Windows 8 : Wie Nielsen schreibt, wurden zwölf erfahrene PC-Nutzer eingeladen, Windows 8 auf herkömmlichen Rechnern und auf Microsoft Surface zu testen. Aus diesen Erfahrungen heraus kritisiert Nielsen, dass die neue Kacheloberfläche mit ihrem flachen Stil nicht klarmacht, wo eigentlich Schaltflächen sind. Da hier auch nicht mehrere Fenster gleichzeitig angezeigt werden, müssten sich Nutzer mehr merken und könnten nicht einfach kurz in ein anderes Fenster sehen, um dort Informationen zu erhalten. In den Apps selber sei die Informationsdichte auf dem Bildschirm viel zu gering.

Die Live-Kacheln seien eine gute Idee, doch einige Entwickler hätten es damit übertrieben und sorgten dafür, dass der Startbildschirm zu einer blinkenden, unruhigen Umgebung wird. Bei einigen Kacheln sei nicht mal mehr ersichtlich, was sie eigentlich darstellen und zu welcher App sie gehören. Die Idee, zur App passende Befehle am Rand in der Charms-Bar zu verstecken, sorge dafür, dass diese kaum genutzt würden. Man könne zwar lernen, die Befehle aufzurufen, aber wichtige Features sollen direkt angezeigt werden und den Nutzer nicht dazu zwingen, selbst daran zu denken, sie aufzurufen. Auch die Gesten seien nicht durchdacht und würden zum Teil längst bekannte Fehler von Benutzeroberflächen wiederholen.

Auf mobilen Geräten sei Windows 8 wie Dr. Jekyll, »eine gequälte Seele, die auf Erlösung hofft«, während das Betriebssystem auf herkömmlichen PCs Mr. Hyde darstelle, »ein Monster, das arme Büroangestellte terrorisiert und ihre Produktivität erwürgt«. Allerdings hat Nielsen auch positive Anmerkungen. Er sei trotz der Kritik an Microsoft kein Windows-Hasser, er sei sogar vor Jahren von Apple auf Windows umgestiegen und mit Windows 7 sehr zufrieden. So wie Windows 7 das »richtig gemachte« Windows Vista sei, dürfte seiner Ansicht nach Windows 9 das »bessere« Windows 8 werden. Microsoft sei großartig darin, eigene Fehler zu korrigieren.

Windows 8
Der altbekannte Desktop existiert auch in Windows 8. Allerdings spielt er nicht mehr die zentrale Rolle wie bislang.