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»Tausendmal besser als jede Playstation« - Bundeswehr bewirbt Schießsimulator vor Achtklässlern

Hauptschülern gegenüber haben Bundeswehr-Soldaten einen für den Kampfeinsatz gedachten Schießsimulator als bessere Version der Playstation-Konsole beworben.

Von Michael Obermeier |

Datum: 26.10.2009; 11:24 Uhr


»Tausendmal besser als jede Playstation« : Rettberg Kaserne Eutin Rettberg Kaserne Eutin Beim Besuch der Eutiner Rettberg-Kaserne haben Soldaten Hauptschülern einer achten Klasse einen für die Ausbildung von Soldaten verwendeten Schießsimulator vorgeführt. Pikant: Wie einer der Soldaten den Schülern prahlend erzählt, sei das auch für den Afghanistan-Einsatz gedachte Zielübungsprogramm »tausendmal besser als jede Playstation«. Das berichtet die Website der Lübecker Nachrichten.

Eltern und Lehrer der Schüler zeigten sich empört über die Äußerungen des Soldaten: »Wir versuchen unsere Kinder von Ballerspielen fernzuhalten – und dann passiert in der Kaserne so was!«. Die Bundeswehr musste sich auch herbe Kritik der Landtagsparteien gefallen lassen. Während Grüne und FDP die Herangehensweise des Soldaten verurteilen, leistet sich Asja Huberty von der Linkspartei zumindest aus Spielersicht ein Eigentor: »Da jugendliche Gewalttäter bekanntlich oft brutale Spiele auf Konsolen wie der Playstation gespielt haben, ist das Vorgehen mehr als verwerflich.« Gewaltverbrechen pauschal mit Videospielen zu assoziieren zeugt von ebenso wenig Fingerspitzengefühl.

Die Bundeswehr hat sich inzwischen offiziell entschuldigt und beteuert, dass die Soldaten bei der Vorführung des Schießsimulators »ungeschickt formuliert« haben. So wäre bei der Präsentation nicht klar geworden, dass es sich beim Schießsimulator nicht um spaßigen Zeitvertreib, sondern die Vorbereitung auf den Ernstfall im Kampfeinsatz handelt.

Anders sieht den Unterschied die CDU-Landtagsabgeordnete Herlich Marie Todsen-Reese: »Schießsimulatoren schulen die Soldaten darin, in Situationen persönlicher Bedrohung nach Grundsätzen des Völkerrechts zu handeln. Sie sind also genau das Gegenteil von gewaltverherrlichenden Computerspielen.« In Eutin soll demnächst eine Diskussionsrunde zwischen Eltern, Bundeswehr und Schulleitung stattfinden.

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Avatar Gelbwurst
Gelbwurst
#1 | 26. Okt 2009, 12:14
Die News ist aber auch schon etwas älter...

Ich kann darüber nur mit dem Kopf schütteln.
Was erwarten bitteschön die Eltern und Lehrer, wenn sie die Schüler zu einer Besichtigung zur Bundeswehr schicken?
Wie die Soldaten ihre Kleidung richtig anziehen oder was es in der Kantine zu Essen gibt?
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Avatar Tomfried84
Tomfried84
#2 | 26. Okt 2009, 12:15
Die Bundeswehr - The Game ;-D
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Avatar uLu_MuLu
uLu_MuLu
#3 | 26. Okt 2009, 12:18
Ich finde es nur schlimm, dass jetzt viele Eltern Parallelen zu unseren Ego Shootern ziehen werden. Die müssen jetzt denken, dass wenn man CS spielt auch im realen Leben Waffen benutzen kann und damit sogar trifft...!

Sehr sehr bedenklich. Gerade Soldaten sind sich oftmals ihrer Funktion nicht sicher.
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Avatar Schnuffelklausdieter
Schnuffelklausdieter
#4 | 26. Okt 2009, 12:21
lol ich war damals auch beim bund und da hatten wir sowas noch garnich.ich fint das total übertrieben weil schiesen lernt man eher im felt ansonsten ist das nicht wirklich nachzufollzieen wie es ist zu schiesen
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Avatar Disasterpiece666
Disasterpiece666
#5 | 26. Okt 2009, 12:21
Man könnte es doch mal so sehen: Der prahlende Soldat war sich der Meinungen bewusst dass "Killerspiele" angeblich dazu dienen Leute im Umgang mit Waffen zu schulen. Und für diesen Zweck ist so ein Schießsimulator nun wirklich "tausendmal besser" als ein Video/Computerspiel.
Nun kann man natürlich streiten ob 1000*0 (denn die in Spielen vermittelte Waffenkunde IST 0) wirklich toll ist...aber ich denke es wird klar was ich meine.

Nein ich kenne den Mann nicht und war auch nicht anwesend als er das sagte. Aber der Gedankengang kommt mir sehr plausibel vor. Vielleicht hat er noch ironisch dazu gegrinst/gelacht was natürlich in einer Textmeldung verloren geht.

Ansonsten möchte ich noch einen Kommentar der an anderer Stelle verfasst wurde sinngemäß wiedergeben:
Zitat von :
In Kasernen werden nunmal Leute im (notfalls tödlichen) Umgang mit Waffen geschult. Was haben die Eltern und Lehrer dort erwartet? Hippies??
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Avatar Dzharek
Dzharek
#6 | 26. Okt 2009, 12:22
So kann man Politikern auch ein Scheunentor aufreißen. Ganz großes Kino.
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Avatar soulshaker
soulshaker
#7 | 26. Okt 2009, 12:23
Zitat von Gelbwurst:

Was erwarten bitteschön die Eltern und Lehrer, wenn sie die Schüler zu einer Besichtigung zur Bundeswehr schicken?


das kann uns wahrscheinlich niemand verraten
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Avatar Meister P.
Meister P.
#8 | 26. Okt 2009, 12:26
ja... wir sollen in den einsatz ziehen und böse terroristen bekämpfen, aber zu hause am pc ist es natürlich das schlimmste der welt, wenn man auf farbige pixel schießt...
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Avatar Lasstmichdurch
Lasstmichdurch
#9 | 26. Okt 2009, 12:28
Muss man jetzt aus jeder Mücke einen Elefanten machen...???
Hoffentlich kümmert sich die Politik bald wieder um Ihre Geschäfte...
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Avatar JerseyRyan
JerseyRyan
#10 | 26. Okt 2009, 12:28
@#1: so ist es!

Was die News angeht: Naja, also die Formulierung "BESSER als die Playstation" ist insofern doch völlig korrekt, da man im Bundeswehrschießsimulator das Schießen mit der Waffe auch BESSER erlernt, als auf einer Playstation. :P

Nein, im Ernst: Die Formulierung des Soldaten war ein totaler Griff ins Klo, wenn auch sehr Zielgruppenorientiert, das muss man ihm lassen. Aus dem Grund find ich die Reaktionen auf den Kommentar unverständlich übertrieben. Und @Herlich Marie Todsen-Reese: Na, Mensch, du bist vom Fach, das merkt man ja gleich -.-
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