« enthalten.

von Stefan Köhler,
14.02.2017 12:46 Uhr

Pewdiepie hat für die Verbreitung antismetische Aussagen Freelancer angeheuert. Alles ein Witz, um der modernen Welt den Spiegel vorzuhalten, sagt der YouTuber. Unnötig, sagt seine Produktionsfirma und kündigt dem 53 Millionen Abos schweren YouTube-Star.Pewdiepie hat für die Verbreitung antismetische Aussagen Freelancer angeheuert. Alles ein Witz, um der modernen Welt den Spiegel vorzuhalten, sagt der YouTuber. Unnötig, sagt seine Produktionsfirma und kündigt dem 53 Millionen Abos schweren YouTube-Star.

Maker Studios, Disneys YouTube-Produktionsfirma, hat sich von Felix »Pewdiepie« Kjellberg getrennt. Das berichtet das Wall Street Journal. Pewdiepie habe seit August 2016 insgesamt neun Videos mit antisemitischen Inhalten veröffentlicht.

In einem Statement von Maker Studios heißt es:

"Felix hat zwar durchaus mit Provokation und Respektlosigkeit eine Fangemeinde aufbauen können, aber hier ist er eindeutig zu weit gegangen und die entstandenen Videos sind unangebracht."

Für die Videos hat Pewdiepie über die Freelancer-Webseite Fiverr angeheuert. Zu sehen sind beispielsweise Männer, die ein Schild mit der Aufschrift »death to all jews« hochhalten, also »Tod allen Juden«. In einem anderen Video erklärt ein als Jesus verkleideter Mann, dass »Hitler absolut nichts falsch gemacht« habe.

Alle Beteiligten wurden von Fiverr gesperrt. In einem Statement auf Twitter hat Pewdiepie darum gebeten, dass der Bann nur für ihn gelten solle. Die Männer aus Indien hätten nicht gewusst, was sie da vor der Kamera machen.

Erklärung von Pewdiepie

Via Tumblr hat sich der YouTube-Star zur Situation geäußert. Er habe in seinen Videos lediglich zeigen wollen, wie verrückt die moderne Welt sei. Er wollte vorführen, wie absurd es sei, dass Fiverr-Nutzer für fünf Dollar vor einer Kamera wirklich alles sagen und machen würden.

Er unterstütze keinesfalls Hass und Gruppen, deren Prinzipen auf Hass basieren. Seine Inhalte sollen unterhalten und seien nicht das richtige Vehikel für einen ernsthaften politischen Kommentar. Es sei weiterhin nicht seine Intention gewesen, mit seinen Witzen irgendjemanden zu beleidigen.

Konsequenzen

So sehr sich der 27-Jährige Kjellberg gerne von politischen Kommentaren distanzieren will: Politisch ist die Diskussion um seine Inhalte längst. So hat sich das rechtsradikale Portal Daily Stormer in die »Pewdiepie-Fanseite Nummer 1« umbenannt, auch andere rechtsgerichtete Seiten nutzen den Wirbel um den bekanntesten YouTuber der Welt für ihre eigene Agenda.

Jonathan Vick von der Anti-Defamation League, einer Organisation gegen die Diskriminierung von Juden, erklärt im Artikel des Wall Street Journal:

"Diese Sprüche loszulassen, sorgt nur dafür, dass sie mehr und mehr im Mainstream ankommen. Es war völlig unnötig von Pewdiepie, gerade weil wir in einer Zeit leben, in der Menschen tatsächlich darüber diskutieren, was man gegen einen wiedererstarkenden Nationalsozialismus unternehmen kann."

Update: Nach Disney hat sich nun auch YouTube von Pewdiepie verabschiedet. Videos darf der Star zwar weiterhin veröffentlichen, allerdings wurde die zweite Staffel der Serie Scare Pewdiepie eingestellt. Außerdem wurde er aus dem Partnerprogramm Google Preferred genommen. Mehr dazu in der verlinkten Meldung unterhalb.

Jetzt auch YouTube: Verträge mit Pewdiepie gekündigt

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