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»Es kann jeden treffen« - Lehrerverband über Spielesucht

Wenn Schulnoten schlechter werden, sind nach Ansicht des Kriminologen Prof. Dr. Christian Pfeiffer vor allem Computerspiele schuld.

Von Christian Merkel |

Datum: 27.10.2009; 12:28 Uhr


»Es kann jeden treffen« : Prof. Dr. Christian Pfeiffer Prof. Dr. Christian Pfeiffer In einer Pressemeldung vom Montag sieht Klaus Wenzel vom Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) »eine neue, sich extrem schnell ausbreitende Gefahr« aufkommen. Anscheinend handelt es sich um ein Schmuddelthema, denn Wenzel sagt weiter, man müsse »das Problem aus der ›Grauzone‹ herauszuholen«. Wie man es sich denken kann, stecken wieder Computerspiele hinter den Horrorvisionen. Der BLLV startet im November eine Aufklärungs- und Informationskampagne, in deren Zentrum eine neue Broschüre steht, die mit Hilfe des Leiters des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN), Prof. Dr. Christian Pfeiffer, erstellt wurde. Der Titel des Informationsblatts lautet »Verloren - wie Computerspiele unsere Kinder verführen.«.

Pfeiffer liefert dazu wieder Schock-Zahlen, die Eltern die Gefahren von Computerspielen aufzeigen sollen. Angeblich sollen in Deutschland mittlerweile 34.000 Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren süchtig nach PC-Spielen sein. Um der Kampagne ein Gesicht zu geben, hat der BLLV den 26-jährigen Sozialpädagogen Claudio von Wiese engagiert, der nach eigenen Angaben während seiner Jugend fast fünf Jahre lang süchtig nach Spielen war und deswegen nur einen Abitur-Notenschnitt von 2,4 schaffte. Von Wiese geizt nicht mit markigen Worten über Spielesucht: »Es kann theoretisch jeden treffen, vor allem Leute, die einen ausgeprägten Wettkampfgeist haben.

»Es kann jeden treffen« : Nach Untersuchungen des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsens seien in Deutschland 2,7 % der 15Jährigen computersüchtig und über 3 % gefährdet. Die meisten davon Jungen. Um seine Thesen zu beweisen, bemüht Christian Pfeiffer einen Vergleich. So hätten 1990 noch gleich viele Jungen und Mädchen Abitur gemacht, 2007 waren es nur noch 43 Prozent Jungen und 57 Prozent Mädchen. Pfeiffer sagt dazu: »Es muss der Medienkonsum sein, der den Unterschied macht«. Das Online-Rollenspiel World of Warcraft bezeichnet er deswegen als »den größten Leistungskiller, der je auf den Markt gekommen ist«. »Computersüchtige Kinder vernachlässigen die Schule, verlieren die Lust an Freizeitaktivitäten mit der Familie, treffen sich mit ihren Freunden zum PC-Spielen und spielen oft bis tief in die Nacht - meistens ohne Wissen der Eltern«, ergänzt Pfeiffer.

Interessanterweise fordert der BLLV jetzt keine strengeren Alterskennzeichnungen. Man müsse vielmehr attraktive Gegenangebote schaffen. So seien Ganztagesschulen eine Lösung. »Wenn diese Schulen optimal ausgestattet sind, können sie jungen Menschen Geborgenheit und Halt, Lebensfreude und Beschäftigung bieten. Musik, Tanz, Sport oder Projektarbeit steigern das Selbstwertgefühl und führen jungen Menschen vor Augen, dass es noch Schöneres gibt, als in fremde Identitäten zu schlüpfen. Wir müssen klar machen, dass die Flucht vor der eigenen Realität immer in der Sackgasse endet«, erklärte Klaus Wenzel vom Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband. In der Realität haben die bayerischen Schulen gerade immer mehr mit Personalmangel zu kämpfen.

