Konami : Nicht nur zwischen Konami und Hideo Kojima gibt es ein angespanntes Verhältnis: Angeblich herrschen beim japanischen Entwickler und Publisher Zustände wie in einem autoritären Regime - Stasi-Abteilung inklusive. Nicht nur zwischen Konami und Hideo Kojima gibt es ein angespanntes Verhältnis: Angeblich herrschen beim japanischen Entwickler und Publisher Zustände wie in einem autoritären Regime - Stasi-Abteilung inklusive.

Führt man sich einmal vor Augen, was in den vergangen Wochen so alles über Konami als Arbeitgeber berichtet wurde, hätte es für Hideo Kojima wohl kaum besser laufen können: Der renommierte Game-Designer und kreative Leiter hinter Marken wie Metal Gear Solid hat sich bereits vor einigen Wochen mit dem Publisher und Entwickler überworfen und wird das Unternehmen zum Jahresende wohl endgültig verlassen.

Und das scheint für Kojima fast schon einer Entlassung aus dem Gefängnis gleichzukommen, darf man jüngsten Berichten über die Arbeitszustände bei Konami Glauben schenken. Nachdem zuletzt ohnehin bereits von einer Überwachung der Belegschaft und demütigenden Sanktionen bei einem Überschreiten der Pausenzeiten berichtet wurde, legten angebliche ehemalige und aktuelle Angestellte des japanischen Konzerns nun noch einmal nach.

Wie die englischsprachige Webseite Kotaku Bezug nehmend auf einige anonyme Quellen berichtet, sollen innerhalb des Unternehmens fast schon Stasi-Methoden vorherrschen. Die Rede ist unter anderem von einer internen Audit-Abteilung, die von den Angestellten als eine Art Geheimpolizei beschrieben wird, deren Mitarbeiter die interne Kommunikation (E-Mails etc.) überwachen und protokollieren, wer wann in die Pause geht, das Gebäude verlässt oder zur Arbeit kommt.

Angeblich soll die interne Überwachung sogar die neuen Arbeitgeber ehemaliger Angestellter kontaktieren und sie über deren Fehlverhalten bei Konami aufklären.

Daneben wird noch von einer Monitoring-Abteilung berichtet, die die internen Überwachungskameras innerhalb der Konami-Büros verwaltet und den Audit-Mitarbeitern zuarbeitet.

Grundsätzlich verboten ist es denn Angestellten bei Konami offenbar, vom Arbeitsplatz aus auf das Internet zuzugreifen. Ein Antrag bei der IT-Abteilung kann das zwar ändern - allerdings erfolgt der Internet-Zugriff dann stets über eine überwachte VPN-Verbindung, die detaillierte Protokolle über das Surf-Verhalten anfertigt und sogar Screenshots vom Desktop der Nutzer abgreift.

Einige Betroffene sollen ernsthafte Schwierigkeiten mit der Audit-Abteilung bekommen haben, nachdem auf ihrem Monitor Dinge entdeckt wurden, die dort wohl besser nicht während der Arbeitszeit hätten sein sollen. Konkrete Details nennen die Quellen jedoch nicht.

Einfach so den Arbeitsplatz verlassen geht bei Konami offenbar auch nicht: Angeblich müssen die Angestellten stets ihren Arbeitsausweis vorzeigen und dem Sicherheitspersonal detailliert erläutert warum und wohin sie gehen - egal ob es sich nur um eine Raucherpause oder einen geplanten Einkauf in einem nahe gelegenen Supermarkt handelt. Wer das Bürogebäude während der Arbeitszeit verlässt, wird in einer Datenbank eingetragen und gemaßregelt.

Und zu guter Letzt soll jeden Montagmorgen eine Sitzung des Konami-Managements stattfinden, das per Live-Stream über eine interne Webseite an die Belegschaft übertragen wird. Das Zuschauen ist Pflicht - wer dabei erwischt wird, während der Übertragung andere Dinge zu tun (Stichwort: Monitor-Überwachung), wird vor seinen Kollegen namentlich als Delinquent geoutet.

Nun herrscht in Japan zwar generell eine etwas andere Unternehmenskultur als etwa in Deutschland und auch der Einsatz von gechipten Stempelkarten und Arbeitsausweisen ist dort wohl an der Tagesordnung. Laut Kotaku halten aber selbst die Mitarbeiter diverser anderer japanischer Firmen das Vorgehen von Konami für »extrem« und »außerhalb der Norm«. Manche ziehen sogar Vergleiche zum autoritären Regime in Nordkorea.

Konami selbst wollte sich trotz mehrfacher Anfrage bisher nicht zu den Vorwürfen äußern.