Studie - Fähigkeiten in Spielen von Gehirnstrukturen abhängig

Wissenschaftler stellen fest, dass die Spielfähigkeiten von den Ausgangsvoraussetzungen im Gehirn abhängig sind.

von Daniel Raumer,
25.01.2010 17:40 Uhr

Eine Studie amerikanischer Wissenschaftler kommt zu dem Ergebnis, dass die Fähigkeiten die Spieler in Videospielen entwickeln, zu großen Teilen von ihrer Gehirnstruktur abhängen. Die Forscher wiesen nach, dass gute Spieler nicht nur aufgrund des Trainungs zu solchen werden. Für die Studie, die im Fachmagazin Cerebral Cortex erschien, wurden 39 Erwachsene (10 Männer und 29 Frauen), die innerhalb der vorangegangenen zwei Jahre maximal drei Stunden pro Woche gespielt hatten, untersucht.

Zu Beginn der Studie wurden die Gehirne der Teilnehmer mit einem Kernspintomographen analysiert. Dabei wurde für jeden Untersuchten die Größe bestimmter Teile im Verhältnis zum Gesamtvolumen des Gehirns gemessen. Danach wurden zwei Gruppen gebildet, die beide das extra von der University of Illinois entwickelte Spiel Space Fortress spielten. Die erste Hälfte der Probanden sollte eine möglichst hohe Gesamtpunktzahl erreichen, während die zweite Gruppe Ingame-Trainingseinheiten absolvierte, die gezielt auf die Verbesserung der Spielefähigkeiten ausgelegt waren.

Die Teilnehmer die einen anteilig größeren 'Nucleus Accumbens' (Teil des Vorderhirns) hatten, schnitten -- unabhängig von der Gruppe in der sie sich befanden -- signifikant besser ab. Diejenigen Personen mit einem verhältnismäßig größeren 'Nucleus caudatus' oder 'Putamen' kamen hingegen besser mit der steten Variation der Trainingübungen zu Recht. Sie konnten sich besser auf ständig wechselnde Herausforderungen einstellen.

Beide Resultate erklären die Forscher folgendermaßen: Der 'Nucleus Accumbens' sei mit dem »Belohnungszentrum« des Gehirns verbunden, und so falle es Spielern leichter, sich durch anfängliche Erfolge zu motivieren. 'Putamen' und 'Caudus' hingegen seien für die Aneignung von neuen Fähigkeiten zuständig.

Der Leiter der Studie, Kirk Erickson von der Universität Pittsburgh, sagte, dass man die Ergebnisse leicht auch auf Lernprozesse jeglicher Art verallgemeinern kann: »Diese Studie gibt sehr viel Aufschluss darüber, wie das Gehirn beim Lernen komplexer Aufgaben funktioniert.«


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