SOS Kinderdorf - Will keine Hilfe von Spielern

Die Spielenetzwerkseite Gamersunity.de hatte Platz für Bannerwerbung für den SOS-Kinderdorf e.V. angeboten, doch die Hilfsorganisation lehnte aus ethischen Gründen ab.

von Christian Fritz Schneider,
02.08.2009 18:20 Uhr

Julian Rauscher hat nicht schlecht gestaunt, als er in der vergangenen Woche eine Antwort auf sein Hilfsangebot für den eingetragenen Verein SOS-Kinderdorf bekam. Rauscher, Webmaster der Spielenetzwerkseite Gamersunity, wollte der Hilfsorganisation Platz für Werbebanner zur Verfügung stellen und so seine Leser auf die gemeinnützige Arbeit des Vereins hinweisen. Doch SOS-Kinderdorf lehnte das Angebot ab. Man wolle nicht mit Videospielen in Verbindung gebracht werden, da es Titel mit gewaltverherrlichenden Inhalten gibt und diese auf Gamersunity.de behandelt würden.

Thomas Laker vom SOS Kinderdorf e.V.Thomas Laker vom SOS Kinderdorf e.V.

In einem Interview mit Eurogamer.de begründete Thomas Laker, Sprecher von SOS-Kinderdorf, die Reaktion wörtlich:
»Tatsache ist, dass über Spielekonsolen, am PC oder online Spiele gespielt werden können, die dem Nutzer Gelegenheit geben, virtuelle Gewalt gegenüber realistischen Abbildern von Menschen auszuüben. Diese Spiele enthalten massive und wirklichkeitsnahe Gewaltdarstellungen, die wir als unethisch ablehnen...
…Wir sind besorgt, dass auch junge User über diese Spiele – getarnt als harmlose Unterhaltung – auf vielfältige Weise mit Gewalt in Kontakt kommen können. Deshalb nehmen wir in besonderer Verantwortung für die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen eine kritische und distanzierende Haltung zu den Inhalten von so genannten Shooterspielen beziehungsweise Online- oder PC-Kriegsspielen ein.«

Andere Hilfsorganisationen scheinen da weniger Berührungsängste und eine differenzierte, aufgeklärte Perspektive zu Computerspielen zu haben. So machen auf Gamersunity.de beispielsweise der Bundesverband Deutscher Tafeln e.V, Gegen Noma e.V, und Child's Play auf Ihre Arbeit aufmerksam und werben für Unterstützung.

» Kolumne: SOS: Spiele vs. Ethik lesen


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