Medal of Honor : Ohne unsere Kameraden, die uns nachlaufen, aber selbstständig schießen, wären wir im Häuserkampf aufgeschmissen. Ohne unsere Kameraden, die uns nachlaufen, aber selbstständig schießen, wären wir im Häuserkampf aufgeschmissen. Normandie, Omaha Beach, 6. Juni 1944, kurz nach sechs. Wir rasen auf den Strand zu, links und rechts weitere Landungsboote. Aus dem Dunst schälen sich große Betonbunker, halb im Wasser verborgene Stahlträger sollen den Schiffsboden aufschlitzen. Volltreffer beim Boot links, die Besatzung schleudert durch die Luft. Dann geht unsere Frontluke auf, die Hölle bricht los. Wir kämpfen uns durchs hüfthohe Wasser, ideales Ziel für die MGs in den Türmen. Unsere Reihen lichten sich, irgendwie erreichen wir den Strand. Im Schutz von Stahlträgern liegen Verletzte, alles schreit durcheinander. Der Captain brüllt: »Wir müssen zur Uferböschung!« Doch die ist weit entfernt. Während hinter uns immer mehr Soldaten anlanden und fallen, hetzen wir im MG- und Mörserfeuer von einem Krater zum nächs-ten. Schließlich kauern wir im Schutz der Böschung, gestoppt von Stacheldraht und Minen. Nun müssten »Bangalores« her, zusammensteckbare Rohre mit Sprengladung. Doch die sind mit ihrem toten Träger am Strand zurückgeblieben. Der Captain deutet erst auf mich, dann Richtung Rohre...

Der Soldat sind Sie

Medal of Honor : Wem die Landungsszene bekannt vorkommt: Der 3D-Shooter Medal of Honor bildet zu Beginn der dritten Mission die ersten 20 Minuten des Spielberg-Films Der Soldat James Ryan nach, inklusive einiger Dialoge. Dabei verzichtet das Spiel auf die Bluteffekte des Films, wirkt aber kaum weniger erschreckend. Wenn jeder Schritt den Bildschirmtod bedeuten kann und Gegenwehr unmöglich ist, will man auch als PC-Soldat am liebsten in Deckung bleiben. Sollen doch andere den Krieg führen! Zum »Antikriegstitel« wird Medal of Honor dadurch noch lange nicht, es geht in bester 3D-Shooter-Manier zur Sache. Auch wenn sie keinen Tropfen Blut verlieren, versuchen sich getroffene Gegner aufzurappeln oder humpeln weg. Missionsziel ist meist eine Sabotageaktion, doch auf dem Weg müssen praktisch immer Dutzende von deutschen Soldaten getötet werden. Der große Realismus und die Ähnlichkeit zum Film dürften übrigens an Dale Dye liegen. Der ehemalige Captain der U.S. Marines fungierte als Berater, wie schon für die Filme Platoon, Der schmale Grat und eben Der Soldat James Ryan.