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Avatar Ghordar
Ghordar
#1 | 27. Okt 2009, 12:43
Tja wenn die leute nix anderes zu haben....in Afrika sterben jeden tag tausende menschen und diese gimps machen sich sorgen um sonen schwachsinn. Der typ da oben sieht aus wie ein dildo kein wunder das er sich so intensiv mit sonem thema auseinandersetzt, wahrscheinlich noch Jungfrau.
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Avatar Kit Kat
Kit Kat
#2 | 27. Okt 2009, 12:44
Wie war das?
"Ich lache über euer simples Weltbild"...
Ich mag Dr. Pfeiffer überhaupt nicht, aber zumindest schmeißt er nicht mehr mit sinnlosen Verbotsforderungen um sich. Leider schreibt er aber immer noch so einen Schund von wegen, nur Computerspiele können schuld an diesem oder jenem sein. Das ist eine viel zu einfach Sicht der Dinge, ganz davon ab, dass nicht jeder der mal bei einer LAN mit Freunden eine Nacht durchzockt gleich PC-Spiele-süchtig ist. Das ist Schwachsinn klingt aber schön reißerisch. Jedoch hat der Mann nicht ganz unrecht, es gibt mit Sicherheit einige Fälle gerade bei Online- oder generell Multiplayerspielen in denen ein Spiel zur Sucht werden kann. Da bleibt dann aber nach zu halten, warum jemand nach einem Spiel süchtig wird. Wo liegen die Gründe dafür?
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Avatar marco260583
marco260583
#3 | 27. Okt 2009, 12:47
Und wieder einmal ein großartiges Beispiel dafür wie lächerlich Versuche sind, Gesellschaftliche Probleme mit monokausalen Ursachen zu erklären.
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Avatar Wutosa
Wutosa
#4 | 27. Okt 2009, 12:49
Klar sind dann wieder die Spiele dran schuld... es ist ja besser, die Schuld von sich selbst wegzuschubsen, und da kommt der allseits bekannte Dr. Pfeiffer wieder prima ins Gespräch. Wobei der Mann Kriminalpsychologe ist, also muss man wohl Spiele als kriminelles Medium sehen, oder was?

Und statt "Killerspiele" wird jetzt plötzlich mit dem Wort "Leistungskiller" um sich geworfen - die BILD hätte es nicht besser ausdrücken können...
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Avatar Jadekristall
Jadekristall
#5 | 27. Okt 2009, 12:50
Mensch Herr Pfeiffer Alkohol ist in Deutschland auch erlaubt. Und davon sind weitaus mehr menschen süchtig und werden sogar Brutal. Wegen Alkohol sterben sogar Menschen in Deutschland. Aber sowas is ja uninteresant solang man auf Computerspielen rumhacken kan.
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Avatar Keulemann
Keulemann
#6 | 27. Okt 2009, 12:52
""So seien Ganztagesschulen eine Lösung. »Wenn diese Schulen optimal ausgestattet sind, können sie jungen Menschen Geborgenheit und Halt, Lebensfreude und Beschäftigung bieten.""

Also bei mir gaben noch meine ELTERN Geborgenheit und Halt... Es liegt in meinen Augen ganz einfach schon am Elternhaus... egal ob "mein" Kind ein Suchtverhalten entwickelt (Spielen, Rauchen, Hasch usw.) oder mit sich selbst unzufrieden ist (mobbing, eigener Körper, Leben an sich) bekomme ich das doch mit!!! Dazu sollten diese sich aber auch mal mehr mit ihren Kinder beschätigen und den Alttag nicht jeden für sich bestreiten lassen und mit den alltäglichen Problemen alleine lassen. Sondern zeigen das man immer da ist. Fängt doch schon damit an das einge Familien nicht mal mehr EINMAL am Tag zusammen am zum essen am einem Tisch setzten. Sondern jeder für sich... Wie soll man da festellen was mit seinem Kind los ist oder ob es sich verändert wenn sich nicht mit ihm beschäftigt?

Solche Kids finden immer was um ihren Frust loszuwerden und es ist einfach flasch dafür die Medien und Computerspiele verantwortlich machen!!!

Aber es scheint wie so oft einfach einfacher zu sein die Probleme weiter von sich zu schieben als sich selber damit Auseinander zu setzten...

