»PC-Spieler sind arrogante Schwachköpfe« : Michael Pachter hat mal wieder einen denkwürdigen Auftritt hingelegt: In einem Interview beleidigte er pauschal alle PC-Spieler. Eine Audio-Aufzeichnung entkräftet sein späteres Dementi. Michael Pachter hat mal wieder einen denkwürdigen Auftritt hingelegt: In einem Interview beleidigte er pauschal alle PC-Spieler. Eine Audio-Aufzeichnung entkräftet sein späteres Dementi.

Update vom 23. September: Auf das Dementi Michael Pachters folgt sogleich die erneute Klarstellung der Tatsachen durch die »Gegenseite«: Die Daily Star hat einen Audio-Mitschnitt des Interviews veröffentlicht, in dem Pachter eindeutig die zuvor zitierten Sätze sagt.

Auch von »Schwachköpfen« spricht Pachter darin im Bezug auf PC-Spieler - obwohl er dieses Wort noch nie in seinem Leben benutzt haben will.

Gleichwohl wirkt die Interview-Szenerie wie eine eher lockere Gesprächsumgebung. Der Interviewer lacht als Reaktion auf Pachters ausfallende Kommentare und ermuntert den Analysten dadurch, nach der Rassisten-Aussage noch einen drauf zu legen.

Unklar bleibt, in welchem Rahmen das Interview stattgefunden hat. Und ob Pachter überhaupt wusste, dass das Gespräch aufgezeichnet wird. So ganz ernst scheint er die Aussagen seiner Tonlage zufolge auch nicht zu meinen.

Update vom 22. September: Michael Pachter hat mittlerweile eine Klarstellung über die Kollegen von Gamertics veröffentlicht. Darin erklärt er, dass er noch nie vom Daily Star gehört habe und er nur eine Vermutung habe, wann das Gespräch stattgefunden habe. An den Namen des Reporters kann er sich nicht erinnern, er vermutet ein Gespräch im Rahmen eines PlayStation-Events in New York.

In der Klarstellung beantwortet Pachter die Frage, ob sein Kommentar scherzhaft gemeint war und einen Bezug zum Begriff der »PC Master Race« hatte:

Ich habe mit größter Wahrscheinlichkeit gesagt, dass die PS4 Pro keine PC-Spieler ansprechen dürfte, da die GPU eher nicht den typischen Anforderungen von PC-Spielern entspricht. Und ich bin mir sicher, dass ich gesagt habe, dass PC-Spieler sich gerne abschotten.

Als ich nach dem »abschotten« befragt wurde, habe ich denke ich folgendermaßen den Punkt ausgeführt: »Wie bei Religion, der Hautfarbe oder bei der politischen Einstellung neigen PC-Spieler dazu, sich eher mit ähnlich denkenden Menschen abzugeben«. Ich habe mit hoher Wahrscheinlichkeit »wie Rassisten« gesagt, als ich den Punkt weiter ausführen sollte, was unmissverständlich ein Scherz war, wenn auch ein unangemessener.

Bei einer Sache bin ich mir sicher: Ich habe meinen Lebtag noch nicht das Wort »Schwachkopf« [brit. english: twit, Anmerkung der Redaktion] verwendet. Der Reporter war glaube ich Brite und hat mich wahrscheinlich falsch verstanden. Ich bin mir sicher, dass ich gesagt habe, dass PC-Spieler arrogant sind. Genauso übrigens wie PS Fanboys und Xbots.

[...] Ich habe tausende Interviews gegeben und hunderte Videoblogs veröffentlicht, ohne mein wahres Ich zu zeigen (Spaß) und ich halte PC-Spieler nicht für »bedauernswert«, anders als es dieser Artikel dargestellt.

Originalmeldung: Michael Pachter hat sich als Analyst in der Gaming-Szene einen Namen gemacht - nicht unbedingt einen positiven: Immer wieder stellt der Angestellte der Investment-Firma Wedbush Securities gewagte Thesen auf und spricht kontroverse Themen an.

Insbesondere unter PC-Spielern dürfte sein Ruf nun erneut gelitten haben: In einem Interview mit der britischen Daily Star bezeichnete Pachter die PC-Fraktion der Gamer als »arrogante Schwachköpfe«, die sich »wie Rassisten« aufführen würden.

Frage nach PS4 Pro löst Beleidigungen aus

Grund für diese verallgemeinernde Beleidigung war die Frage des Redakteurs danach, ob die kommende PlayStation 4 Pro wohl auch PC-Gamer zum Wechsel auf die Sony-Plattform bewegen könne.

Er hätte es an dieser Stelle bei einem klaren Nein belassen können - tat er aber nicht:

Ich denke, dass PC-Spieler wie Rassisten sind. Sie mögen nur diejenigen ihrer eigenen Art und haben kein Interesse daran, sich herauszuwagen und mit anderen Rassen zu vermischen.

Bereits so eine äußerst absurde Analogie - die Pachter aber offensichtlich auch nicht so alleine stehen lassen wollte. Er legte nach:

PC-Spieler sind arrogante Schwachköpfe, die davon überzeugt sind, dass das, was sie tun, besser ist als das, was alle anderen möglicherweise tun können.

Gleichwohl glaubt Pachter, dass die PlayStation 4 Pro ein voller Erfolg werden könnte - auch ohne PC-Spieler als Zielgruppe. Wer noch keine Current-Gen-Konsole besitze, für den sei die neue PS4 die absolut richtige Wahl.

Nintendo NX hat laut Pachter schlechte Karten

Auf die Nintendo NX sieht der Analyst indes schwere Zeiten zukommen. Die neue Nintendo-Konsole werde sich nur zwischen Xbox One Scorpio und PS4 Pro behaupten können, wenn sie zu einem niedrigen Preis angeboten werde. 199 Euro hält Pachter für angemessen - 399 Euro für einen Todesstoß.

Gut möglich jedoch, dass Nintendo aber durch das versprochen revolutionäre Konzept der Nintendo NX auch eine höhere Preisgestaltung wird rechtfertigen können.

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PS4 Pro
Die PS4 Pro erscheint am 10. November 2016 in Deutschland.