Moirai : Moirai ist technisch eher zweckmäßig. Es lohnt sich dennoch. Moirai ist technisch eher zweckmäßig. Es lohnt sich dennoch.

Versuch #1: Bitte nehmen Sie sich die fünf bis zehn Minuten und spielen Sie Moirai. Jetzt. Sofort. Oder später noch. Aber holen Sie keinerlei Informationen darüber ein. Unserer Meinung nach lohnt sich das, zumal das Spiel nichts kostet. Einzige Voraussetzung: Eine aktive Internetverbindung und ein Verständnis der Englischen Sprache - etwa auf Mittelschulniveau.

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Moirai
Einige spoilerfreie Bilder aus dem Spiel.

Versuch #2: Noch nicht überzeugt? Dann holen wir etwas länger aus. Moirai ist nicht neu. Bereits im November 2013 erschien das Indiespiel des Australischen Trios Chris Johnson, Brad Barrett und John Oestmann bei Steam und anderen Plattformen. Doch aktuell taucht es in der Rubrik »beliebte Neuerscheinungen« auf und lockt mehr und mehr Spieler an, die zum allergrößten Teil positive Reviews hinterlassen. Deshalb stießen wir auf Moirai und nachdem wir es durchspielten, waren wir überzeugt. Es gibt einen guten Grund, warum Moirai aktuell so beliebt ist und es anscheinend ein wenig »viral« wird.

Jetzt aber: Alternativ können Sie Moirai bei GameJolt herunterladen

Moirai : Wir begegnen diversen Charakteren, mit denen wir interagieren. Das Spiel dauert keine 10 Minuten. Wir begegnen diversen Charakteren, mit denen wir interagieren. Das Spiel dauert keine 10 Minuten.

Versuch #3: Okay, wir werden jetzt immer noch nix spoilern, aber wir gestehen: Moirai hat einen Twist. Einen, der die gesamte Spielerfahrung eher in Richtung »experimentelle Spiele« rückt. Er ist wirklich clever und einzigartig. Uns hat er deshalb voll erwischt und dafür gesorgt, dass wir auch nach dem kurzen Spiel drüber nachdenken mussten. Und weil das Spiel eben nicht lange dauert, bis es zum Punkt kommt, empfehlen wir es jedem Interessierten.

Letzte Chance: Moirai auf der Homepage des Entwicklers herunterladen

UND JETZT KOMMEN DIE SPOILER

Für all jene, die Moirai gerade nicht spielen können oder wollen und die sich die Überraschung verderben wollen, folgen hier eine Inhaltszusammenfassung sowie ein Video, in dem Maurice und Michael Moirai spielen - natürlich ohne die geringste Ahnung, worum es sich bei dem Spiel handelt.

Warnung: der folgende Absatz enthält Spoiler

In der simpel gestrickten Erzählung des Spiels suchen wir eine verschollene Frau. Bevor wir sie, schwer verletzt, in einer Mine finden, kommt uns ein blutbesudelter Mann mit einem Messer in der Hand entgegen. Wir verhören ihn und müssen dann über ihn urteilen. Lassen wir ihn gehen oder greifen wir ihn an? Danach widmen wir uns der Frau, die in der Mine sterben will. Sie bittet uns darum, ihr beim Suizid zu helfen. Egal ob wir das tun oder nicht - wir verlassen die Mine blutbesudelt.

Und wir begegnen wiederum einem Mann, der uns verhört. Er stellt uns dieselben drei Fragen, die wir dem Verdächtigen zuvor gestellt haben. Wir tippen unsere Antworten frei ein und das Spiel endet. Über das Schicksal unserer Spielfigur richtet dann ein anderer Spieler. Wir haben hingegen bereits unser Urteil über einen vorherigen Spieler gefällt, indem wir den blutbesudelten Typen getötet oder verschont haben. Er sagte das, was sein Spieler am Ende seines Spiels eingegeben hat.

Moirai : Keine Sorge, dieses Bild ist kein Spoiler. Keine Sorge, dieses Bild ist kein Spoiler.

Warnung: der folgende Absatz enthält Spoiler

Erzählerisch ist das Spiel eine paradoxe, nicht gerade logische Zeitschleife. Doch der Effekt, den die Erkenntnis am Ende hat, ist einmalig. Denn wir wissen zunächst (hoffentlich) nicht, dass wir beim Gespräch mit dem Verdächtigen indirekt mit einem anderen Spieler interagieren. Es dämmert uns erst, sobald wir ausgefragt werden. Obendrein konfrontiert uns Moirai mit Themen wie Vorverurteilung und Suizid.

Ein schöner Kniff: Wer will, kann seine Mailadresse hinterlassen und wird informiert, sobald ein anderer Spieler über ihn gerichtet hat. Er erfährt dann, ob er gehen durfte oder sterben musste.

Ist das nicht wunderbar clever?