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Avatar Atrasa
Atrasa
#7 | 27. Okt 2009, 12:55
Ich finde es vor allem dieses "nur eine 2,4" komisch. Ist denn heutzutage ein Abi mit einem Schnitt von 2,4 oder schlechter etwa nichts wert? Sind etwa alle mit diesem Abi oder einem schlechteren Abi Versager? Und was ist dann erst mit Hauptschülern oder Realschülern? Alles Versager? Meine Güte sind die realitätsfern. Das ist einfach nur noch schlimm das solche Leute überhaupt von den Medien gehört werden.
lg Atrasa
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Avatar Rizzo_the_Spacerat
Rizzo_the_Spacerat
#8 | 27. Okt 2009, 12:56
Das Problem löst sich eh bald von alleine. Von neuen turbo Abitur hör ich fast nur ein Fazit bis jetzt: Bis zu 36Wochenstunden bei 17 jährigen. Freunde und Sport sind nicht mehr drin aufgrund der lernbelastung. DA wird für Spiele auch keine Zeit mehr sein. Dann kommen die Kinder nen jahr eher aus der Schule, dan wird schnell nen Bachelor Master studiengang hinterher gelegt und dann kann man sich auch (wenn icht schon während des studiums) mit dem Master seine Einweisung zur Kur abholen, weil man völlig am Ende ist.

!!!!!WIR LEBEN UM ZU ARBEITEN!!!!!

So will es der Staat so will es unser internationaler bekannter deutscher Fleiß (für 40h bezahlt 60h gearbeitt, keine überstundenregeleung sind in so vielen Mittelstandsunternehmen normal......) so will es die Welt um uns herum. Mit 25 (maximal) hätten man doch bitte einen Masterabschluss, 3-5 Jahre berufserfahrung (natürlich intrnationale Praktika (keine wo man die nach gemacht haben soll) und sei doch bei bitte bei den Softskills (dafür müsste man Freizeit gehabt haben um sie zu entwickeln) ganz weit vorne dabei. Und natürlich nen Body wie Hugh Jackman, weil vor der Arbeit wird noch ne ordentliche runde im Studio eingelegt. Ist ja wohl selbstverständlich......

Computerspiele, ja Freizeit allgemein ist Böse und gehört verhindert, da könnten die menschen beginnen nachzudenken über ihre situation....abschaffen und noch mehr Arbeit!!!!!
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Avatar hoodie
hoodie
#9 | 27. Okt 2009, 12:56
Hm, also wie issn das mit den Hooligans eigentlich? Da ist Fussball, es gibt Hunderte Millionen von Fans, die sich vor, nach und während eines Spiels volltrunken die Rübe einhauen. Ich will auch nicht irgendein Thema daherschleifen, aber prinzipiell finde ich es gruseliger bei Fussballspielen ein gigantisches Arsenal an Security auffahren zu müssen, weil man bereits mit Ausschreitungen rechnet als sich den Kopf darüber zu zerbrechen, dass ein ganz ANDERES Hobby wieder mal ein paar hundert Heranwachsende daran hindert die Welt und Mädels entdecken zu gehen :P Naja, eigentlich sollte es mir wurscht sein... Die ganzen Diskussionen hatte man bereits über Religionsfreiheit, Drogenkonsum, Politik, Heilmittel und Medikamente, Homosexualität und...so weiter...
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Avatar Kit Kat
Kit Kat
#10 | 27. Okt 2009, 12:56
Zitat von Jadekristall:
Mensch Herr Pfeiffer Alkohol ist in Deutschland auch erlaubt. Und davon sind weitaus mehr menschen süchtig und werden sogar Brutal. Wegen Alkohol sterben sogar Menschen in Deutschland. Aber sowas is ja uninteresant solang man auf Computerspielen rumhacken kan.


Jein. Das Menschen an Tabak und Alkohol zugrunde gehen ist allseits bekannt. Diese Drogen sind aber gesellschaftlich anerkannt (im Gegensatz zu PC Spielen), viel wichtiger aber ist dabei dass der Staat durch Steuern einen Mordsreibach dabei verdient und damit ist die Lobby dann auch schon groß genug, dass es keinen mehr juckt dass daran jährlich ein paar tausend Leute zugrunde gehen. Würde von heute auf morgen niemand mehr rauchen, und dementsprechend die Tabaksteuer ausbleiben, würde Deutschlands Wirtschaft mit Sicherheit einen Schlag erhalten von dem sie sich so erstmal nur schwer erholen könnte. Wir merken also: Solange es Geld bringt, sind auch teils schwer absurde Fakten kein Thema-.-
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